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Dienstag, 02.01.2018

Silvesterbaby Enno

Im Klinikum Görlitz wurde zum zweiten Mal in Folge der Geburtenrekord geknackt. In Weißwasser war das nicht so.

Von Carla Mattern und Daniela Pfeiffer

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Mutter Christin Jank, Baby Enno Manfred Tzschichholz, Schwester Ida Tzschichholz und Vater Morris Tzschichholz am Neujahrstag im Kreiskrankenhaus Weißwasser. Enno ist der jüngste Bad Muskauer.
Mutter Christin Jank, Baby Enno Manfred Tzschichholz, Schwester Ida Tzschichholz und Vater Morris Tzschichholz am Neujahrstag im Kreiskrankenhaus Weißwasser. Enno ist der jüngste Bad Muskauer.

© Rolf Ullmann

Sorgte mit für den Baby-Rekord im Klinikum Görlitz: Marlen Hoffmann (rechts) mit Söhnchen Matti Johannes, der am zweiten Weihnachtsfeiertag zur Welt kam. Über insgesamt 844 Kinder 2017 freuen sich Hebamme Regine Werwoll (links) und Oberärztin Kristina Winkler.
Sorgte mit für den Baby-Rekord im Klinikum Görlitz: Marlen Hoffmann (rechts) mit Söhnchen Matti Johannes, der am zweiten Weihnachtsfeiertag zur Welt kam. Über insgesamt 844 Kinder 2017 freuen sich Hebamme Regine Werwoll (links) und Oberärztin Kristina Winkler.

© Pawel Sosnowski

Landkreis. Das Klicken des Fotoapparates und das indirekt eingesetzte Blitzlicht des Fotografen stören das Baby Enno Manfred Tzschichholz am späten Vormittag des Neujahrstages nicht im geringsten. Er schlummert ungerührt in den Armen seiner fünfjährigen Schwester Ida Tzschichholz. Schließlich ist er ja erst vor wenigen Stunden als neuer Erdenbürger in das Leben von Christin Jank und Morris Tzschichholz getreten. Mit ihm wird die Fürst-Pückler-Stadt Bad Muskau nun um einen Einwohner reicher. Am Silvesternachmittag erblickte Enno Manfred Tzschichholz um 16.53 Uhr als das letzte Baby im Jahr 2017 auf der Entbindungsstation des Kreiskrankenhauses Weißwasser das Licht der Welt. 3 365 Gramm bringt der Kleine bei einer Körpergröße von 51 Zentimetern auf die Waage. Von ihrem Fenster aus konnte die 30-jährige Mutter das Silvesterfeuerwerk über Weißwasser gut beobachten. Doch das war für sie angesichts ihres Mutterglücks mehr als nur zweitrangig. Auch dem 32-jährigen Vater Morris Tzschichholz wird dieser Jahreswechsel wohl für immer in Erinnerung bleiben.

299 Kinder kamen im vergangenen Jahr im Kreiskrankenhaus Weißwasser zur Welt, acht davon als Zwillinge. Rekordverdächtig ist diese Zahl aber nicht. 2016 wurden 51 Kinder mehr in Weißwasser geboren. Könnte das auch daran liegen, dass Personal fehlte? Das ist mittlerweile Geschichte, wie Jana-Cordelia Petzold, Referentin für Sozialmarketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Managementgesellschaft Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz mitteilt. „Ja, wir hatten eine Lücke in der Personalbesetzung des Chefarztes beziehungsweise der Chefärztin, die überbrückt werden musste und noch im Jahr 2017 sehr erfolgreich neu besetzt werden konnte mit zwei Ärzten aus dem Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, Chefarzt Dr. med. Dimitry Chuvashkin, Leiter der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie Chefärztin Dr. med. Ulrike Wetzel, Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Gegenwärtig wurden zwei neue Hebammen gewonnen, so Frau Petzold.

