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Freitag, 29.12.2017

Süßer die Kassen nie klingen

Dieses Jahr ist die Adventszeit kürzer gewesen. Trotzem sind viele Händler in und um Löbau zufrieden. Deutschlandweit sieht das anders aus.

Von Susanne Sodan

Am Vormittag des 23. Dezember hatten sich viele Löbauer noch mal aufgemacht zu einem Bummel durch die Innenstadt. Es war auch die letzte Möglichkeit, noch ein fehlendes Geschenk zu finden.
Am Vormittag des 23. Dezember hatten sich viele Löbauer noch mal aufgemacht zu einem Bummel durch die Innenstadt. Es war auch die letzte Möglichkeit, noch ein fehlendes Geschenk zu finden.

© Matthias Weber

Löbau. Ein bestimmtes Spiel hat wohl ganz besonders oft auf den Wunschzetteln der Kinder in und um Löbau gestanden. Gravitrax heißt es und ist eine ziemlich ausgeklügelte Kugelbahn, die Kinder selber zusammen- und umbauen können. „Das Spiel war dieses Jahr der Renner bei uns in der Weihnachtszeit“, erzählt eine Verkäuferin bei Spielwaren Langenfeld auf der Bahnhofstraße. Diese Kugelbahn, erzählt sie, sei im Herbst neu rausgekommen. „Bei uns war sie schon im November langsam vergriffen“, erzählt die Verkäuferin.

Dieses Jahr war die Adventszeit rund eine Woche kürzer als üblich, weil Heiligabend genau auf den vierten Advent fiel. Deutschlandweit hat das das Weihnachtsgeschäft aber nicht verdorben. Der Handelsverband Deutschland rechnet für November und Dezember im Einzelhandel mit einem Umsatz von rund 94,5 Milliarden Euro, rund drei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum im Vorjahr. Trotzdem fällt die bisherige Bilanz zum Weihnachtsgeschäft laut dem HDE deutschlandweit gemischt aus: Der Internet-Handel hat wieder ein Wachstum zu verzeichnen. Auch große Handelsunternehmen, die vielleicht auch einen eigenen Onlineshop führen, haben laut HDE gute Geschäfte gemacht und sind allgemein zufriedener als kleine oder mittelständische Geschäfte, deren Erwartungen häufig nicht erfüllt wurden.

Ingo Seiler, Inhaber der Drogerie Wendler in Löbau, ist trotzdem zufrieden, erzählt er. Viele Geschenksuchende entschieden sich bei ihm für ein Parfüm oder ein 3-D-Laser-Foto. Auch die Dinge aus dem Weihnachtssortiment der Drogerie – darunter sind beispielsweise kleine Metallpyramiden und Porzellan – seien gut gelaufen. „Die Adventszeit war kürzer, uns war klar, dass es deshalb schwieriger werden könnte dieses Jahr“, erzählt Ingo Seiler. Aber die Kunden schienen sich auf die kurze Adventszeit eingestellt zu haben. „Bei uns hat das Weihnachtsgeschäft diesmal im November schon verhältnismäßig zeitig angefangen“, erzählt Seiler. Ein großer Statistik-Fan, der jeden Tag die Erträge errechnet und mit dem Vorjahr vergleicht, sei er nicht, erzählt Seiler. „Vom Gefühl her lief es aber gut, wir sind zufrieden.“

Bei Elektrofachhandel Münnich auf dem Altmarkt in Löbau ist besonders dieser Tage, zwischen Weihnachten und Silvester, viel los. „Die Leute haben jetzt Zeit“, erklärt Susanne Münnich. Außerdem sind in diesen Tagen viele zu Besuch bei ihren Familien in der Oberlausitz und nehmen sich die Zeit für einen gemeinsamen Bummel. Beim Weihnachtsgeschäft ist Susanne Münnichs Einschätzung ähnlich wie bei Ingo Seiler: Der Umsatz sei wahrscheinlich ähnlich wie im vergangenen Jahr. Bei Münnichs gingen in der Adventszeit viele Smartphones über den Ladentisch, meistens in der Preiskategorie bis 250 Euro. „Es waren zum Beispiel viele Seniorenhandys dabei“, erzählt Susanne Münnich. Auch viele Fitnessarmbänder hat sie verkauft. Beliebt gewesen seien auch Abos für den Bezahl-Fernsehsender Sky. Auch sie sagt: Geschenkesucher hätten sich recht zeitig auf den Weg gemacht. „Das Weihnachtsgeschäft zog sich bei uns nach vorne bis in den November“, sagt Frau Münnich. „Es ist nicht mehr so geballt, wie es früher war.“

Wilfried Hankes Eindruck: „Die letzten zwei Wochen vorm Fest waren intensiver“, sagt der Inhaber der Buchhandlung Fiedler in Neugersdorf. Auch am 23. Dezember sei noch mal viel los gewesen im Geschäft. „Etwa bis Mittag war Trubel, ab 12 Uhr ist der Andrang dann abgeflaut“, erzählt er. Insgesamt, so schätzt Mitarbeiterin Rentschen ein, sei das Weihnachtsgeschäft ähnlich gewesen wie im vergangenen Jahr, „damit sind wir auch zufrieden“, sagt Svenja Renschen. „Allgemein möchten die Kunden zum Verschenken lieber gebundene Bücher und weniger Paperback“, erzählt sie.

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