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Sonntag, 06.05.2018

Schwarzer Sonnabend für vier Frauenteams

Höchste Saisonniederlage für den HC Rödertal. Radeberg und das Juniorteam sind raus aus der Oberliga. Dadurch steigt Sachsenligist Bischofswerda ab.

Von Christian Klugeund Florian Triebel

Hier kommt Kathleen Nepolsky vom HC Rödertal endlich einmal frei zum Torwurf, scheitert aber an der Bietigheimer Keeperin Tess Wester. Am Ende gelangen den Bienen nur magere 16 Treffer und sie kassierten ihre höchste Saisonniederlage.
Hier kommt Kathleen Nepolsky vom HC Rödertal endlich einmal frei zum Torwurf, scheitert aber an der Bietigheimer Keeperin Tess Wester. Am Ende gelangen den Bienen nur magere 16 Treffer und sie kassierten ihre höchste Saisonniederlage.

© Christian Skomudek

Handball. Den vergangenen Sonnabend werden vier der besten Frauenmannschaften des Landkreises Bautzen sicher schnell vergessen wollen. Noch bevor Bundesligist HC Rödertal ab 19 Uhr beim neuen Vizemeister SG BBM Bietigheim mit dem 16:37 (7:17) seine bisher höchste Saisonniederlage kassierte, stand bereits fest, dass sowohl das HCR-Juniorteam als auch der Radeberger SV aus der Oberliga absteigen müssen. Beide bis dahin punktgleiche Teams trennten sich im Derby in Großröhrsdorf mit 28:29 (16:17), doch den siegreichen Radebergerinnen nutzte das nichts.

Der SC Hoyerswerda gewann sein Heimspiel gegen Koweg Görlitz mit 19:18 und ist durch die bessere Bilanz im direkten Vergleich besser als die punktgleichen RSV-Spielerinnen, die als Neunter den ersten von vier Abstiegsplätzen belegen. Schlusslicht BSV Sachsen Zwickau II stand schon länger als Absteiger fest. Damit werden Radeberg, die HCR-Reserve und Zwickau II in die Sachsenliga eingegliedert.

Gleichzeitig wollen die beiden Verbandsliga-Meister SV Rotation Weißenborn (Staffel Ost) und der SV Schneeberg (Staffel West) aufsteigen. Da nur ein Team aus der Sachsenliga in die Mitteldeutsche Oberliga aufsteigt – sie wird 2018/19 nur noch mit zehn statt zwölf Teams spielen – müssen die letzten vier Mannschaften absteigen. Und das betrifft damit auch den VfB 1999 Bischofswerda, der die Saison als Neunter der insgesamt zwölf Sachsenliga-Vereine beendet hat.

Fabian Engel, der Oberliga-Spielleiter des Mitteldeutschen Handball Verbandes (MHV), sagte dazu am Sonntag: „Eine weitere Reduzierung auf acht Oberligisten ist vom Tisch. Je nach der Auf- und Abstiegssituation in den höheren Ligen gibt es nach der Saison 2018/19 perspektivisch auch die Möglichkeit, die MHV-Oberliga wieder auf mehr Vereine zu erhöhen.“

Zurück zum Bundesliga-Abendspiel des HC Rödertal in Bietigheim. Bienen-Trainer Maximilian Busch musste verletzungsbedingt auf Jurgita Markeviciute und Izabella Nagy verzichten. Dazu kommen noch die beiden Langzeitverletzten Grete Neustadt sowie Lisa-Marie Ostwald. 743 Zuschauer sahen in der Sporthalle am Viadukt, wie die Gastgeberinnen von Beginn an eiskalt ihre Chancen nutzten. Jeder technische Fehler des HC Rödertal wurde bestraft.

