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Samstag, 14.04.2018 Kommentar

Streiken für die richtige Sache

Von Sandro Rahrisch

SZ-Redakteur Sandro Rahrisch.
SZ-Redakteur Sandro Rahrisch.

© Andre Wirsig

Alle zwei Jahre streiken Dresdens Erzieherinnen und Erzieher. Meist tun sie das stellvertretend für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Immerhin verschafft man sich so Gehör. Am Freitag waren um die 16 000 Dresdner Kinder betroffen. Rechnet man deren Eltern und Großeltern dazu, kann man sich der Aufmerksamkeit von 80 000 Menschen in der Stadt sicher sein. Natürlich werden die Erzieherinnen und Erzieher nicht Nein sagen, wenn es dadurch auch für sie mehr Geld gibt. Wer würde das schon?

Trotzdem muss man sich fragen, ob sie für die richtige Sache ihre Arbeit ruhen lassen. Warum kämpfen sie nicht für bessere Arbeitsbedingungen? Dafür, dass zwölf Kindergarten-Kinder in Zukunft nicht mehr von einer Person betreut werden müssen? Die Arbeitstage wären weniger stressig und ermüdend. In ihrer Ausbildung lernen Erzieherinen und Erzieher so viel, um die Entwicklung der Kinder zu fördern. Man darf bezweifeln, dass alle diese Techniken umgesetzt werden können. Würden sie dafür streiken, hätten sie und die Familien etwas davon.

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