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Samstag, 13.01.2018

So geht es weiter mit der Goethestraße 1

Das denkmalgeschützte Gebäude in Königstein bekommt ein Notdach. Folgt bald die Sanierung?

Von Katharina Klemm

Das Gerüst steht, das Notdach soll bald folgen.
Das Gerüst steht, das Notdach soll bald folgen.

© Norbert Millauer

Königstein. Dass sich etwas am Haus tut, daran besteht kein Zweifel mehr. Einige haben lange darauf gewartet, andere sehnten den Abriss herbei. Doch dazu kommt es erstmal nicht. Stattdessen baut der Eigentümer ein Notdach auf das marode Haus. Im letzten Jahr hatten die Eigentümer das für wirtschaftlich nicht tragbar gehalten, sogar bereits bewilligte Fördermittel nicht genutzt. Warum nun der Sinneswandel?

Christian Menzel von der Dresdner MSV Wohnungsverwaltung GmbH betreut das Gebäude für den Eigentümer, die IC Königstein GbR. Er sagt dazu: Dank des Denkmalamtes habe man eine Lösung gefunden, die für die Eigentümer wirtschaftlich vertretbar sei. Heißt: „Die Investition für das Notdach ist nicht höher, als wenn man abreißt.“ Um welche Summe es sich konkret handelt, wollte er nicht sagen. Zuletzt hatte er bei einer Gesamtsumme von rund 40 000 Euro jedoch den Eigenanteil von 25 000 Euro als nicht tragbar bezeichnet. Klar ist, dass der Freistaat diesmal 68 Prozent der Gesamtsumme fördert.

Auf das Haus, so Menzel, werde man ein festes Dach mit einer leichten Neigung bauen. Die Fenster werden mit Holz verschlossen und so gesichert. Auch Dachrinnen werden angebracht. All das sei mit dem Denkmalamt abgesprochen.

Das Dach soll Menzel zufolge etwa fünf bis zehn Jahre halten. In der Zeit könne man dann in Ruhe überlegen, wie es weitergehen soll. Ob man die bereits existierenden Pläne umsetzt und das Objekt sanieren lässt oder ob die Eigentümer es verkaufen möchten, damit jemand anderer die Sanierung anpacken kann, wird sich also erst später zeigen.

Wie sich die Eigentümer entscheiden, hängt stark davon ab, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Königstein entwickeln. Zwar wolle man keine Luxuswohnungen anbieten, erklärt Menzel. Aber es müsse eine Nachfrage nach Wohnungen geben, deren Mieten den Baukosten entsprechen. Und Interessenten, die das Erdgeschoss gewerblich nutzen wollen. Angesichts der leerstehenden Ladenlokale in der Elbestadt scheint das ein frommer Wunsch. Schließlich, erklärt Menzel, würde sich auch ein saniertes, aber leerstehendes Gebäude nicht als wirtschaftlich erweisen. Eine Sanierung steht also nach wie vor in den Sternen. Der erste Schritt zum Erhalt des Hauses ist allerdings getan. Wenn das Wetter mitspielt, soll das Notdach laut Menzel Ende Januar fertiggestellt werden.

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