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Mittwoch, 11.10.2017

Steinalte Liebende sterben im Feuer

Ein Feuerwehrmann kämpft in Santa Rosa gegen die Flammen eines brennenden Hauses.
Ein Feuerwehrmann kämpft in Santa Rosa gegen die Flammen eines brennenden Hauses.

© dpa

San Francisco. Sie lebten und starben zusammen: Bei den schweren Wald- und Buschbränden im Norden Kaliforniens sind auch ein 100 Jahre alter Mann und seine zwei Jahre jüngere Frau ums Leben gekommen. Die waren seit 75 Jahren miteinander verheiratet, wie US-Medien am Dienstagabend (Ortszeit) berichteten. Demnach wurden Charles und Sara Rippey in ihrem Haus in Napa County nördlich von San Francisco Opfer der Flammen.

Fotos vom Flammeninferno

Ihr ältester Sohn, Mike Rippey, sagte, dass seine Mutter seit einem Schlaganfall vor fünf Jahren gelähmt gewesen sei und daher keine Chance gehabt habe, dem Feuer zu entkommen. „Mein Vater schlief in einem anderen Zimmer, und wir haben ihn auf dem halben Weg zu ihrem Zimmer gefunden, er hat es also nicht mehr bis zu ihr geschafft“, sagte er. Sein Bruder Chuck Rippey sagte, er habe einen Anruf bekommen, dass das Haus brenne, und habe es einige Stunden nach dem Feuer erreicht.

„Sie lebten ein langes Leben. Es war ein großartiges Leben, und sie waren glücklich bis zur letzten Minute“, sagte Mike Rippey über seine Eltern. Sie seien zusammen gestorben und hätten niemals einander allein lassen wollen. „So war es für uns alle fast unmöglich, uns vorzustellen, dass einer von ihnen eher stirbt.“

Insgesamt hat sich die Zahl der Toten bei den verheerenden Wald- und Buschbränden im Norden Kaliforniens hat sich auf mindestens 17 erhöht. Das bestätigten Vertreter der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Über 100 Menschen wurden verletzt, viele wurden auch in der Nacht zum Mittwoch weiterhin vermisst. 20 000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Bei starken Winden hatte sich mehr als ein Dutzend Brände ausgebreitet. Feuerwehrchef Ken Pimlott bezifferte die Zahl der aktiven Feuer am Dienstag (Ortszeit) auf 15. Weit mehr als 2000 Gebäude sind abgebrannt. „Es ist die reine Zerstörung“, sagte Pimlott.

Mehr als 400 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. Dazu kommen nach Angaben von CNN etwa 4000 Ersthelfer, Freiwillige und Militärs.

In der Stadt Santa Rosa wurde eine Ausgangssperre verhängt, um Plünderungen zu verhindern. In der Kleinstadt mit rund 175 000 Menschen brannten mehrere Wohngebiete ab.

US-Präsident Donald Trump sagte, die Bundesregierung sei an der Seite der Kalifornier. Die Brände hätten eine furchtbare Tragödie verursacht. „Die Menschen haben mein größtes Mitgefühl. Sie machen eine Menge durch“, sagte Trump am Rande einer Ehrung im Weißen Haus.

Die Aussichten auf durchgreifende Linderung für Kalifornien standen zuletzt nicht sehr gut. Für Mittwoch wurden weitere Winde vorhergesagt, die mit starken Böen die Brände anfachen können. (dpa)

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