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Dienstag, 17.04.2018

Tai Chi und Cybermobbing

Die Neuntklässler des Gymnasiums haben eine Menge bei Präventionsworkshops gelernt – auch über sich selbst.

Von Jens Hoyer

Martin Sieber erklärt den Neuntklässlern, wie Entspannung funktioniert. Sie liegen auf Matten in der Sporthalle des Gymnasiums.
Martin Sieber erklärt den Neuntklässlern, wie Entspannung funktioniert. Sie liegen auf Matten in der Sporthalle des Gymnasiums.

© Jens Hoyer

Döbeln. Der Physiotherapeut und Tai Chi-Lehrer Martin Sieber erzählt etwas über Entspannung und die Einheit von Körper und Geist. Nur durch Ausatmen kann man entspannen. Imaginäre Gewichte drücken auf die Hände, Schultern und Ellenbogen. Daraus entsteht Wärme, die den ganzen Körper durchströmt. „Diese Wärme nennen die Chinesen Chi“, so Wagner. Die um ihn herum im Kreis auf Matten liegen, das sind Neuntklässler des Lessing-Gymnasiums und sie lernen an diesem Tag etwas über ihren Körper.

Einen ganzen Nachmittag ging es am Gymnasium um die Stärkung von Geist Körper und Seele. Vertrauenslehrer Heiko Weise und die Schulsozialpädagogin Susann Gasse haben den Präventionsnachmittag organisiert. „Die Schule ist eine Vorbereitung aufs Leben. Deshalb haben wir auch solche Themen ausgesucht“, sagte Weise. Und es sind vor allem auch Themen, mit denen der Beratungslehrer und die Sozialpädagogin jeden Tag konfrontiert sind. Da ging es nicht nur um gesunde Ernährung.

„Wenn die Eltern schwierig werden“ war der augenzwinkernde Titel eines Workshops, bei dem es eher nicht um schwierige Eltern, sondern um pubertierende Jugendliche ging. Psychische Erkrankungen im Jugendalter hatten die meisten Jugendlichen wahrscheinlich nicht auf dem Schirm, solche Fälle tauchen im Schulalltag aber immer wieder auf. „Wir haben Fälle von Leistungsschwierigkeiten, Schulunlust und Schulschwänzen und Erkrankungen, die damit einhergehen. Depressionen, Essstörungen und Fälle, dass sich Jugendliche ritzen“, sagte Weise.

Auch die Medienkompetenz der Schüler soll gestärkt werden. Hass und Straftaten im Internet sind da ein Thema. Mobbing im Netz kann auch die Grenzen zum Strafbaren überschreiten, etwa wenn Beleidigungen ins Spiel kommen oder mit Fotos das Recht am eigenen Bild verletzt wird. Der Medienpädagoge Johannes Gersten und Sophie Spitzhorn vom Verein Treibhaus hatten sich dieses Themas angenommen – sie sprachen mit den Schülern über Cybermobbing, Persönlichkeitsrechte, Hassreden und „Fake News“. „Dafür gibt es schon ein gewisses Bewusstsein unter den Schülern. Aber die Strategien dagegen sind noch nicht so bekannt oder des fehlt die Übung“, sagte Gersten. „Wir geben den Schülern einen Überblick, wo die Straftat anfängt.“

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