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Montag, 21.08.2017

So bleibt Ihre Blase gesund

Das Thema Blasenschwäche führt bei vielen zu Bedenken hinsichtlich ihres Alltags und ihrer Lebensqualität.

Bildrechte: Flickr Gotta Pee!Jon-Eric Melsæter CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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Tatsächlich ist es gar nicht schwer, die Blase gesund zu halten. Eine aktuelle statistische Erhebung zeigt, dass 2016 rund 1,68 Millionen Menschen in Deutschland Mittel gegen Blasen- oder Prostatabeschwerden genommen haben. Blasenschwäche ist also weit verbreitet. Die Ursachen sind vielfältig, und sowohl Männer als auch Frauen jedes Alters können betroffen sein. Eine sensible Blase bedeutet jedoch nicht, dass man in seiner Lebensqualität eingeschränkt ist. Es gibt nämlich durchaus helfende Strategien mit denen man auf ganz unproblematische Weise etwas gegen Blasenschwäche tun kann. Schon wenige Alltagskniffe reichen aus, um die Blase gesund zu halten oder bereits vorhandene Beschwerden auszukurieren.

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Stress regulieren

Stress und Aufregung können vermehrten Harndrang auslösen. Bei manchen Menschen führt Stress auch zum Blasenstopp. Im ersten Fall löst die Blase bereits bei einer minimalen Urinmenge einen Harndrang aus. Warum das so ist, konnte wissenschaftlich noch nicht erklärt werden. Um eine stressbedingte Reizblase zu verhindern, sollte man lernen, mit aufregenden Situationen umzugehen. Autogenes Training beispielsweise ist eine Entspannungsmethode, die sich relativ leicht erlernen lässt. Sie hilft, unwillkürliche Prozesse zu kontrollieren und Stress allgemein besser zu verarbeiten. Weitere Strategien, um Stress zu minimieren:

  • Auszeit – Täglich mindestens 15 Minuten Zeit für sich selbst nehmen und einer Aktivität nachgehen, die einem Spaß macht.
  • Bewegung – Sauerstoffzufuhr und Bewegung reduzieren die Produktion von Stresshormonen.
  • Organisation – To-do-Listen und eine sinnvolle Prioritätensetzung helfen, den Alltag zu strukturieren und damit Stress zu vermeiden.
  • Schlafen – Während des Schlafens regenerieren sich Körper und Psyche. Man sollte daher in ausreichendem Maß und zu regelmäßigen Zeiten schlafen.

Übergewicht vermeiden

Übergewicht belastet die Blase, denn das höhere Gewicht drückt auf den Bauch. Dadurch werden die Schließmuskeln der Blase stärker als normal beansprucht, was zu Blasenschwäche führen kann. Häufig geht mit Übergewicht auch eine Verringerung der täglichen Bewegung einher. Zudem führt dies dazu, dass die Beckenbodenmuskulatur, die wichtig für eine funktionierende und gesunde Blase ist, geschwächt wird. Um Blase und Beckenbodenmuskulatur gesund zu halten, sollte man auf Folgendes achten:

  • Gewicht im Normalbereich halten
  • ausreichend Bewegung (eventuell spezielles Beckenbodentraining)

Auf die Ernährung achten

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für das körperliche und psychische Wohlbefinden. Generell raten Mediziner und Ernährungswissenschaftler zu einer ausgewogen Ernährung. Auch die Blase lässt sich durch Essen und Trinken stärken. Als Faustregel gilt: Gelbe, rote und dunkelgrüne Obst- und Gemüsesorten stärken die Blase. Ein bis zwei Liter Wasser pro Tag helfen ihr, gesund zu bleiben. Einige Beispiele:

  • Vitamin C Dass Vitamin C das Immunsystem stärkt, ist allgemein bekannt. Es hilft aber auch dabei, die Symptome einer überaktiven Blase zu lindern und sie gegen Keime zu stärken. Früchte wie Zitrone,Kiwi, Johannesbeere und Gemüsesorten wie Tomate und Paprika wirken in Blase und Harnwegen aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts keimtötend. Spargel, Blumenkohl und Ananas regen den Harnfluss an, sodass vermehrt Bakterien herausgeschwemmt werden.
  • Provitamin A Vitamin A bzw. Provitamin A (aus Carotin) sorgt dafür, dass die Zellen von Haut und Schleimhäuten normal wachsen, was diese natürlichen Barrieren gegen Viren und Bakterien stärkt. Blasenwand und Harnwege sind somit weniger anfällig für Infektionen. Lebensmittel wie Rinderleber, Süßkartoffeln, Karotten, Kürbis und Grünkohl enthalten sehr viel Vitamin A. Da der Körper einen Überschuss nicht abbauen kann, sollte man es jedoch nur in Maßen zu sich nehmen.
  • Antioxidantien Preiselbeeren, Cranberries, Heidelbeeren und Himbeeren versorgen den Körper mit Antioxidantien. Diese wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern auch präventiv. Sie stärken die Harnwegwand und verhindern, dass sich dort Bakterien anlagern.
  • Getränke Auch das Trinkverhalten kann die Blase stärken. Kaffee, Alkohol, säurehaltige und kohlensäurehaltige Getränke reizen die Blase. Wasser und Kräutertees hingegen sind sehr sanft und gut verträglich. Auch Gemüsesäfte eignen sich hervorragend – ausgenommen Tomaten- und Selleriesaft. Man sollte pro Tag ca. zwei Liter trinken, damit beim Entleeren der Blase regelmäßig Bakterien ausgeschwemmt werden.

Warm halten

Wärme wirkt wohltuend und entspannend auf den menschlichen Körper. Wenn Füße und Unterleib frieren, wird die Blase geschwächt. Grundsätzlich sollte man Kälte am Unterleib vermeiden, da dann die Durchblutung verlangsamt und dadurch die Abwehrkräfte geschwächt werden. Bakterien gelangen schneller in die Blase und es besteht erhöhte Infektionsgefahr. Da Wärme im Körper von unten nach oben steigt, ist es wichtig, vor allem die Füße warm zu halten. Eine Wärmflasche an den Füßen oder auf dem Unterleib bzw.ein heißes Fußbad stärken das Immunsystem und wirken entspannend.

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