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Freitag, 13.10.2017

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Die Eislöwen nähern sich den Vorstellungen ihres Trainers. Wenn da nicht die Probleme in der Abwehr wären.

Von Alexander Hiller

Ja, wo kommt er denn? Auf der Taktiktafel wird Steven Rupprich den vermeintlich neuen Verteidiger wohl noch nicht finden. In der kommenden Woche wollen die Eislöwen einen Probespieler für die Abwehr vorstellen.
Ja, wo kommt er denn? Auf der Taktiktafel wird Steven Rupprich den vermeintlich neuen Verteidiger wohl noch nicht finden. In der kommenden Woche wollen die Eislöwen einen Probespieler für die Abwehr vorstellen.

© Matthias Rietschel

Ein Fan von Statistiken und Tabellenkonstellationen ist Franz Steer nicht gerade. Der Trainer der Dresdner Eislöwen könnte angesichts der bevorstehenden zwei Spieltage vollmundig vom hoffentlich ersten Sechs-Punkte-Wochenende seines Teams in der neuen DEL-2-Saison träumen. Denn der Tabellenfünfte aus Sachsen empfängt am neunten Spieltag am Freitag in eigener Halle zunächst den Tabellenzwölften Ravensburg Towerstars, am Sonntag tritt Dresden dann bei den Bayreuth Tigers (8.) an. Das aber sind für den 59-jährigen Steer lediglich Momentaufnahmen. Zumal in der Zeit direkt nach der Startphase.

„Ravensburg wurde vor der Saison als Mitfavorit gehandelt, hatte aber zum Auftakt viele Verletzte zu kompensieren. Die stehen momentan unter Wert da“, sagt Steer. Bayreuth sei aufgrund der aggressiven Spielweise ein sehr unangenehmer Widerpart. Das erklärt auch die verbale Zurückhaltung des Eislöwentrainers. Der gilt ohnehin nicht als Verfechter tollkühner Voraussagen. Zudem plagt sich der Bayer gerade mit genügend Problemen in der eigenen Mannschaft herum. Nachdem Petr Macholda mit einer Schulterverletzung und noch ausstehender Operation als Langzeitverletzter feststeht, fällt mit Steve Hanusch ein weiterer Verteidiger aus. Allerdings nicht so lange wie befürchtet. „Das ist nichts Langfristiges, aber am Wochenende fehlt er uns“, sagt Steer über die Schulterprellung, die sich Hanusch gegen Crimmitschau zugezogen hatte.

Mithin verfügen die Eislöwen nur noch über fünf Verteidiger, sieben wären optimal. Deshalb denkt Steer, natürlich in enger Abstimmung mit der Chefetage, auch laut über eine mögliche Nachverpflichtung für die Abwehr nach. „Auf dem deutschen Markt ist es schwierig, eine Lösung zu finden. Und ich will keinen weiteren Verteidiger holen, nur damit ich einen habe. Der muss uns schon helfen können“, sagt Steer.

Das könnte im Zweifelsfall auch Steven Rupprich. Der 28-jährige Center ist vielseitig einsetzbar, auch in der Abwehr. „Dann müsste ich jedoch die vierte Reihe aufgeben“, betont Steer. Seine Priorität liegt letztlich darauf, was für die Mannschaft am besten ist. Und das ist derzeit wohl ein offensiver Führungsspieler Rupprich. Der Berliner hat festgestellt, „dass wir bescheiden in die Saison gestartet sind, obwohl die Ergebnisse ganz gut waren“. Diese Phase wähnt Rupprich beendet. „Zuletzt haben wir durch Trainingseinheiten und Spiele immer besser zusammengefunden und können deshalb insgesamt mehr Geschwindigkeit ins Spiel bringen“, sagt er. Kurz gesagt: Rupprich weiß jetzt sozusagen auch ohne Hinschauen, wo im entscheidenden Moment sein Mitspieler X oder Y auftauchen wird oder müsste.

Das könnte vielleicht in naher Zukunft auch ein neuer Verteidiger sein. Steer will eventuell nächste Woche einen Probespieler per Tryout-Vertrag nach Dresden holen. Nach vier Spielen müssten sich die Eislöwen dann für oder gegen eine längerfristige Verpflichtung entscheiden. „Die Ausfälle von Macholda und Hanusch tun uns sehr weh. Vor allem die Schüsse aus dem Hinterhalt von Petr waren immer eine richtige Waffe der Eislöwen. Von der blauen Linie entwickeln wir deshalb momentan zu wenig Druck“, stellt Steer sachlich fest. Doch „vom Eishockey her war ich mit den letzten beiden Spielen zufrieden. So stelle ich mir das ungefähr vor“.

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