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Samstag, 30.12.2017

Stroh schwelt in alter Scheune

26 Kameraden rücken zum Löscheinsatz zum Rittergut aus. Ihr schnelles Eingreifen verhindert größeren Schaden.

Von Sylvia Jentzsch

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In einer Scheune des Rittergutes in Obersteina hat es am Freitagvormittag gebrannt. Warum sich das in der Scheune gelagerte Stroh entzündete, ist noch unklar.
In einer Scheune des Rittergutes in Obersteina hat es am Freitagvormittag gebrannt. Warum sich das in der Scheune gelagerte Stroh entzündete, ist noch unklar.

© André Braun

 26 Feuerwehrleute der Gemeindewehr rückten aus, um das Feuer zu löschen.
26 Feuerwehrleute der Gemeindewehr rückten aus, um das Feuer zu löschen.

© André Braun

Ostrau/Obersteina. Das Kavaliershaus und der Stall des Rittergutes Obersteina ähnelten am Freitagvormittag einem Räucherhaus. Aus allen Fenstern und Türen qualmte es. Gegen 10.30 Uhr wurden die Ortswehren von Ostrau, Noschkowitz und Schrebitz alarmiert, um den Schwelbrand im Stallbereich zu löschen. Die Schrebitzer Kameraden hatten eine Schlauchstrecke zur Versorgung mit Löschwasser von der Kleinen Jahna aus aufgebaut, die jedoch nicht benötigt wurde. Das Wasser für den Erstangriff und zum Löschen kam aus den Tanklöschfahrzeugen. Zwei Trupps Atemschutzträger waren im Einsatz. Sie löschten im Stall und dem Dachgeschoss. Überall befand sich Stroh. „Die Kameraden der Feuerwehr löschten den Brand rasch, so dass ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude nebenan verhindert wurde“, teilte der Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz mit.

Insgesamt waren 26 Kameraden mit sieben Fahrzeugen vor Ort. Nach einem Kontrollgang wurden die Löscharbeiten beendet und die Kameraden rückten gegen 12 Uhr in die Gerätehäuser ein. Damit war der Dienst aber noch nicht beendet. Denn die Feuerwehrleute müssen alles so wieder herrichten, dass die Einsatzbereitschaft gewährleistet ist.

Vor Ort waren neben Rettungssanitätern auch Einsatzkräfte der Polizei. Personen kamen nicht zu Schaden, weil das Rittergut und die Nebengebäude nicht bewohnt sind. Die Pressestelle teilte auf Anfrage mit, dass am Gebäude kein Schaden entstanden sei. Der sonstige Sachschaden betrage wenige Hundert Euro.

Eigentümer Johannes Werner Kraus von Sande war nicht vor Ort. Ihn hatten der Nachbar und die Polizei über den Brand informiert. „Ich bin sehr betroffen und mache mir Gedanken, wie sich das Stroh hat entzünden können“, sagte Kraus von Sande auf Nachfrage des DA. Er habe erst kürzlich das hintere Fenster der garagenähnlichen Einfahrt verschlossen. „Es war also nicht möglich, dass dort jemand eine Zigarette oder etwas anderes Brennbares hin-einwerfen hätte können“, sagte der Gebäudeeigentümer. Für ihn sei das beunruhigend, denn er müsse fast davon ausgehen, dass der Brand gelegt wurde.

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„Ich war jetzt an einem Punkt, an dem ich wusste, wie es weitergehen soll. Erst in der vergangenen Woche war ich mit den beiden Amtstierärzten vor Ort, um mit ihnen über mein Vorhaben und die damit verbundenen Auflagen zu sprechen“, so Kraus von Sande. Im ehemaligen Kavaliershaus und der Scheune nebenan könnte eine Hunde- und später auch Pferdezucht entstehen.

„Es geht um die Zucht und Ausbildung von sogenannten Protectiondogs. Dabei handelt es sich um Wachhunde. Die Nachfrage ist groß, da sich immer mehr Besitzer von größeren Anwesen aus Sicherheitsgründen Hunde halten. Ich habe auf diesem Gebiet bereits etwa 20 Jahre Erfahrung, auch im internationalen Verkauf“, so Kraus von Sande. Er wolle in Obersteina eine Art Zentrum für Hund/Pferd und Fisch etablieren. Zurzeit sei er gerade im Jagdstall der Wittelsbacher, einem der ältesten deutschen Adelshäuser, um sich das entsprechende Know-how anzueignen.

Auch im Haupthaus sei es in den vergangenen Wochen vorwärtsgegangen. Ein Kamin ist saniert, so dass einige Räume beheizt werden können. Das mache aber erst Sinn, wenn auch die Fenster im hinteren Bereich des Hauses Scheiben bekommen haben.

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