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Freitag, 29.12.2017

Silvester darf geknallt werden

Der Böllerverkauf hat begonnen – und damit das Aufmunitionieren für das große Feuerwerk zum Jahreswechsel. Das setzt Achtsamkeit voraus.

Von Silke Richter

Seit Donnerstag darf Noel selbst Feuerwerkskörper kaufen. Vielleicht fährt er in die SB-Halle nach Gersdorf? Bei Ute Opitz gibt es auch große Feuerwerksbatterien, wie man sieht. Anderswo natürlich auch.
Seit Donnerstag darf Noel selbst Feuerwerkskörper kaufen. Vielleicht fährt er in die SB-Halle nach Gersdorf? Bei Ute Opitz gibt es auch große Feuerwerksbatterien, wie man sieht. Anderswo natürlich auch.

© René Plaul

Bautzen/Bischofswerda. Silvester steht vor der Tür, und seit Donnerstag wird aufmunitioniert für das große Feuerwerk zum Jahreswechsel. Überall in den Discount- und Supermärkten sowie Schreibwaren- fachgeschäften können nun Böller und Knaller – zumeist erst von 18-Jährigen aufwärts – frei erworben werden. Das gilt für die letzten drei Werktage im Jahr, also bis einschließlich Sonnabend. Allerdings ist beim Gebrauch von Knallern, Wunderkerzen und anderem Leichtenzündlichem einiges zu beachten, wie die SZ jetzt bei Oberbrandmeister Armin Berger, Leitstellendisponent der Berufsfeuerwehr Hoyerswerda erfragt hat. „Feuerwerkskörper sind in der Tat für viele sehr faszinierend. Sie werden jedoch oft unterschätzt.“ Notaufnahmen in den Krankenhäusern und die Feuerwehreinsätze in der Nacht zum Jahreswechsel zeigten immer wieder, dass Grundregeln nicht oder nur unzureichend beachtet werden. Jährlich würden etwa 200 Kinder bei dem unsachgemäßen Umgang mit Pyrotechnik verletzt. Verbrennungen, Hör- und Augenschäden seien die Folge.

Der wichtigste Ratschlag des Experten: „Nutzen Sie nur legale, BAM-geprüfte Pyrotechnik. Verwenden Sie keine selbst gebastelten oder veränderten Böller und Raketen!“ Bis zum Einsatz sollten Feuerwerkskörper kühl, unzugänglich für Kinder und getrennt von Zündmitteln aufbewahrt werden. Außerdem ist es empfehlenswert, sich mit der jeweiligen Gebrauchsanweisung vertraut zu machen. „Achten Sie beim Entzünden auf den Schutz langer Haare, Taschen und Kapuzen, in die sich Funken verirren könnten.“ Außerdem dürfe Feuerwerk beim Zünden und Abbrennen niemals in der Hand gehalten werden.

Gefahrenstelle absichern

Und was wäre zu tun, wenn es doch zu Brandverletzungen gekommen ist? Berger: „Wichtig ist wie bei allen Notfällen, Ruhe zu bewahren, den Notruf 112 abzusetzen, die Gefahrenstelle abzusichern und Betroffene aus dem Gefahrenbereich zu retten – vorausgesetzt, man bringt sich nicht selbst in Gefahr.“ Manchmal sei bereits die Erste Hilfe ausreichend. Hierzu zählen kleinflächige Verbrennungen, die nicht größer als die Handfläche des Betroffenen sind – die können sofort unter fließendem, lauwarmen Wasser gekühlt werden. „Gesichtsverletzungen können mit feuchten Tüchern gekühlt werden, wobei die Atemwege freizuhalten sind.“ Nach der Kühlung müssen die Wunden mit keimfreiem Verband oder Verbrennungstüchern locker abgedeckt werden. Im Gegensatz dazu steht das Handeln bei Verbrühungen, ausgelöst durch heiße Flüssigkeiten, Gase oder Dämpfe. „Bei Verbrühungen wird alles ausgezogen, und das so schnell wie möglich!“ Ganz wichtig ist es, Brandblasen nie zu zu öffnen. Bei Schocksymptomen wie blasser, kühler Haut, kaltem Schweiß, schnellem und schwach fühlbarem Puls, schneller Atmung, Unruhe, Angstzuständen, apathischem Verhalten und Bewusstseinsstörungen sollten die Beine des Verunglückten hochgelagert werden. Sollte nur das Bewusstsein fehlen, bringt man den Betroffenen in die stabile Seitenlage. Fehlt die Atmung, seien Wiederbelebungsmaßnahmen zu starten.

Wenn im schlimmsten Fall ein Mensch Feuer gefangen hat: Mit Wasser übergießen, Flammen mit Decken ersticken, den Betroffenen auf den Boden wälzen und das Feuer ausstreichen! „Im Notfall einen Feuerlöscher benutzen – und denken Sie dabei auch an Ihren Eigenschutz!“