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Samstag, 13.01.2018

Simmels Pläne für den Wiener Platz

Der Unternehmer plant einen Neubau auf der Brache direkt am Hauptbahnhof. Hier sollen bald auch Touristen schlafen.

Von Annechristin Bonß

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Auf der Fläche direkt am Bahnhof soll der Neubau entstehen. Investor Peter Simmel würde auch den Busbahnhof bauen.
Auf der Fläche direkt am Bahnhof soll der Neubau entstehen. Investor Peter Simmel würde auch den Busbahnhof bauen.

© Jürgen-M. Schulter

Die Visualisierung zeigt, wie der Neubau vom Zug aus aussehen würde.
Die Visualisierung zeigt, wie der Neubau vom Zug aus aussehen würde.

© Simmel/Knerer und Lang

Auf der Fläche direkt am Bahnhof soll der Neubau entstehen. Investor Peter Simmel würde auch den Busbahnhof bauen. Die Visualisierung zeigt, wie der Neubau vom Zug aus aussehen würde. Foto: Jürgen-M. Schulter, Visualisierung: Simmel/Knerer und Lang
Auf der Fläche direkt am Bahnhof soll der Neubau entstehen. Investor Peter Simmel würde auch den Busbahnhof bauen. Die Visualisierung zeigt, wie der Neubau vom Zug aus aussehen würde. Foto: Jürgen-M. Schulter, Visualisierung: Simmel/Knerer und Lang

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Auf der Fläche direkt am Bahnhof soll der Neubau entstehen. Investor Peter Simmel würde auch den Busbahnhof bauen. Die Visualisierung zeigt, wie der Neubau vom Zug aus aussehen würde. Foto: Jürgen-M. Schulter, Visualisierung: Simmel/Knerer und Lang
Auf der Fläche direkt am Bahnhof soll der Neubau entstehen. Investor Peter Simmel würde auch den Busbahnhof bauen. Die Visualisierung zeigt, wie der Neubau vom Zug aus aussehen würde. Foto: Jürgen-M. Schulter, Visualisierung: Simmel/Knerer und Lang

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Es könnte eines der größten Hotels in Dresdens werden. Am Hauptbahnhof plant Unternehmer Peter Simmel seinen nächsten Neubau. In dem es den Plänen nach nun auch ein Hotel geben soll. Zunächst hatte der Investor und Einzelhandelsexperte von einem Geschäftshaus mit Edeka-Einkaufsmarkt und Büros gesprochen. Vergleichbar mit dem Komplex, den er am Albertplatz eröffnet hat. Doch Ende 2017 wurde noch einmal umgeplant. „Der Hotelmietvertrag ist unterschrieben und wir sind jetzt dabei den Bauantrag fertigzustellen“, teilt er kurz vor Weihnachten mit. Konkreter wird er nicht. Eine Dresdner Boulevardzeitung hatte zuvor berichtet, dass die Meininger-Hotelgruppe für die neue Übernachtungsstätte zuständig ist. Demnach soll es auf einer Fläche von 7 600 Quadratmetern über 600 Betten geben. Auf Nachfrage äußert sich die Hotelgruppe derzeit nicht zu den Plänen.

Die Meiniger-Gruppe hat 1999 ihr erstes Hotel in Berlin eröffnet. Ende 2017 gehörten 18 Hotels zu dem Anbieter. In diesem Jahr kommen zwei weitere Häuser dazu, eins in Berlin, eins in Rom. Auch 2019 sind zwei Neueröffnungen geplant. Der Standort Dresden taucht noch nicht auf der Firmenhomepage auf. In allen Fällen handelt es sich um Hybridhotels. Hier können die Gäste nicht nur günstig mieten. Neben normalen Doppelzimmern gibt es auch private Mehrbettzimmer sowie Schlafsäle im Angebot. Dazu verfügen die Hotels über Gemeinschaftsküchen und Freizeitflächen.

Für die Umsetzung seines Neubaus hat Peter Simmel das Architekturbüro Knerer und Lang mit Standorten in München und Dresden gewonnen. Die Planer haben in der Stadt bereits ihre Spuren hinterlassen. So haben sie das Technikum für Fahrzeugtechnik hinter dem Finanzamt entworfen. Auch die Ideen für das Zwingerforum am Postplatz, in dem es ebenfalls ein Hotel gibt, kommen aus dem Büro. Die Visualisierung für Simmels Neubau zeigt eine bunte Glasfassade. Die neuen Pläne sehen auch vor, dass zusätzlich eine Tiefgarage entsteht. Allerdings liegt der Stadt noch kein Bauantrag vor.

