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Freitag, 05.01.2018 Kommentar

Seid nicht geizig und gebt Trinkgeld!

Von Julia Vollmer

Julia Vollmer
Julia Vollmer

© Ronald Bonß

Der Fachkräftemangel in der Gastronomie wird zu einem immer größeren Problem in der Stadt. Restaurants müssen tageweise oder ganz schließen. Die meisten Ursachen – familienunfreundliche Arbeitszeiten und niedrige Löhne – können wir als Gäste nicht lösen. Aber einen entscheidenden Beitrag können wir leisten. Wer gut kocht oder einen exzellenten Service bietet, verdient Trinkgeld. Und zwar nicht nur zwanzig Cent bei einer 60-Euro-Rechnung, sondern zehn Prozent. Wer gern Essen geht, darf beim Trinkgeld nicht geizen.

Stimmen, die jetzt sagen, Krankenschwestern oder Straßenbahnfahrer arbeiten ebenfalls zu Unzeiten und bekommen auch kein Trinkgeld, kann man nur antworten: Das stimmt, und doch sind hier die Trinkgelder beim Lohn nicht eingepreist. Bei Kellnern dagegen schon.

Und noch etwas können wir alle beitragen, damit wieder mehr Menschen Lust auf Berufe im Service haben. Freundlich und höflich sein. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, verschwindet mehr und mehr. Wie oft ist im Restaurant vom Gast zum Kellner zu hören: „Kaffee.“ Es tut nicht weh, zu sagen: „Ich hätte gern einen Kaffee, bitte.“

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