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Freitag, 29.12.2017

Stadt lehnt Aldi-Wunschstandort ab

Der Discounter will seine Filiale grundlegend modernisieren und sucht dafür eine neue Fläche. Bisher erfolglos. Jetzt hoffte er auf das geplante Wohngebiet.

Von Sven Görner

Symbolbild
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© Maurizio Gambarini/dpa

Radeburg. Im September hatte der Radeburger Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für ein neues Wohngebiet an der Großenhainer Straße gefasst. Im November wurde im Technischen Ausschuss der Vorentwurf präsentiert. Das insgesamt 4,1 Hektar große Gebiet befindet sich am Ortsausgang Richtung Rödern. Die Fläche gehört der Stadt, ebenso wie der zur Straße Am Rödergraben hin angrenzende Streifen. Auf diesem wurden in den vergangenen Wochen Bäumchen gepflanzt. Nicht durch die Stadt Radeburg, sondern im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Die so entstehende Streuobstwiese ist eine der Umweltausgleichsmaßnahmen für den bereits erfolgten Autobahnausbau.

Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet soll nach dem jetzigen Planungsstand über eine Anschlussstraße an die Großenhainer Straße erfolgen. Zudem soll es einen Fuß- und Radweg in Richtung Meißner Berg geben. Entstehen könnten rund 40 Grundstücke mit einer Fläche zwischen 750 und 850 Quadratmetern. Diese sollen nach dem derzeitigen Stand um die einer eckigen Acht gleichenden Wohngebietsstraße angeordnet werden.

Interesse haben die Pläne für das neue Wohngebiet aber nicht nur bei Familien geweckt, die ein Baugrundstück suchen. Nach dem Aufstellungsbeschluss erhielt das Rathaus auch eine Anfrage der Aldi GmbH & Co. KG aus Wilsdruff. Diese möchte schon seit einiger Zeit die Filiale in Radeburg grundlegend modernisieren. Die seit knapp 15 Jahren mit einem unveränderten Erscheinungsbild genutzte Mietfläche in einer zudem noch schlecht sichtbaren Lage bietet nicht die vom Unternehmen angestrebten Entwicklungsmöglichkeiten. Bemühungen des Discounters, ein geeignetes Grundstück in Radeburg für einen zeitgemäßen Aldi-Markt in der Stadt zu finden, blieben bisher erfolglos.

Mit dem Bebauungsplan der Stadt für das Wohngebiet Großenhainer Straße schöpfte das Unternehmen nun neue Hoffnung. Es fragte daher bei der Stadtverwaltung an, ob in dem neuen Gebiet eine 6 000 bis 7 000 Quadratmeter große Fläche entlang der Straße für den Bau eines Marktes geplant und verkauft werden könnte. Der Neubau könnte für die Wohnhäuser dahinter gleich als Schallschutz dienen, so ein Argument. Die durch den Markt für die Wohnbebauung verloren gehende Fläche könnte gegebenenfalls durch die Einbeziehung angrenzender Grundstücke kompensiert werden, lautete ein weiteres.

In der jüngsten Stadtratssitzung wurde die Anfrage klar abgelehnt. „Es ist nachvollziehbar, dass Aldi nach einem neuen Standort sucht“, so Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). Allerdings würden dadurch zu viele Wohnbau-Grundstücke verloren gehen. Denn die Flächen für eine Kompensierung befinden sich weder im Eigentum der Stadt, noch sind diese im Flächennutzungsplan für Wohnzwecke ausgewiesen. Zudem würde es durch den Markt zu einer weiteren Verkehrskonzentration in diesem Bereich kommen.