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Mittwoch, 15.11.2017 Aus dem Gerichtssaal

Staatsanwalt fordert neun Jahre Haft

Am dritten Prozesstag gegen einen 62-jährigen Koch wurden nun die Plädoyers gehalten. Der Mann hat gestanden, seine Partnerin erdrosselt zu haben.

Von Alexander Schneider

© dpa

Dresden. Die Tat ist erwiesen, wie es jedoch dazu kam, das sei offengeblieben. Mit diesem Eindruck begann Oberstaatsanwalt Christian Avenarius am Dienstag im Landgericht Dresden sein Plädoyer. Der Angeklagte Ulrich Z. (62) muss sich wegen Totschlags verantworten. Der arbeitslose Koch hatte zum Prozessauftakt vergangene Woche gestanden, am 2. März Martina B. in deren Wohnung in Weißig mit einem Bademantelgürtel erwürgt zu haben. Seine gleichaltrige Lebensgefährtin habe ihm zuvor massive Vorwürfe gemacht und ihn gedemütigt.

Aus Z.s Schilderungen war erkennbar, dass er und seine Partnerin ein ungleiches Paar waren. Er habe auch gewusst, dass B. neben ihm Kontakte zu anderen Männern gehabt habe. Sie habe ihm lange verheimlicht, dass sie erhebliche finanzielle Probleme gehabt habe. Zeugen berichteten, dass die beiden immer wieder lautstark gestritten hätten. Diese Auseinandersetzungen seien, so Avenarius, „alltäglich“ gewesen. Daher sei diese massive Tat nicht ohne Weiteres nachzuvollziehen. Minutenlang muss Z. die Frau gewürgt haben, ehe sie das Bewusstsein verlor. Der Staatsanwalt rechnete dem Angeklagten hoch an, dass er sich unmittelbar nach der Tat selbst gestellt hatte. Avenarius plädierte auf eine Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Verteidigerin Katja Reichel hält dagegen sechseinhalb Jahre für ausreichend. Auch sie sprach davon, dass sich diese beiden Menschen besser nicht getroffen hätten. Ihr Mandant sei kein klassischer Totschläger. Ulrich Z. selbst bat zuletzt Angehörige von B. und ihm selbst um Entschuldigung. Das Schwurgericht will das Urteil am Montag, 15 Uhr, verkünden.

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