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Donnerstag, 11.01.2018

Stadthalle „Krone“ schließt

Ab März gibt es keine Veranstaltungen mehr, kündigt der Eigentümer an. Und das, obwohl es Anfragen gibt.

Von Von Marleen Hollenbach

Endglültiges Aus für die Krone in Bautzen.
Endglültiges Aus für die Krone in Bautzen.

© Uwe Soeder

Bautzen. Die Stadt Bautzen muss künftig auf einen Veranstaltungssaal verzichten. Ab März stellt der Eigentümer den Betrieb der Krone ein. „Wir haben einigen Künstlern schon Absagen erteilt“, erklärt Alexander Kindermann, Unternehmenschef der Onnasch-Gruppe aus Berlin. Ohne Unterstützung ließe sich der Betrieb nicht aufrechterhalten. „Man muss vor Ort sein. Von Berlin aus können wir das nicht organisieren“, so Kindermann. Mindestens zwei Mitarbeiter müsste der Eigentümer einstellen, um den Betrieb der Stadthalle aufrecht zu erhalten. Doch das möchte er nicht.

Bislang wurde die Krone vom benachbarten Best-Western-Hotel mitbetreut. Das Vier-Sterne-Haus gehörte seit 1991 ebenfalls zur Onnasch-Gruppe. Dadurch entstanden wichtige Synergien. Bei Veranstaltungen in der Krone übernahm das Hotel das Catering. Außerdem konnten Besucher nach dem Event gleich im Hotel übernachten. Doch weil sich die Onnasch-Gruppe stärker auf den Berliner Markt konzentrieren will, verkaufte sie im vergangenen Sommer das Vier-Sterne-Haus. Damit fiel bei der Krone allerdings auch die Unterstützung durch das Hotel weg.

Für den Parkplatz hat die Entscheidung zur Krone aber keine Auswirkungen. Den möchte Kindermann so lange betreiben, wie er noch Eigentümer des Areals ist. Seit Monaten plant er, die Fläche an der Töpferstraße samt Stellplätzen und Veranstaltungshalle zu verkaufen. Bislang hatte er betont, dass er die Krone am liebsten an die Stadt abgeben würde. Der Verkaufspreis sorgt allerdings für Diskussionen. Für 2,2 Millionen Euro könnte das Areal den Besitzer wechseln. Doch für Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) ist diese Summe zu hoch. Mindestens, so erklärt er, müssten noch 800 000 Euro für den Abriss des Hauses vom Preis abgezogen werden.

Laut Kindermann haben sich mittlerweile auch andere Interessenten gemeldet. Einer könnte sich vorstellen, aus der Halle ein Logistikzentrum zu machen. Ein anderer plant den Abriss und will auf dem Areal ein Altersheim errichten.

Die Stadthalle Krone war zu DDR-Zeiten die Adresse für Kultur, Jugendweihen und Abschlussfeiern. In den vergangenen Jahren fanden hier nur noch sporadisch Konzerte, Discos oder Ausstellungen statt.

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