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Mittwoch, 14.02.2018

Stadt hilft beim Abriss des „Puck“

Der Weißwasseraner Stadtrat hat beschlossen, 55 000 Euro als Eigenmittel für den Abriss des ehemaligen Pucks beizusteuern. Dazu ist die Stadt verpflichtet, weil es ein Fördergebiet gibt.

Von Christian Köhler

Viel ist vom ehemaligen „Puck“ in Weißwasser an der Lutherstraße schon nicht mehr zu sehen. Hier soll später das Denkmal „Lebensfreude“ von der ehemaligen 10. Oberschule wieder aufgestellt werden.
Viel ist vom ehemaligen „Puck“ in Weißwasser an der Lutherstraße schon nicht mehr zu sehen. Hier soll später das Denkmal „Lebensfreude“ von der ehemaligen 10. Oberschule wieder aufgestellt werden.

© Christian Köhler

Weißwasser. Noch im vergangenen Jahr hat die Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser mbH (WBG) den ehemaligen „Puck“ in Weißwasser gekauft. Ziel dabei war es, so begründete WBG-Chefin Petra Sczesny den Kauf, einen Teil des Gebäudes zurückzubauen und einen städtebaulichen Missstand zu beseitigen. Ferner, so erläutert Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) während der jüngsten Ratssitzung, sollte auch der „Drogenumschlagplatz Nummer eins der Stadt dort verschwinden“. Schließlich entstehe einerseits direkt daneben die neue Kita „Regenbogen“ und andererseits sei es auch bei der WBG, deren Geschäftsstelle in unmittelbarer Nähe des „Pucks“ liegt, immer wieder zu Sachbeschädigungen gekommen, wie die WBG-Geschäftsführerin gegenüber dem TAGEBLATT bestätigte.

Das Areal des „Pucks“ ist nun vom Weißwasseraner Stadtrat mit in das Fördergebiet „Innenstadt“ übernommen worden. Die Mehrheit der Räte hat bei drei Enthaltungen von Kathrin Jung, Ronald Krause (beide SPD) und Heinz Schreiber (Linke) dem Vorschlag zugestimmt.

Hintergrund ist, dass durch das bestehende Fördergebiet maximal 165 000 Euro für die Gesamtmaßnahme am ehemaligen „Puck“ förderfähig sind, erläuterte Bauamtsleiter Thomas Böse während der jüngsten Ratssitzung. Die Stadt beteiligt sich nun mit 55 000 Euro an den Kosten. Insgesamt profitiere das gesamte Areal davon, weil „ein städtebaulicher Missstand beseitigt wird“, so Thomas Böse, „was sonst unterbleiben würde, wenn wir nicht fördern würden.“ Mit der Sächsischen Aufbau Bank (SAB) als Fördermittelgeber sei dies auch so abgesprochen gewesen. Die WBG ihrerseits will nach dem Abriss Grünflächen schaffen und das Denkmal „Lebensfreude“, das sich einst an der zurückgebauten Schule in der Straße der Jugend befand, wieder aufstellen.

Kritik an dem gesamten Prozedere wiederum äußerte Ronald Krause während der Ratssitzung, der meinte, „dass dies für die Stadt und den Steuerzahler kein gutes Geschäft“ gewesen sei. Sein Argument lautet: Der Eigenanteil der Stadt von 55 000 Euro hätte über Mieteinnahmen eingespielt werden können, wenn das Objekt auch von ihr gekauft worden wäre. Zu welchem Preis allerdings, erklärte Krause nicht. Auch nicht, ob die Mieter dann hätten weiterhin mit Strom und Wasser versorgt werden können. In Absprache mit den Stadtwerken Weißwasser sei dies nun gewährleistet, erklärt der Oberbürgermeister.

Timo Schutza (Klartext) erkundigte sich in diesem Zusammenhang beim Stadtoberhaupt, ob denn nicht das Gebäude vor mehreren Jahren schon einmal von der WBG hätte gekauft werden sollen. „Ja“, erwidert Torsten Pötzsch, „damals zu einem Preis von 170 000 Euro.“ Das jedoch war der WBG seinerzeit zu teuer, weshalb ein privater Investor schließlich das Gebäude für 150 000 Euro erworben hatte, so Pötzsch. 2016 wiederum wollte dieser das Objekt verkaufen – zu einem deutlich geringeren Preis als noch vor einigen Jahren. „Mit dem jetzigen Beschluss können wir weiter in der Stadt aufräumen“, so Pötzsch.