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Dienstag, 17.04.2018

Täter aus 360er-Bus abgeschoben

Ein Marokkaner aus Freital hatte 2015 im Bus auf der B 170 zwei Schülerinnen belästigt. Der Fall hatte für Aufregung gesorgt.

Der junge Straftäter war 2017 nach Marokko abgeschoben worden.
Der junge Straftäter war 2017 nach Marokko abgeschoben worden.

© Symbolbild. dpa

Freital. Der junge Marokkaner aus Freital, der im April 2015 im Bus der Linie 360 auf der Bundesstraße B 170 zwei Schülerinnen belästigt hatte, wurde in seine Heimat abgeschoben. Das erfuhr die SZ aus dem Umfeld des abgelehnten Asylbewerbers, der mit einer Freitalerin ein Kind hat. Während die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilt, keine Information dazu zu haben, bestätigt die zuständige Landesdirektion Sachsen den Vorgang. Demnach sei der Mann schon 2017 nach Marokko abgeschoben worden.

Der Bus-Vorfall hatte damals für Aufsehen gesorgt. Danach ging die Facebookseite „Bürgerwehr FTL/360“ online. Die Gruppierung dahinter hatte sich zum Ziel gesetzt, in Bussen zu patrouillieren und für Ordnung sorgen. Mitglieder dieser Bürgerwehr wurden mit der „Gruppe Freital“ in Verbindung gebracht, deren Mitglieder im März wegen versuchten Mordes und Bildung einer terroristischen Vereinigung am Oberlandesgericht Dresden zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Sechs der acht verurteilten mutmaßlichen Mitglieder der „Gruppe Freital“ haben jedoch Revision eingelegt. Mit einer Entscheidung dazu ist wegen Schriftwechseln, Verfahrensfristen und Stellungnahmen aber wohl erst 2019 zu rechnen.

Der nun abgeschobene Mehrfachtäter war indes Ende 2015 unter anderem wegen des Busvorfalls verurteilt worden. Er hatte damals zwei Schülerinnen belästigt und beschimpft. Zwei andere Jugendliche gingen dazwischen und wurden geschlagen und getreten sowie bedroht. Der Marokkaner musste nach seiner Verurteilung einen vierwöchigen Jugendarrest absolvieren und 140 Sozialstunden ableisten. Später wurde der 22-Jährige aber erneut vor dem Jugendschöffengericht in Dippoldiswalde angeklagt, weil er im Zinnwalder Asylheim randaliert hatte. Er erhielt im August 2017 eine Geldstrafe über 600 Euro. (skl)

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