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Freitag, 13.10.2017

Schon über eine Million fürs neue Landratsamt gezahlt

Der Landkreis Meißen weist die Kritik aus Großenhain an dem Neubau zurück. Doch zumindest eine Frage ist noch offen.

Von Ulf Mallek

Direkt neben dem Landratsamt an der Brauhausstraße in Meißen soll im Frühjahr 2020 mit dem Bau des neuen Gebäudes begonnen werden.
Direkt neben dem Landratsamt an der Brauhausstraße in Meißen soll im Frühjahr 2020 mit dem Bau des neuen Gebäudes begonnen werden.

© Archiv/Claudia Hübschmann

Meißen. Alle Planungsleistungen für das neue Landratsamt in Meißen sind ausgeschrieben. Es handelt sich um fünf EU-weite Verfahren. Einige Leistungen sind bereits vergeben worden, teilte das Landratsamt Meißen mit.

Bislang wurden etwa 1,3 Millionen Euro in die Bauplanung und Untersuchung des Baugrunds investiert. Damit reagiert das Landratsamt auf eine Kritik aus Großenhain. Stadtrat und Rathaus hatten einen Brief an Landrat Arndt Steinbach geschrieben. Darin wird der Erweiterungsbau als Prestigeprojekt kritisiert, denn er führe zu leer stehenden Gebäuden in Großenhain. Es wär besser, auf das Projekt zu verzichten. Trotz gegenteiliger Bekundungen aus Meißen zweifelten die Großenhainer am Realismus der Finanzplanung. Vermutlich könne der Landkreis den Bau gar nicht allein bezahlen, dann drohe eine weitere Erhöhung der Kreisumlage zuungunsten der Kommunen.

Übergabe ist im Jahr 2023

Das Landratsamt wundert sich über die Bedenken aus Großenhain. In der Diskussion im Kreistag am 23. März dieses Jahres hätten die Großenhainer geschwiegen. Am Ende entschied sich die Mehrheit der Kreisräte für den Bau. Vorausgegangen waren weitere Abstimmungen im Verwaltungs- und Technischem Ausschuss, die ebenfalls zugunsten des Projektes ausgingen.

Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn der Kreistag einen mehrheitlich gefassten Beschluss wieder rückgängig macht, zumal es keine neuen Argumente gibt, so Landkreis-Sprecherin Kerstin Thöns. Der neue Bau helfe, die Verwaltung im Landkreis effizienter zu organisieren.

Der Erweiterungsbau soll 25 Millionen Euro kosten. Es wird Platz für das Gesundheitsamt sowie große Teile des Dezernats Technik – mit Kreisbauamt und Kreisumweltamt – geschaffen. Der Plan umfasst 270 Arbeitsplätze, ein Führungs- und Lagezentrum für den Katastrophenschutz sowie einen klimatisierten Sitzungssaal für den Kreistag. Stellplätze bzw. ein Parkdeck für 250 Autos sind vorgesehen.

Nach Angaben von Landrat Arndt Steinbach sind der Baubeginn im Frühjahr 2020 und die Übergabe 2023 vorgesehen. Der Sitzungssaal wird optional geplant. Ob er tatsächlich gebraucht und dann auch gebaut wird, wird erst noch entschieden.