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Mittwoch, 13.09.2017

Schwarzarbeit im Hause Weidel?

Ein Zeitungsbericht bringt AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel in Bedrängnis. Sie ließ angeblich in der Schweiz eine syrerische Asylbewerberin schwarz für sich arbeiten.

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Alice Weidel, AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2017, hat offenbar an ihrem Schweizer Wohnsitz eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz beschäftigt.
Alice Weidel, AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2017, hat offenbar an ihrem Schweizer Wohnsitz eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz beschäftigt.

© dpa

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat an ihrem Schweizer Wohnsitz in Biel eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz für sich arbeiten lassen. Das berichtet die Wochenzeitung Die Zeit. Im Jahr 2015 arbeitete eine Studentin der Islamwissenschaften als Haushaltshilfe für Weidel, danach gab diese den Job an die Frau aus Syrien weiter, heißt es in dem Bericht.

Die beiden Frauen erhielten das Gehalt von Weidel bar auf die Hand – 25 Franken pro Stunde, was für Schweizer Verhältnisse üblich ist. Es gab demnach weder einen Anstellungsvertrag, noch wurden die Frauen um Rechnungsstellung gebeten.

Weidel, die das deutsche Überlingen am Bodensee als ihren Wohnort nennt, dementiert den Inhalt des Zeit-Artikels. Ihr Anwalt teilte der Zeitung mit, dass sie „einen freundschaftlichen Kontakt“ zu einer Syrerin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei, pflege. „Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hätte oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch“, so der Anwalt.

AfD-Sprecher Christian Lüth warf der Zeit am Mittwochabend vor, mit Bezug auf die Studentin zu unterschlagen, dass eine Barzahlung an Haushaltshilfen nach Schweizer Recht legal sei. „Hausangestellte müssen nur dann bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei und nicht meldepflichtig.“ (szo/dpa)

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 24 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. dd1953

    Warum lautet die Überschrift nicht: "Alice Weidel treibt Integration voran" oder "Alice Weidel beschäftigt Asylbewerberin". Ach so, passt ja nicht in die heiße Wahlkampfphase und erst recht nicht zu einer (politisch) unabhängigen Berichterstattung. Sorry, mein Fehler. Liebe SZler, Ihr habt aus dem US-amerikanischen Wahldesaster NICHTS gelernt. Genau durch solche billigen stimmungsmachenden Artikel macht Ihr doch indirekt Wahlkampf FÜR die AfD und nicht etwa dagegen. Trump hat es auch geholfen...

  2. Gast

    "syrerisch" sagt mehr als alles andere, welche Art von Qualitätsjournalismus hier wieder einmal vorliegt...

  3. Klar

    WER von den beiden lügt? Christian Lüth: „Hausangestellte müssen nur dann bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei und nicht meldepflichtig.“ Oder die SZ: "AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat an ihrem Schweizer Wohnsitz in Biel eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz für sich arbeiten lassen."

  4. Al

    Es sind wieder die typischen Reflexe der Besorgtbürger zu beobachten. "Schuld sind immer die anderen! Ich bin hier das Opfer! Alle sind gegen mich! Bitte auf Recht und Ordnung achten, aber das gilt natürlich nicht für mich!" Ich weiß, bei manchen hängt der geistige Horizont halt sehr tief, und das Denkvermögen reicht nur von der Wand bis zur Tapete. Aber warum freuen sie sich immer drüber, wenn sie nach Strich und Faden verarscht werden? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

  5. ddfrog

    Ich denke, die Sache wird mit den Schweizer Gesetzen konform gewesen sein. Hier hat mM die Zeit nicht sauber recherchiert. Jedoch hat Frau Weidel besonders in der AfD ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn sie nett zu Asylbewerbern ist. Das passt nicht in die Parteistrategie.

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