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Dienstag, 14.11.2017

Starkes Teamgefühl

Die Turnerinnen des DSC trauen sich etwas, das Lob der Gäste ist der beste Lohn. Daran haben viele ihren Anteil.

Von Sven Geisler

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Nur strahlende Gesichter sah man am Samstag bei der Turn-Bundesliga in Dresden. Marlene Bindig vom DSC drückt ihre Teamkameradinnen nach dem Tagessieg in der zweiten Liga.
Nur strahlende Gesichter sah man am Samstag bei der Turn-Bundesliga in Dresden. Marlene Bindig vom DSC drückt ihre Teamkameradinnen nach dem Tagessieg in der zweiten Liga.

© Matthias Rietschel

Lena Kautzsch (l.) und Jennifer Geißler durften die Anzeigetafel bedienen.
Lena Kautzsch (l.) und Jennifer Geißler durften die Anzeigetafel bedienen.

© Matthias Rietschel

Es fällt kein einziges kritisches Wort, dafür gibt es umso mehr Lob. Und was für die Turnerinnen des Dresdner SC gilt, nämlich dass sie als Mannschaft eine starke Leistung abgeliefert haben, lässt sich auch für den Verein sagen. „Wir haben ein halbes Jahr intensiv an der Vorbereitung gearbeitet“, sagt Abteilungschefin Birke Tröger. „Das Schönste war dieses Teamgefühl, dass so viele mitmachen und sich engagieren, ohne zu fragen: Was kriege ich dafür?“

65 Helfer haben zum Erfolg einer Veranstaltung beigetragen, die es so in Dresden zuletzt vor 18 Jahren gegeben hatte. Diese lange Abstinenz dürfte ein Grund für die große Resonanz sein. Fast 1 800 Zuschauer hat die Turn-Bundesliga selten, und auch eine Weltmeisterin weiß das zu schätzen. „Ich war sehr erstaunt, dass so viele Leute gekommen sind. Das ist toll fürs deutsche Turnen“, meint Pauline Schäfer, die Anfang Oktober Gold am Schwebebalken gewonnen hat.

Und auch die Gäste sind begeistert von den Gastgebern. „Es war unglaublich schön, in Dresden nach so vielen Jahren eine so tolle Turn-Veranstaltung ausrichten zu dürfen“, sagt Jens-Uwe Kunze. Der Präsident der Deutschen Turnliga (DTL) hat keine Zeit verstreichen lassen, sondern Sportbürgermeister Peter Lames unmittelbar danach direkt angesprochen. „Er meinte, wir dürfen gerne wiederkommen, und wir werden wiederkommen. Es soll auf keinen Fall noch mal so lange dauern“, verspricht Kunze.

Allerdings ist das unter dem Eindruck dieses gelungenen Nachmittags doch leichter gesagt als getan. Denn tatsächlich ist es für den Verein eine Herausforderung und auch ein finanzielles Risiko, sich einen Bundesliga-Wettkampf zuzutrauen. „Wir hatten Lust drauf“, sagt Tröger. „Natürlich muss man das vorher abwägen, denn wir können es uns nicht leisten, finanziell draufzuzahlen. Die Unterstützung für einen Sport wie unseren ist leider nicht so groß wie etwa im Fußball.“ Trotzdem haben sie sich beim DSC dafür entschieden und mit rund 15 000 Euro kalkuliert. Das erklärt die vergleichsweise hohen Preise sowohl für Tickets als auch beim Catering, das von einer Bäckerei unterstützt und vielen Freiwilligen umgesetzt wurde.

Unter dem Strich soll eine schwarze Null stehen. Es ist noch nicht abgerechnet, sieht aber gut aus. Gewinn hat der DSC aber auf jeden Fall gemacht, wie Tröger erklärt. „Der Aufwand hat sich gelohnt – vor allem emotional. Dass wir es geschafft haben, so viele Leute hierher zu locken, macht uns stolz.“

Das können sie sein, meint auch die Bundestrainerin. „Ich finde es toll, dass Dresden einen super Wettkampf ausgerichtet hat und so viele Turnbegeisterte dabei waren“, sagt Ulla Koch – und sie blickt auf die Bodenfläche, auf der sich die Nachwuchsturnerinnen des DSC mit einem Tanz präsentieren. „Ich hoffe, dass sie weiter gute Arbeit leisten, vor allem im Nachwuchs. Aber wenn ich die Kleinen sehe, mache ich mir da keine Sorgen.“ Für die Mädels, die auch die Wertungen an den Anzeigetafeln eingeben durften, war es ein Riesenerlebnis, nicht nur die besten Turnerinnen des Vereins, sondern des Landes live zu erleben. „Es hat riesigen Spaß gemacht in Dresden zu turnen, und das hat man uns auch angesehen“, meint die Olympia-Vierte am Stufenbarren, Elisabeth Seitz.

Für den DSC geht es nach einer kurzen Verschnaufpause weiter: mit den Vorbereitungen zur Turngala am 14. Januar 2018. Das wird bereits die 20., und die Jubiläumsshow soll wieder ein Höhepunkt werden.

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