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Dienstag, 02.01.2018

Supermarkt-Ausrüster rüstet auf

Krause Metall bekommt in Herrnhut nicht nur einen Neubau, sondern auch millionenschwere neue Maschinen.

Von Anja Beutler

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Vorarbeiter Thomas Höhne, Bauleiter Andreas Höhne und der Betriebsleiter von Krause Metall, Thomas Hocke, (v.l.) besprechen auf dem Firmengelände die weiteren Arbeiten. Im Hintergrund ist die hohe Brandmauer zu sehen, die zwei Hallenteile trennt. Der 5000Quadratmeter große Neubau kommt direkt an die Straße und wird seitlich an das alte Gebäude angebunden. Dadurch gibt es zwischen alter und neuer Halle direkte Wege (siehe Grafik).
Vorarbeiter Thomas Höhne, Bauleiter Andreas Höhne und der Betriebsleiter von Krause Metall, Thomas Hocke, (v.l.) besprechen auf dem Firmengelände die weiteren Arbeiten. Im Hintergrund ist die hohe Brandmauer zu sehen, die zwei Hallenteile trennt. Der 5 000 Quadratmeter große Neubau kommt direkt an die Straße und wird seitlich an das alte Gebäude angebunden. Dadurch gibt es zwischen alter und neuer Halle direkte Wege (siehe Grafik).

© Matthias Weber

© SZ-Grafik

Dort, wo Betriebsleiter Thomas Hocke und die beiden Männer von der Baufirma stehen, sollen in einem halben Jahr schon die Mitarbeiter von Krause Metall zugange sein. Denn bis Anfang des zweiten Jahresquartals wird die neue Halle stehen und danach Maschinen und Bürotische ihren endgültigen Platz finden. In Richtung Herrnhut logiert dann die Montage- und Versandabteilung sowie Büros. Im Hallenteil gen Ruppersdorf gibt es ein Hochregallager. „Damit können wir die Außenlager, die wir derzeit im Radius von fünf bis zehn Kilometern unterhalten, auflösen“, freut sich der Betriebsleiter. Denn bei der Firma Krause Metall, die Ladeneinrichtungen vom Präsentationskorb bis zum Regal oder der Backwarenvorrichtung vor allem für Discounter produziert, brummt derzeit das Geschäft, und auch die Aussichten sind gut.

Aktuell arbeiten die 114 Mitarbeiter und vier Azubis derzeit recht beengt. „Die Wege in den Produktionshallen sind verschlungen und weit, und in den Büros sitzen zum Teil vier Mitarbeiter“, skizziert Thomas Hocke die derzeit nicht befriedigende Lage. Mit dem Neubau wird dann sowohl dieses Platzproblem gelöst als auch die Produktionskapazität erhöht. Denn der Mutterkonzern Kesseböhmer investiert in seinen kleinen Standort in Ostsachsen neben dem Geld für ein neues Gebäude auch einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in neue Maschinen. Ein wahrer Koloss – eine acht mal 22 Meter große Gitterschweißmaschine aus der Schweiz – wird dann in Herrnhut stehen. Das Prinzip ist einfach: In die Maschine kommen Metallstäbe, die dann zu Gittern verschiedener Art verarbeitet werden. Hinzu kommt eine neue Abkantbiegepresse, also eine Maschine, die flache Metallgitter in verschiedene Formen biegt, erklärt der Betriebsleiter. Er ist zudem stolz, dass bald auch der modernste Rohrlaser Europas in seinen Hallen stehen wird. Und auch zu den vier bereits vorhandenen Schweißrobotern kommt noch ein weiterer hinzu. Auf diese Weise werde das Arbeiten schneller und leichter.

Am Dreischichtbetrieb wird sich allerdings mit Blick auf die Auftragslage nichts ändern: „Die Maschinen, die wir derzeit haben, sind so stark ausgelastet, dass wir einige Tätigkeiten an Fremdfirmen auslagern mussten“, beschreibt Hocke die Situation. Diese Arbeiten sollen nach dem Umbau dann aber wieder ins Herrnhuter Werk zurückkommen. Auch bei den Arbeitskräften kann sich Hocke vorstellen, dass man weitere Verstärkung brauchen wird: 2016 habe man elf neue Mitarbeiter eingestellt, 2017 insgesamt 19. Auf Zeitarbeitsfirmen greife das Unternehmen ebenfalls als Puffer und Ergänzung zum eigenen Personal zurück. „Wir zahlen für einen Teil der Tätigkeiten in unserem Hause über Mindestlohn, generell hängt die Lohnhöhe von der Qualifikation und der Verantwortung der Mitarbeiter ab“, erklärt Hocke.

Verbessern werden sich auf alle Fälle die Arbeitsbedingungen für die Kollegen, denn der Neubau wird neue Sanitär- und Pausenräume bieten. Und auch die Parkplatzsituation werde sich deutlich entspannen, denn zum einen braucht das Unternehmen dann keine Zelte als Lagermöglichkeit mehr auf dem Gelände, zum anderen gibt es auch in den Tiefen der neuen Halle Stellplätze. Thomas Hocke jedenfalls freut sich über die Aufgaben, die in diesem Jahr kommen – auch wenn ein Umzug bei laufendem Betrieb eine große Herausforderung ist. „Wir liegen inzwischen wieder gut im Plan“, sagt der Betriebsleiter. Zwar hatten alte Leitungen im Untergrund am Anfang ein bisschen Zeitverzug in die Planungen gebracht, aber das sei inzwischen ausgestanden. Auch dass die Einigung mit den beiden Hausbesitzern in der Nachbarschaft geglückt ist, freut ihn: Die beiden Familien haben der Firma ihre Grundstücke samt Haus verkauft, damit die Erweiterung möglich ist, und sind umgezogen. Dabei hat ihnen Krause Metall geholfen.

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