• Einstellungen
Mittwoch, 15.11.2017

Streit um Fahrplandaten

Ein Softwareentwickler möchte eine Nahverkehrs-App basteln. Doch die DVB unterstützen ihn nicht.

Von Theresa Hellwig

23

Will die Fahrplandaten der DVB: Constantin Müller.
Will die Fahrplandaten der DVB: Constantin Müller.

© Rene Meinig

Dresden. Constantin Müller hat ein Problem. Und nicht nur er: VW hat es auch, wie Carsten Krebs, Pressesprecher der Gläsernen Manufaktur, im Oktober auf einer Podiumsdiskussion erzählte. Müller versteht es nicht: „Es wäre gar kein Mehraufwand.“ Schon seit Langem hat der Softwareentwickler ein Ziel vor Augen: Er möchte eine alternative Nahverkehrs-App für Dresden basteln. Sein Problem: Die Verkehrsbetriebe geben die Fahrplanrohdaten nicht heraus.

Sicher, es gibt bereits eine DVB-Anwendung fürs Smartphone. Die findet Müller jedoch nicht gut genug. Er möchte eine App, in der Informationen zu Carsharing und Leihfahrrädern gleich mit eingebaut werden. Eine App, die einheitlich ist für viele Städte. Vor allem geht es ihm ums Prinzip: „Ich will, dass es die Möglichkeit gibt, alternative Apps entstehen zu lassen“, sagt er und erklärt: „Aus dem gleichen Grund, aus dem es verschiedene Autos gibt.“ Geld verdienen möchte Müller damit nicht. Es gibt bereits einen fertigen Baukasten für eine solche Anwendung, in die er die Daten lediglich einpflegen müsste. Andere Städte nutzen „Transitapp“ und „Citymapper“ bereits. Von einer solchen Anwendung, so findet Müller, würden die Verkehrsbetriebe nur profitieren. Schließlich würden mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, wenn dies einfacher würde. Seit Jahren streitet der 23-Jährige deshalb mit den DVB und dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Auf Nachfrage antworten diese nur ausweichend. Zu den Anfragen von Müller möchten sie sich nicht äußern. Falk Lösch von den DVB sagt, generell müsse der VVO die Entscheidung fällen. Der VVO sagt, die 14 Unternehmen des Verbundes seien sich uneinig.

Auch Datenbankexperte Maik Thiele von der Technischen Universität Dresden findet, dass die Datenherausgabe langsam an der Zeit ist: „Für meine Verhältnisse mahlen die Mühlen zu langsam.“ Er verweist auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2015. Dieser sieht vor, dass der Oberbürgermeister ein Konzept zur Herausgabe von städtischen Daten vorlegt. Einige Daten der DVB als städtisches Unternehmen, beispielsweise Haltestellen und Streckenverläufe, müssten laut Thiele deshalb veröffentlicht werden.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Seite 1 von 5

Insgesamt 23 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Falsche Aussage

    Die Aussage in dem Artikel ist schlichtweg falsch. Es gibt seit Jahren eine alternative Fahrplan-App für den Dresdner öffentlichen Nahverkehr. Und diese App funktioniert zuverlässig, schnell und ist bedienungsfreundlich. Sie hat natürlich nicht alle Zusatzfunktionen und -informationen wie die DVB-App, dafür ist sie schneller. Offensichtlich hat diese App alle nötigen Informationen. Die App heißt "Faplino". Und nein, ich habe nichts mit der App zu tun. Ich frage mich nur was der Gefälligkeitsartikel soll.

  2. Zwön

    Die DVB geben doch regelmäßig alle im Artikel monierten Daten heraus. Die Sammlung nennt sich Fahrplan und ist an allen Servicezentren erhältlich.

  3. Nochmal Falsche Aussage

    Ich glaube den Grund für den Artikel gefunden zu haben. Ist auf dem dazugehörenden Bild zu sehen. Es ist das Mietfahrrad der Sächsischen Zeitung. Das ist natürlich nicht auf den existierenden App's zu finden. Ist ja auch nicht deren Aufgabe. Und: Wenn's nicht läuft, dann sind nicht immer die Anderen Schuld.

  4. Dresdner

    @1+2: Es geht um aktuelle Rohdaten. Faplino, Öffi usw. greifen verarbeitete Daten mit Sollzeiten auf. Darum erscheinen dort auch keine Verspätungsangaben usw. Der DVB, respektive VVO sollte sich am VBB orientieren. Echtzeiten mit Livekarte sind dort längst Standard. In Dresden bzw. Sachsen wird man mit Fahrplanzeiten abgespeist, die so gut wie nie stimmen. Ein regelmäßiger VVO-Verbundraumnutzer.

  5. Thomas

    Mag sein, dass ich die Sache falsch sehe, aber wenn ich zum Nutzen dieser App, wie aus den Bild ableitbar, einen Laptop statt eines Smartphones brauche, scheint es mir etwas unhandlich zu sein. Gerade wenn man vielleicht mit Taschen und Gepäck unterwegs ist.

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 5

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.