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Montag, 20.03.2017

So wird es nichts mit dem Halbfinale

Die Lausitzer Füchse haben auch das zweite Auswärtsspiel in Kassel klar verloren. Hauptproblem ist die Chancenverwertung.

Von Frank Thümmler

Füchse-Stürmer Ryan Warttig rückte diesmal für den gesperrten Sean Fischer in die dritte Reihe und brachte dort vor allem seine Geschwindigkeit aufs Eis. Fischer und der diesmal überzählige Ausländer Kyle Just waren nicht mit in Kassel, nahmen dafür gemeinsam mit Geschäftsführer Dirk Rohrbach am Sonnabend in Niesky den SZ-Pokal als populärste Mannschaft entgegen. Vielleicht gibt ja auch das zusätzlichen Auftrieb.
Füchse-Stürmer Ryan Warttig rückte diesmal für den gesperrten Sean Fischer in die dritte Reihe und brachte dort vor allem seine Geschwindigkeit aufs Eis. Fischer und der diesmal überzählige Ausländer Kyle Just waren nicht mit in Kassel, nahmen dafür gemeinsam mit Geschäftsführer Dirk Rohrbach am Sonnabend in Niesky den SZ-Pokal als populärste Mannschaft entgegen. Vielleicht gibt ja auch das zusätzlichen Auftrieb.

© Malte Dieckmann

Selbst wenn die Lausitzer Füchse im Viertelfinal-Duell mit dem amtierenden Eishockey-Zweitliga-Meister alle ihre Heimspiele gewinnen sollten (was schwer genug ist) – ein Auswärtssieg muss für den Einzug ins Halbfinale auch her. Nach der 4:1-Auswärtsniederlage im ersten Spiel der Serie unterlagen die Lausitzer Füchse diesmal mit 6:1 (0:0, 3:0, 3:1). So komisch es sich angesichts der Höhe des Resultats anhört: Chancen los waren die Weißwasseraner auch diesmal nicht.

Im ersten Drittel hatten nämlich die Füchse leichte Vorteile – eben nur auf der Anzeigetafel nicht. Die Kasseler starteten zwar mit viel Druck, der aus Weißwasser stammende Toni Ritter gab den ersten Schuss aufs Füchse-Tor ab, scheiterte aber an Torwart Maximilian Franzreb. Viele Chancen aber ließen die gut verteidigenden Füchse nicht zu. Und nach und nach starteten sie eigene Angriffe, die gefährlicher als die der Gastgeber waren. Dennis Swinnen versuchte den Puck über die Schulter von Torwart keller ins Tor zu befördern, traf aber die Maske des Goalies. Bei der ersten Überzahl der Füchse zeigte der Kasseler Pimm mit einem Solo über die gesamte Eisfläche seine Klasse, scheiterte letztlich aber an Franzreb. Auf der anderen Seite nahmen die Füchse Keller unter Beschuss. Swinnen löffelte die Scheibe mit der Rückhand über das Tor, und Jeff Hayes scheiterte mit seinem Schuss. In de r13. Minute jubelten die Füchse schon, aber der Schiedsrichter hatte deutlich vor dem Tor abgepfiffen und einen Zweikampf von Jens Heyer als Foul mit einer Zwei-Minuten-Strafe bewertet. Erst in der Schlussphase des Drittels wurden die Kasseler, auch begünstigt durch eine unnötige Strafzeit von Bohac, besser ins Spiel. Aber Franzreb im Tor machte einen sicheren Eindruck. Für die Kasseler schien es nach den ersten 20 Minuten ein schweres Spiel zu werden.