Eine besondere Möglichkeit für werdende Eltern bietet das Kreiskrankenhaus Weißwasser mit den monatlich stattfindenden Kreißsaalbesichtigungen. Paare können sich informieren und sehen, wie das Krankenhaus ausgestattet ist. Auch in der Nachsorge ist es gut aufgestellt. „Es ist ein sogenannter Perinatalschwerpunkt, das bedeutet, Entbindungen sind bereits ab der 32. Woche der Schwangerschaft beziehungsweise ab 1 00 Gramm möglich, inklusive Kurzzeitbeatmung“, sagt Jana-Cordelia Petzold. Mit Chefärztin Wetzel, die seit April 2017 die Kinder- und Jugendmedizin leitet, stehe eine Spezialistin im Bereich der Neugeborenen (Neonatologie) zur Verfügung. Sie und die leitende Oberärztin, Dr. Kathrin Reinhardt, seien ausgewiesen im Bereich der Neugeborenen und ihrer besonderen Betreuung und Pflege, so die Pressereferentin. „Kranke Neugeborene müssen deshalb nicht in Spezialkliniken, sondern sind im Kreiskrankenhaus Weißwasser in den besten Händen“, so Jana-Cordelia Petzold.

Darüber hinaus ist Ulrike Wetzel im Bereich der Rheumatologie, Allergologie, Pulmologie und Onkologie ausgewiesen als Spezialistin. Das bedeutet, zu ihr können Kinder mit Gelenkbeschwerden, Asthma, Allergien und auch mit Tumoren kommen. Dass auf ihrer Station bis zum Alter von acht Jahren Kinder auch eine Begleitperson mit auf Station nehmen können, also die Muttis mit ihren Kindern mit aufgenommen werden, ist ebenfalls etwas Besonderes im „Krankenhaus mit Herz“, wie das Weißwasseraner Krankenhaus sich selbst bezeichnet.

Eine zweite Entbindungsstation für die Bewohner des Kreisnordens und der Kreismitte bietet das Städtische Klinikum Görlitz. Hier ist Matti Johannes eines von fünf Weihnachtsbabys, geboren am 26. Dezember. Daheim freuen sich ein 14-jähriger Bruder und eine neunjährige Schwester auf Matti und Mama Marlen Hoffmann. Die Görlitzerin liegt mit Kind Nummer drei voll im Trend. Immer mehr Frauen würden sich mit Mitte, Ende 30 noch mal für ein zweites oder drittes Kind entscheiden. Ein Nesthäkchen – so wie bei Familie Hoffmann. Vor allem gut situierte Familien.

Auch dieser Fakt wird mit dazu beigetragen haben, dass im Städtischen Klinikum im zu Ende gegangenen Jahr bei 824 Entbindungen 844 Kinder zur Welt kamen – darunter also 20 Zwillingspärchen. Regine Werwoll, die leitende Hebamme, sagt, man sei am Jahresanfang sogar von noch mehr Zwillingen ausgegangen, begann der Januar doch mit sechs Pärchen gleich rekordverdächtig. „Da hatten wir schon hochgerechnet.“

Ein neuer Zwillingsrekord wurde es am Ende nicht – im Vorjahr waren es 25 Pärchen. Aber die Kinderzahl von 844 ist neuer Rekord – der zweite in Folge und noch dazu ein sehr deutlicher. Schon 2016 gab es mit 817 Babys einen neuen Bestwert. Nun sind es also noch mal 27 mehr. Gerade am Jahresende hatten die Hebammen noch einmal ordentlich zu tun. Nach den fünf Weihnachtsbabys und einigen, die zwischen dem 27. und 30. Dezember auf die Welt kamen, waren es schließlich am Silvestertag noch einmal drei Kinder. Gestern gab es zudem ein Neujahrsbaby. Die kleine Salome Regina wurde am frühen Nachmittag als viertes Kind ihrer Familie geboren. (mit ru)