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Dienstag, 11.04.2017

Stützkorsett für die Kirschallee

Im geplanten Industriegebiet in Neustadt ist die Winterpause vorbei. Die Bautrupps bewegen tonnenweise Erde, um das Areal anzugleichen.

Von Katarina Gust

Stützwände wie diese durchziehen das Gelände an der Kirschallee in Langburkersdorf. Um das ehemalige Fortschritt-Areal in ein attraktives Industriegebiet zu verwandeln, mussten einzelne Grundstücke angehoben werden.
Stützwände wie diese durchziehen das Gelände an der Kirschallee in Langburkersdorf. Um das ehemalige Fortschritt-Areal in ein attraktives Industriegebiet zu verwandeln, mussten einzelne Grundstücke angehoben werden.

© Dirk Zschiedrich

Langburkersdorf. Die Schwarze Kuh ist weg, die ehemaligen Wohnheime auch. Nichts erinnert mehr an die Zeit des Fortschritt-Kombinates an der Kirschallee in Langburkersdorf. Um Fortschritt geht es auf der einstigen Brache dennoch – Baufortschritt. Nach der mehrmonatigen Zwangspause im Winter gehen die Arbeiten am neuen Industriegebiet seit Mitte März weiter. Es wird gebaggert und planiert, gegraben und aufgefüllt. Mehrere Tonnen Erdreich mussten und müssen bewegt werden, um das unebene Gelände in plane Bauquartiere zu verwandeln. Das erste Grundstück wurde noch vor dem Wintereinbruch fertiggestellt. Dabei handelt es sich um eine rund 1,6 Hektar große Fläche, die an das Werksgelände des Neustädter Wohnmobilherstellers Capron grenzt. Das Unternehmen hat sich die Fläche gesichert, um expandieren zu können. Dem steht nun nichts mehr im Weg. Das Grundstück wurde eingezäunt und ist damit vom neuen Eigentümer nutzbar. Es fehlt lediglich noch die Bepflanzung an der Grundstücksgrenze. Diese soll bis Ende April folgen.

Ganzes Bauquartier wird angehoben

Nicht ganz so schnell gehen die Arbeiten in den übrigen Quartieren vorwärts. Hier wird noch fleißig gebaggert. Zum Beispiel im Bereich der ehemaligen Tischlerei neben dem Zentrallager. Das Gebäude wurde schon im vergangenen Herbst abgerissen. Die freigewordene Fläche muss nun um etwa vier Meter angehoben werden. Damit das aufgeschüttete Erdreich hält, wird der Hang durch Stützwände gesichert. Bis alle Bauquartiere an weitere Investoren vermarktet werden können, dauert es noch ein paar Monate. Bis Juli sollen die neuen Erschließungsstraßen sowie die Zufahrten zu den einzelnen Quartieren fertig gebaut sein, teilt die Stadtverwaltung Neustadt mit. Bis Ende 2017 soll die Revitalisierung der gesamten Kirschallee dauern. Die Kommune ist optimistisch, dass dieser Zeitplan aufgeht. Neben dem Grundstück, das sich Capron geschnappt hat, werden bis dahin ein 1,7 Hektar und ein 4,1 Hektar großes Areal zur Verfügung stehen. Insgesamt misst das Areal an der Kirschallee rund 13 Hektar. Dazu gehört auch das Grundstück, auf dem das Zentrallager steht. Dieses Quartier wird allerdings baulich nicht verändert. Unterm Strich können sich ab 2018 demnach auf etwa zehn Hektar neue Betriebe und Firmen niederlassen.

Diese zu suchen und zu finden, das ist Aufgabe des Industriecenters Neustadt. Die städtische Tochtergesellschaft betreut das Millionenprojekt. Die Kosten für die Revitalisierung betragen rund 7,3 Millionen Euro. Der Löwenanteil der Summe, an die 6,2 Millionen Euro, konnte durch Fördermittel des Freistaates gedeckt werden. Durch Grundstücksverkäufe will Neustadt die Kosten wieder reinholen.

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