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Dienstag, 17.04.2018

Skeleton-Trainer Müller hört auf

Der Chef ist nicht zufrieden mit den Ergebnissen und macht Platz – wohl für einen Jüngeren.

Dem Rodel-Olympiasieger von 1988 in Calgary bleibt als Skeleton-Coach Gold bei Winterspielen verwehrt. Deshalb tritt Jens Müller nach dieser Saison zurück.
Dem Rodel-Olympiasieger von 1988 in Calgary bleibt als Skeleton-Coach Gold bei Winterspielen verwehrt. Deshalb tritt Jens Müller nach dieser Saison zurück.

© dpa

Die deutschen Skeleton-Fahrer gehen mit einem neuen Chefcoach in den nacholympischen Winter. Der 52-jährige Jens Müller tritt zum 30. Juni zurück. Das gab der Bob- und Schlittenverband für Deutschland am Montag bekannt. Über die Nachfolge machte er noch keine Angaben. Als Favorit gilt der 38-jährige Dirk Matschenz. Er dürfte aus dem Trainerstab in die Chefposition aufrücken. Der gebürtige Torgauer Müller, Rodel-Olympiasieger von 1988 in Calgary vor Georg Hackl, betreute die Skeleton-Piloten seit 2002 in verschiedenen Funktionen. Seit 2010 war er Cheftrainer. In dieser Zeit wirkte er entscheidend an der Professionalisierung des Sports in Deutschland mit.

Die größten Erfolge feierten unter seiner Führung zunächst Kerstin Szymkowiak aus Siegen und Anja Huber aus Berchtesgaden mit Silber und Bronze bei den Winterspielen 2010 in Vancouver. Im Februar gewann Weltmeisterin Jacqueline Lölling aus Weidenau Olympia-Silber in Pyeongchang. Mit diesem Ergebnis war Müller nicht zufrieden. „Nach den Winterspielen war etwas Zeit, über die vergangenen Jahre nachzudenken“, sagte er. „Am Ende stand für mich die Entscheidung, meine Laufbahn zu beenden, aus mehreren Gründen fest: Meine persönlichen Ziele bezüglich der Entwicklung des Skeletonsports waren andere, als es die heutigen Ergebnisse darstellen. Drei Medaillen in Südkorea, davon möglichst einmal Gold, waren mein Ziel.“

Die ehemalige Weltmeisterin Tina Hermann aus Ehringshausen belegte Platz fünf. Der WM-Zweite Axel Jungk aus Oberbärenburg kam auf Rang sieben. Die jungen deutschen Sportler sorgten nach dem personellen Umbruch im Anschluss an die Winterspiele 2014 in Sotschi zwar für einen Aufwärtstrend und überzeugten bei Weltmeisterschaften. Den durchaus möglichen erste Olympiasieg verfehlten sie aber. „Es ist Tatsache, dass wir hinter den Leistungen der Rennrodler und Bobsportler nachstehen und ich immer versucht habe, an diese Erfolge anzuknüpfen“, sagte Müller. „Das ist bei vier Olympischen Spielen nicht ganz gelungen.“

2014 erlitt Müller einen schweren Herzinfarkt und musste sich zwei Herzoperationen unterziehen. Schon während der Rehabilitationsphase betreute Matschenz die Skeleton-Nationalmannschaft. Müller gab jedoch recht unerwartet noch einmal sein Comeback als Cheftrainer. (sid)

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