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Freitag, 13.10.2017

Sprengung im Raketenbunker

Der Zeitplan für die geplanten Materialtests im Masseneiwald bei Seeligstadt steht. Vor der Entscheidung gibt es aber einen weiteren Testlauf.

Von Ingolf Reinsch

In einem ehemaligen Raketenbunker in der Massenei zwischen Seeligstadt und Großröhrsdorf soll es eine zweite Probesprengung geben.
In einem ehemaligen Raketenbunker in der Massenei zwischen Seeligstadt und Großröhrsdorf soll es eine zweite Probesprengung geben.

© Thorsten Eckert

Seeligstadt. Mitte November wird es eine zweite Probesprengung in einem ehemaligen Raketenbunker in der Massenei zwischen Seeligstadt und Großröhrsdorf geben. Diesen Termin nannte jetzt Andreas Wichor auf Anfrage der SZ. Der Unternehmer möchte auf dem einstigen Gelände der DDR-Armee neue Werkstoffe testen. Mit der zweiten Probesprengung reagieren er und das Landratsamt auf Bedenken der Stadt Großröhrsdorf. Sie befürchtet Schäden am Masseneibad infolge möglicher Erschütterungen. Entsprechende Messungen werden während des Testes deshalb auch am Bad durchgeführt, sagte Frances Lein, Pressesprecherin des Landratsamtes. Zusätzlich werden aber auch nochmals die Schallpegel, ebenfalls im Masseneibad, gemessen. Auf Grundlage der Ergebnisse verfasst das Kreisumweltamt eine immissionsschutzrechtliche Stellungnahme für das Bauordnungsamt des Landkreises. Letztendlich trifft diese Behörde die Entscheidung, ob die Sprengungen zulässig sind und die Baugenehmigung erteilt wird.

Andreas Wichor, Inhaber eines Unternehmens für Bohrungen und Sprengungen in Kreba-Neudorf, möchte das frühere Armeegelände, das zuletzt als Asylbewerberheim genutzt wurde, kaufen und die meisten Gebäude darauf abreißen. Flächen, die er für die Sprengungen nicht braucht, möchte er dem Forst zurückgeben, sodass sie wieder für die Bewirtschaftung des Waldes genutzt werden können. Er selbst brauche nur einen geringen Teil des Geländes, sagt Andreas Wichor. Die Gemeinde Großharthau unterstützt das Vorhaben.

Nach einer ersten Probesprengung Ende 2016 kamen die Experten zum Ergebnis, dass weder Erschütterungen noch unerlaubte Lärmbelastungen zu erwarten seien. Damals hatte sich während der Sprengung versehentlich die Bunkertür geöffnet.