Geht es nach Peter Simmel, würde er noch mehr am Wiener Platz bauen. Für den geplanten Busbahnhof hat er der Stadt ein Angebot gemacht. „Zum Busbahnhof liegt der Ball bei der Stadt, wenn wir grünes Licht bekommen, geht’s los“, teilt er mit. Doch noch brauchen die Stadtplaner Zeit für die Pläne. Wie kann sich ein solcher Bahnhof zusammen mit einem Fahrradparkhaus im Areal eingliedern? Wie groß müssten beide Anlagen sein? Und welche Betreiberformen kommen infrage? „Dabei spreche ich auch mit der Stesad als städtischem Tochterunternehmen“, teilt Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) mit.

Am Standort selbst lässt die Verwaltung nicht mehr rütteln. Demnach soll der Bahnhof zwischen den Schienen für die Züge und den Straßenbahngleisen sein. Simmels Neubau würde sich zwischen Straßenbahngleisen und der Ammonstraße befinden. Eine Analyse hat mehrere mögliche Flächen miteinander verglichen. Auch die Brache zwischen Sidonien- und Wiener Straße. Dort jedoch wäre die Zu- und Ausfahrt für die Busse nicht ohne Probleme einzurichten gewesen.

Mit beiden Projekten wird sich das Areal am Bahnhof verändern. „Ein Unort wird sich in einen belebten Ort mit hoher Passantenfrequenz und einhergehender sozialer Kontrolle verwandeln“, sagt der Baubürgermeister. Wann das konkret wird, steht noch nicht fest. Nach seinen früheren Plänen geht Peter Simmel vom Bauende 2020 aus. Das Hotel könnte 2021 öffnen.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Der echte jk

    "Ein Unort wird sich in einen belebten Ort mit hoher Passantenfrequenz und einhergehender sozialer Kontrolle verwandeln“, sagt der Baubürgermeister." Das wäre dem Wiener Platz zu wünschen. Was ist aber mit der anderen Seite - Bayerische Strasse? Ich würde meinen, dass es dort auch an sozialer Kontrolle mangelt.

  2. Drittetreppelinks

    Na, ob ein Busbahnhof und Billighotel/Hostel für mehr soziale Kontrolle sorgen, ist sehr zu bezweifeln. Aber ist eben Bahnhofsgegend, und auch besser, diese Funktionen dort zu bündeln. Jedoch sollte man nicht naiv sein und lieber auch auf ausreichend "professionelle" Kontrolle achten. Meininger sind für Klassenfahrten sehr beliebt (zumindest in Berlin). Da sollte man sich gleich Gedanken über ein entsprechendes Freizeitangebot jenseits der am Hbf gehandelten bewusstseinserweiternden Substanzen machen. Clubs und Gastronomie der einfacheren Kategorie könnten zusätzlich auch die jüngere Umlandklientel bewegen, Samstagabend die Öffis statt das Auto zu benutzen.

  3. Dresdner Bürger

    Mal schauen was eher fertig ist, ein vernünftiger Überlandbus-Bahnhof oder ein Überangebotshotelneubau?

  4. Dresdnerin

    Warum muss unbedingt ein neues Fahrradparkhaus gebaut werden, das dann vielleicht nicht angenommen wird, weil es zu weit vom Bahnhofseingang entfernt ist? Könnte man dafür nicht die ehemalige Passage im Tunnel umbauen, im besten Fall noch mit einem Durchgang zum Hauptbahnhof? Nur mal so als Idee.

  5. Robby

    @Dresdnerin: Gute Idee - find ich auch besser, als ein zu weit entfernter Neubau. Ansonsten sollte versucht werden den Wiener Platz und Bahnhofsvorplatz mehr zu begrünen: entlag der Halle große Pappeln etwa - die haben auch nicht so tiefe Wurzeln. Die Brunnenanlage könnte weg - die nimmt eh niemand als solche wahr. Zu Simmels Plänen: Also eine Passantenfrequenz wird erst dann erreicht, wenn man das Angebot hat und ein Ziel - das hat man schon bei der Centrum Galerie gesehen. Da ringsum den Neubau kein wirkliches "Ziel" für nicht vor Ort wohnende Menschen vorhanden ist, wird es schwer dort Anreize zu schaffen. Es ist eine Rand- und Hinterhoflage fernab der Hauptroute Prager Straße (manifestierte Stadtraum-Fehlplanungen noch aus DDR-Zeiten). Der unschöne Neubau in LSD-Optik zeugt auch nicht grad vom besten "Willkommen", wenn man mit dem Zug einfährt. Aber passt ja zum Drogen-Image des Wiener Platzes - Ha ha. Grad in Nähe der Schienen könnte man höher bauen, wenn es schon ein EKZ ist.

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