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Mittwoch, 03.01.2018

Sternsinger auf Tour

Bis zum Sonnabend sind Kinder unterwegs, um Spenden zu sammeln. Der Erlös kommt Gleichaltrigen in Indien zugute.

Elias, Emanuel, Melissa und Jonathan (von links) sind vier von 31 Mädchen und Jungen aus Bischofswerda und Umgebung, die sich am diesjährigen Dreikönigssingen beteiligen.
Elias, Emanuel, Melissa und Jonathan (von links) sind vier von 31 Mädchen und Jungen aus Bischofswerda und Umgebung, die sich am diesjährigen Dreikönigssingen beteiligen.

© Rocci Klein

Kamenz. In ihren bunten Gewändern und mit den glänzenden Kronen sind sie auf der Straße nicht zu übersehen – Elias, Emanuel, Melissa, Jonathan und die anderen Sternsinger. Ausgesandt wurden sie vor dem Jahreswechsel von der katholischen St.-Benno-Gemeinde Bischofswerda. 31 Kinder beteiligen sich an der diesjährigen Sternsingeraktion, die zugleich die 60. ist.

Bis zum 6. Januar stehen insgesamt 110 Adressen in Bischofswerda, Großröhrsdorf und Pulsnitz sowie in umliegenden Gemeinden der drei Städte auf ihren Besuchslisten. Es sind Familien und Einrichtungen, die die Sternsinger eingeladen haben. Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar überbringen den Neujahrssegen und schreiben über die Haus- oder Wohnungstür, eingerahmt von der Jahreszahl 2018, die drei Buchstaben CMB. Diese stehen für Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus. Vor allem aber sammeln die Sternsinger Spenden für Kinder in armen Ländern.

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“, heißt das Leitwort der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300 000 Sternsinger unterwegs sind. Mit ihrem Motto machen sie darauf aufmerksam, wie sehr Kinder weltweit unter gefährlicher, gesundheitsgefährdender und ausbeuterischer Arbeit leiden. „Armut und ein fehlendes gesichertes Einkommen der Eltern sind die Hauptursachen von Kinderarbeit“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Neben Gesetzen gegen Kinderarbeit sind deshalb staatliche und zivilgesellschaftliche Programme nötig, die einen Weg aus der Armut ermöglichen und Familien in die Lage versetzen, auf den Lohn ihrer Kinder zu verzichten. Armut und Ausbeutung bekämpfen, Schulbesuch fördern, arbeitende Kinder zu Wort kommen lassen, das eigene Konsumverhalten überprüfen – so lauten einige der Forderungen der Sternsingeraktion. Sie gilt als größte Solidaritätsbewegung von Kindern weltweit.

Die Sternsinger kommen zum einen aus Familien, die der St.-Benno-Gemeinde angehören. Zahlreiche Kinder kommen aber auch aus evangelischen Elternhäusern, sagt Gabriele Römer von der St.-Benno-Gemeinde. Auf einem gemeinsamen Sternsingertreffen am Buß- und Bettag wurden sie mit dem Leitwort der Aktion vertraut gemacht. Bei der 59. Aktion vor einem Jahr sammelten die Sternsinger rund 46,8 Millionen Euro. In der Region zwischen Bischofswerda und Pulsnitz wurden in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 4 000 und 4 500 Euro gespendet. (SZ)

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