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Freitag, 29.12.2017

Speedskater haben erste Hotels gebucht

2018 werden die Deutschen Meisterschaften im Speedskating erstmals in Großenhain ausgetragen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Von Jörg Richter und Thomas Riemer

Elisabeth Baier (links, mit der Startnummer 233) zählt zu den großen Titelhoffnungen des Großenhainer Rollsportvereins. Die junge Ebersbacherin ist zwar zum Eisschnelllauf nach Erfurt gewechselt. Doch für die Deutsche Speedskating-Meisterschaften zieht sie aller Voraussicht nach noch mal die Inliner an.
Elisabeth Baier (links, mit der Startnummer 233) zählt zu den großen Titelhoffnungen des Großenhainer Rollsportvereins. Die junge Ebersbacherin ist zwar zum Eisschnelllauf nach Erfurt gewechselt. Doch für die Deutsche Speedskating-Meisterschaften zieht sie aller Voraussicht nach noch mal die Inliner an.

© Archiv/Klaus-Dieter Brühl

Großenhain. Der Großenhainer Rollsportverein (GRV) gehört schon lange zu den deutschen Hochburgen im Speedskating. Zahlreiche Medaillen bei nationalen und internationalen Wettbewerben haben das bewiesen. Dass der Deutsche Rollsport- und Inlinerverband (DRIV) die Deutschen Meisterschaften 2018 nach Großenhain vergeben hat, ist eigentlich nur die logische Konsequenz für stetige Engagement der Röderstädter in dieser nichtolympischen Sportart.

Vom 25. bis 27. Mai werden die besten Speedskater Deutschlands im Husarenpark erwartet. Die GRV-Vorsitzende Ute Enger rechnet mit rund 250 Sportlern und mit mindestens noch mal so vielen Betreuern, wie Trainern, Physiotherapeuten oder einfach nur mitgereisten Eltern. „Da werden schon viele Leute im Husarenpark versammelt sein“, sagt die zweifache Master-Weltmeisterin auf der Marathondistanz. Und diese Massen müssen erst einmal untergebracht werden.

„Für die mehr als 20 Kampfrichter und Techniker haben wir schon ein Hotel gefunden“, verrät Ute Enger. Das sei gar nicht so einfach gewesen. Denn in Großenhain und der näheren Umgebung gibt es kaum Hotels. Und viele, die der GRV angesprochen hatte, seien an dem letzten Mai-Wochenende ausgebucht. Deshalb werden die DRIV-Funktionäre und Kampfrichter im Riesaer Hotel Mercure übernachten. Die Vereine, die ihre Sportler in Sachsens Speedskater-Hauptstadt schicken, würden sich selbst um Unterkünfte kümmern. Ute Enger weiß, dass ein Verein z. B. seine Leute im Spanischen Hof in Gröditz unterbringen will. – Die Hoteliers der Region schlagen also Kapital aus den Deutschen Meisterschaften in Großenhain.

Nun ist der GRV mittendrin, die Werbetrommel für diesen sportlichen Jahreshöhepunkt zu rühren. Vor drei Wochen wurde das neue Logo für die Deutschen Meisterschaften 2018 präsentiert. Es zeigt im Hintergrund die Silhouette von Großenhain mit Marienkirche und Rathausturm. „Außerdem haben wir Plakate entworfen, die bald vorgestellt werden“, sagt Ute Enger. Es seien noch tausend kleine Dinge zu erledigen.

Bald auch eine EM?

Und viel Zeit bleibt nicht mehr. Knapp 150 Tage, dann ertönt im Husarenpark der erste Startschuss. „Schon am Freitagmittag geht es los mit den Vorläufen. Das kennen wir aus vielen anderen Deutschen Meisterschaften, bei denen wir dabei waren“, erzählt die amtierende AK 50-Meisterin. Allerdings hat der DRIV noch keinen offiziellen Zeitplan für die Wettkämpfe übermittelt. Ute Enger: „Wir hoffen, dass wir ihn bis spätestens Ende Februar kriegen.“

Große Unterstützung gebe es auch von der Stadtverwaltung. Sie will für das hoffentlich vorsommerliche Wochenende Sonnenschirme und Bänke bereitstellen. Derzeit gibt es auch Überlegungen, eventuell eine kleine Tribüne für die Wettkampftage zu errichten. Und sobald der Winter vorbei ist, wird das 200-Meter-Oval meisterschaftsfähig hergerichtet – unter anderem mit frisch gezogenen Linien auf dem Asphalt.

„Aber das Herrichten des Wettkampfgeländes müssen wir schon selbst machen“, sagt Ute Enger. Sie ist sich sicher, dass sich viele der insgesamt rund 100 GRV-Mitglieder bei den Vorbereitungen tatkräftig einbringen werden. „Wir haben ein gutes Team“, so die Vereinsvorsitzende. „Wenn alle mit anpacken, schaffen wir das.“

Voraussichtlich steht auch eine Premiere ins Haus: Erstmals könnte es auf der Bahn Rennen unter Flutlicht geben. „Das ist sehr wahrscheinlich“, sagt Ute Enger. Allerdings muss der Deutsche Rollsport- und Inlinerverband noch zustimmen.

Das Speedskater-Oval, das erst vor wenigen Jahren errichtet wurde, wäre auch für Europameisterschaften geeignet. „Soweit lehnen wir uns nicht raus“, sagt Ute Enger. Aber eine gut organisierte Deutsche Meisterschaft kann durchaus als Bewerbung für eine EM dienen.