• Einstellungen
Dienstag, 02.01.2018

Sternsinger auf Tour

Bis zum Sonnabend sind Kinder zwischen Bischofswerda und Pulsnitz unterwegs, um Spenden zu sammeln. Der Erlös kommt Gleichaltrigen in Indien zugute.

Elias, Emanuel, Melissa und Jonathan (von links) sind vier von 31 Mädchen und Jungen aus Bischofswerda und Umgebung, die sich am diesjährigen Dreikönigssingen beteiligen.
Elias, Emanuel, Melissa und Jonathan (von links) sind vier von 31 Mädchen und Jungen aus Bischofswerda und Umgebung, die sich am diesjährigen Dreikönigssingen beteiligen.

© Rocci Klein

Bischofswerda. In ihren bunten Gewändern und mit den glänzenden Kronen sind sie auf der Straße nicht zu übersehen – Elias, Emanuel, Melissa, Jonathan und die anderen Sternsinger. Ausgesandt wurden sie vor dem Jahreswechsel von der katholischen St. Bennogemeinde Bischofswerda. 31 Kinder beteiligen sich an der diesjährigen Sternsingeraktion, die zugleich die 60. ist. Bis zum 6. Januar stehen insgesamt 110 Adressen in Bischofswerda, Großröhrsdorf und Pulsnitz sowie in umliegenden Gemeinden der drei Städte auf ihren Besuchslisten. Es sind Familien und Einrichtungen, die die Sternsinger eingeladen haben. Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar überbringen den Neujahrssegen und schreiben über die Haus- oder Wohnungstür, eingerahmt von der Jahreszahl 2018, die drei Buchstaben CMB. Diese stehen für Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus. Vor allem aber sammeln die Sternsinger Spenden für Kinder in armen Ländern.

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt das Leitwort der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300 000 Sternsinger unterwegs sind. Mit ihrem Motto machen sie darauf aufmerksam, wie sehr Kinder weltweit unter gefährlicher, gesundheitsgefährdender und ausbeuterischer Arbeit leiden. „Armut und ein fehlendes gesichertes Einkommen der Eltern sind die Hauptursachen von Kinderarbeit“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Neben Gesetzen gegen Kinderarbeit sind deshalb staatliche und zivilgesellschaftliche Programme nötig, die einen Weg aus der Armut ermöglichen und Familien in die Lage versetzen, auf den Lohn ihrer Kinder zu verzichten. Armut und Ausbeutung bekämpfen, Schulbesuch fördern, arbeitende Kinder zu Wort kommen lassen, das eigene Konsumverhalten überprüfen – so lauten einige der Forderungen der Sternsingeraktion. Sie gilt als größte Solidaritätsbewegung von Kindern weltweit. „Auch bei Formen ausbeuterischer Kinderarbeit geht es um Produkte, die nach Deutschland exportiert werden“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Wenn wir weniger konsumieren und Produkte aus dem Fairen Handel bevorzugen, nehmen wir unsere Verantwortung in globalen Fragen wahr. Auch das ist ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung von Kinderarbeit.“

Die Sternsinger, die seit vergangenem Freitag im Schiebocker Land unterwegs sind, kommen zum einen aus Familien, die der St. Bennogemeinde angehören. Zahlreiche Mädchen und Jungen kommen aber auch aus evangelischen Elternhäusern, sagt Gabriele Römer von der St. Bennogemeinde. Auf einem gemeinsamen Sternsingertreffen am Buß- und Bettag wurden sie mit dem Leitwort der Aktion vertraut gemacht und auf das Dreikönigssingen vorbereitet. Dies geschah im evangelischen Kirchgemeindehaus, während die beiden großen christlichen Kirchgemeinden in der Stadt den ursprünglich evangelischen Buß- und Bettag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen St. Bennokirche gemeinsam begingen.

Bei der 59. Aktion vor einem Jahr sammelten die Sternsinger rund 46,8 Millionen Euro. Im Raum Bischofswerda wurden in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 4 000 und 4 500 Euro gespendet. (SZ)