Auch im Mitteldrittel begannen die Füchse zunächst grundsolide, ließen kaum etwas zu. Dann ergab sich nach einem Puckverlust der Füchse im Angriffsdrittel die bis dahin größte Chance für die Gastgeber. Bei einem 3:2-Konter parierte Franzreb erst großartig gegen Downing, und dann setzte Ritter den Puck im Nachschuss an der freien kurzen Ecke vorbei (25.). Wenig später gab es eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die nFüchse, die Trainer Hannu Järvenpää auf die Palme brachte. Die Schiedsrichter wollten einen sechsten Feldspieler auf dem Eis gesehen haben. Ausgerechnet in dieser Überzahl fiel der Führungstreffer für die Kasseler. Braden Pimm lief mit viel Tempo ins Füchse-Drittel, spielte einen Doppelpass mit Manuel klinge und schob Franzreb den Puck durch die Beine (27.). Als wenig später Ryan Warttig auf die Strafbank musste, hielt Franzreb sein Team mit einer Klasseparade gegen Klinge im Spiel. Wenig später hatten die Füchse zwei riesige Ausgleichschancen. Erst wurde Svoboda bei einem Alleingang von hinten gefoult und bekam einen Penalty zugesprochen. Er versuchte, den Puck ohne Finte über die Fanghand von keller ins Tor zu schießen, scheiterte aber (31.). Und dann hatten die Füchse einen 3:1-Konter. Hayes versuchte einen Querpass auf Florian Lüsch, aber halbhoch. Lüsch traf den Volleyversuch nicht. Wer solche Chancen als Außenseiter in so einem Spiel nicht nutzt, wird bestraft. Carter Proft setzte sich durch und brachte den Puck aufs Tor. Franzreb hatte ihn schon, wurde aber vom zurückrutschenden Roberto Geisler getroffen, sodass die Scheibe über die Linie rutschte. Der Schiedsrichter gab das Tor nach Ansicht des Videobeweises, obwohl eine Kasseler im Torraum stehend mit dem Schläger zwischen Franzrebs Beinen stocherte (35.). 15 Sekunden später stand es 3:0 – die Vorentscheidung. Diesmal verlängerte der überragende Klinge einen schlauen Pass von Pimm vor das Tor an den Innenpfosten. Das Drittel endete mit einer „Rudelbildung“, bei deren Bewertung durch die Schiedsrichter die Füchse schlechter wegkamen, also im Schlussdrittel in Unterzahl beginnen mussten.

Sollte es noch einen Hoffnungsfunken bei den Füchse gegeben haben, war der nach 44 Sekunden ausgeblasen. Klinge stand am langen Pfosten völlig frei, bekam die Scheibe erneut von Pimm und netzte zum 4:0 ein. Danach gaben beide Teams nicht mehr alles. Svoboda schaffte im Nachschuss nach einem Hayes-Versuch den Ehrentreffer (49.). Klinge erzielte mit einem Penalty sein 300. Tor für die Kasseler. Und Pimm krönte kurz vor Schluss seine Starke Leistung mit seinem zweiten Tor, erneut in Überzahl.

Als Fazit bleibt: Wollen die Füchse gegen Kassel gewinnen, müssen sie ihre Chancen besser nutzen. Die waren lange Zeit auch diesmal ausreichend vorhanden. Und genau das sollte Mut machen für das vierte Duell am Dienstag, 19.30 Uhr zu Hause. Sollten die Füchse ihren ersten Heimerfolg vom Freitag wiederholen können, wäre ein weiteres Heimspiel am Sonntag sicher und vielleicht auch der Druck für die favorisierten (angesichts eines deutlich höheren Budgets) Kasseler noch einmal deutlich höher.

Statistik:

Kassel Huskies – Lausitzer Füchse 6:1 (0:0, 3:0, 3:1)

1:0 Braden Pimm 26:41 (Überzahl, Assist: Klinge, Hanusch)

2:0 Carter Proft 34:57 (DeBlois, Meilleur)

3:0 Manuel Klinge 35:12 (Pimm, Merl)

4:0 Manuel Klinge 40:44 (Überzahl, Pimm, Merl)

4:1 Jakub Svoboda 48:40 (Überzahl, Hayes)

5:1 Manuel Klinge 54:55 (Penalty)

6:1 Braden Pimm 57:41 (Klinge, Carciola)

Kassel

Tor: Keller

Verteidigung: Maginot, MacKenzie, Marco Müller, Mapes, Hanusch, Math. Müller

Sturm: Boiarchinov, Klinge, Christ, Proft, Ritter, Downing, Merl, Carciola, DeBlois, Pimm, Meilleur, Hungerecker

Lausitzer Füchse

Tor: Franzreb

Verteidigung: Parkkonen, Ostwald – Mücke, Bohac – Geiseler, Bruneteau

Sturm: Svoboda, Hayes, Swinnen – Heyer, Götz, Palka – Lüsch, Schmidt, Warttig – Hoffmann, Kubail

Schiedsrichter: Lasse Kopitz

Strafen: Kassel 18, Weißwasser 20

Zuschauer: 4 067