HCR-Trainer Busch meinte direkt nach dem Abpfiff: „Meine Mannschaft hat mich heute sehr enttäuscht. Nicht das Ergebnis bedrückt mich, sondern die Art und Weise, wie wir hier verloren haben. Das war der Ersten Bundesliga nicht würdig. Ich kann mir den Auftritt selbst nicht erklären und muss gleich in der Kabine ein ernstes Wort mit den Spielerinnen reden. Wir haben letzte Woche beim Spiel gegen den THC gegen ein ähnliches Kaliber gespielt und uns bedeutend besser präsentiert. Ich beglückwünsche Bietigheim zu diesem Sieg und die Champions-League Teilnahme in der nächsten Saison.“

Die Gastgeberinnen entfalteten ihr schnelles Umschaltspiel und gingen in der Anfangsphase gleich mit 3:0 in Führung. Auf das erste Tor der Bienen mussten die Fans bis zur siebenten Minute warten. Sarolta Selmeci – mit sieben Toren die erfolgreichste Werferin beim Gastspiel der Bienen – traf zum 1:3-Anschluss. Doch auch das erste Tor der Partie gab dem HCR weiterhin keine Sicherheit in den Aktionen. Immer wieder fehlte es im Angriff an der nötigen Konzentration.

Auf der anderen Seite konnte Bietigheim beinahe ungestört sein Spiel aufziehen. In der elften Minute nahm HCR-Coach Busch beim Stand von 5:1 die erste Auszeit, um seine Mädels wachzurütteln und den Spielfluss der Gastgeberinnen zu unterbrechen. Auch das half leider nichts. Immer wieder boten sich für die beiden Top-Torjägerinnen des Tages, Anna Loerper und Karolina Kudlacz-Gloc (beide acht Treffer), große Lücken, die sie ausnutzen konnten. Bietigheim baute seinen Vorsprung weiter aus und führte in der 13. Minute bereits mit 7:1. Auch zwei Tore am Stück durch Jessica Jander zum zwischenzeitlichen 7:3 brachten keine Wende.

Die Bietigheimerinnen hielten den Druck weiter hoch, um früh klar zu machen, dass sie die Platte als Siegerinnen verlassen würden. Noch vor dem Ende der ersten Halbzeit traf Fie Woller zum 17:7 und schickte die Bienen mit einem Rückstand von zehn Toren in die Kabine.

20 SG-Tore nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel gab es keine Überraschungen. Die SG machte dort weiter, wo sie nach 30 Minuten aufgehört hatte. Durch drei Tore von Kudlacz-Gloc vergrößerte sich der Vorsprung auf 20:8. Nun folgte die stabilste Phase bei den Bienen. Immerhin gelang es ihnen, bis zum 23:11 in der 40. Minute den Rückstand nicht anwachsen zu lassen. Allerdings gab Bietigheim-Trainer Martin Albertsen zu diesem Zeitpunkt schon Spielerinnen eine Chance, die sonst weniger Spielanteile bekommen.

Allerdings handelte es sich hierbei nicht um eine B-Mannschaft, da sich der Qualitätsverlust zu seiner Stamm-Sieben in Grenzen hält. Loerper und Kudlacz-Gloc rotierten und zogen jetzt nicht mehr gemeinsam, sondern abwechselnd die Fäden im Rückraum. SG-Coach Albertsen nahm während der gesamten Spieldauer kein einziges Timeout. Die Bienen sahen trotz allem kein Land gegen die körperlich und spielerisch überlegenen Gastgeberinnen.

Der Rückstand wurde von Minute zu Minute größer und die Spielerinnen ergaben sich in ihr Schicksal. Zu keinem Zeitpunkt war etwas von den guten Ansätzen der letzten Wochen zu sehen. Selbst die kämpferische Leistung, die den HCR in den letzten Spielen ausgezeichnet hatte, musste man den Mädels absprechen. Auch deswegen stand nach 60 Minuten die momentan höchste Niederlage dieser Saison für die Bienen fest. Mit einer heftigen 16:37-Schlappe wurden sie nach Hause geschickt.

HC Rödertal: Nele Kurzke, Ann Rammer, Sarolta Selmeci (7/5), Jessica Jander (3), Tamara Bösch (2), Kamila Szczecina (2), Michelle Urbicht (1), Stefanie Hummel (1), Egle Alesiunaite, Kathleen Nepolsky, Jacqueline Hummel.