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Mittwoch, 13.09.2017 Kommentar

Sorgen der Menschen ernst nehmen

War der Wolf schuld am Tod eines Weißiger Kälbchens? Ein Gutachten des Landratsamtes lässt weiter Zweifel an der Einschätzung der Jäger.Catharina Karlshaus über den Umgang mit dem Tod des Kälbchens.

SZ-Redakteurin Catharina Karlshaus.
SZ-Redakteurin Catharina Karlshaus.

© Kristin Richter

Die Resignation aus den Worten der Jäger ist nicht zu überhören. Wieder einmal steht Aussage gegen Aussage, kommt ein Fachgutachten zu einem anderen Schluss, als die Experten vor Ort mit ihrer Erfahrung die Umstände eingeschätzt haben. Eine Beurteilung, ob das tote Kälbchen der Agrargesellschaft Weißig am Raschütz nahe Oelsnitz durch einen Wolf ums Leben gekommen ist, sei durch die spärliche Faktenlage nicht möglich. Das gilt es, erst einmal zu akzeptieren.

Was in diesem und anderen Fällen aber ganz deutlich wird: Wann immer der Wolf ins Spiel kommt, versteifen sich Befürworter und Skeptiker, engagierte Naturschützer und sorgenvolle Tierhalter oder eben Jäger gleichermaßen. Bist du dafür oder dagegen, scheint der Grundtenor zu lauten, aus dem sich letztlich eine aufgeheizte Stimmungslage ergibt.

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Da ist es geradezu bemerkenswert, dass die Projektleiterin des Rietschener Büros „Wölfe in Sachsen“ Vanessa Ludwig jederzeit sachlich und vor allem bereitwillig Auskunft gibt. Natürlich liegt der Biologin die erfolgreiche Rückkehr des Wolfes am Herzen. Das ist aus jedem ihrer Worte zu spüren. Aber sie erweckt zu keiner Zeit den Eindruck, sich den Sorgen oder Hinweisen zu verschließen. Gleich nun, ob am Telefon oder in den jährlich gut 250 Veranstaltungen, die sie und ihre Mitstreiter durch den ganzen Freistaat führen. Sie lässt dabei auch kritische Aspekte – die unweigerlich mit der Wiederansiedlung verbunden sind – gelten. Und darin liegt vielleicht der springende Punkt! Betroffene Menschen wie Frau Langkabel möchten mit ihren Ängsten, auch wenn sie vielleicht am Ende gar nicht berechtigt sind, ernst genommen werden. Vorsichtige Eltern, geschädigte Landwirte und achtsame Jäger ebenfalls. Das sollten all jene, die sich um das Wohl des Wolf mühen, nicht vergessen.

Mail an Catharina Karlshaus