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Freitag, 13.10.2017

Schon Reifen gewechselt?

Sind Ganzjahresreifen eine Alternative und Alu- oder Stahlfelgen besser? Die Antwort auf sechs wichtige Fragen.

Von L. Zenker und A. Ehrhartsmann

Daniel Siebeneicher, Geschäftsführer beim Auto-Servicecenter Siebeneicher in Altenberg, empfiehlt, bei den Winterreifen nicht zu sparen. Autofahrer sollten bei gebrauchten Reifen unbedingt auf die Profiltiefe achten.
Daniel Siebeneicher, Geschäftsführer beim Auto-Servicecenter Siebeneicher in Altenberg, empfiehlt, bei den Winterreifen nicht zu sparen. Autofahrer sollten bei gebrauchten Reifen unbedingt auf die Profiltiefe achten.

© Frank Baldauf

Um auf den Kälteeinbruch vorbereitet zu sein, wechseln die meisten Autofahrer ihre Reifen im Oktober. Doch wieso eigentlich?

Warum braucht man überhaupt Winterreifen?

Winterreifen sind bei Schnee und Eis die sicherste Wahl: „Die Reifen haben ein speziell geschnittenes Profil und sind weicher. Deshalb haben sie einen besseren Grip auf der Straße und man kommt leichter über Eis und Schnee“ , sagt Daniel Siebeneicher, Geschäftsführer beim Auto-Servicecenter Siebeneicher in Altenberg. Außerdem vermeiden Autofahrer unnötige Bußgelder oder Punkte in Flensburg, da bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen Pflicht sind.

Wozu Winterreifen, wenn es Ganzjahresreifen gibt?

„Ganzjahresreifen sind eigentlich Winterreifen mit Sommereignung“, so Tilo Kalkreiber, Inhaber der Kfz-Werkstatt Point S in Pirna. Der Fahrer spare Kosten und Zeit, weil das Wechseln entfällt. Unabhängig vom Auto gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ein T hinter der Reifengröße bedeutet, dass bis zu 190 km/h erlaubt sind, ein H bis 210 km/h. Generell schneiden die Allrounder in Tests schlechter ab. Im Winter hafte der Ganzjahresreifen nicht so gut, im Sommer verbrauchen Autos mit solchen Rädern mehr Sprit. „Bei Winterreifen sollte man nicht sparen, gerade bei uns im Gebirge. Der Allwetterreifen ist kein Winterreifen“, betont Daniel Siebeneicher.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Wechseln?

Nachgewiesen ist, dass die Leistung der Winterreifen zunimmt, sobald die Temperaturen dauerhaft unter sieben Grad liegen. Auch beim Fahren auf Herbstlaub sei ein gutes Profil wichtig, sagt Daniel Sieben-
eicher. Es gilt die Faustregel O bis O, von Oktober bis Ostern. „In Altenberg kommen die Leute relativ zeitig. Viele lassen die Reifen schon im September wechseln. In unserer Filiale in Dippoldiswalde geht es jetzt so langsam los.“ Grundsätzlich sei der Oktober die richtige Zeit zum Wechseln.

Sind Alu- oder Stahlfelgen im Winter besser geeignet?

„Da gibt es keinen Unterschied – in Preis und Funktion“, erklärt Tilo Kalkreiber. Nur über die Ästhetik lasse sich streiten.

Darf man mit alten Reifen trotz des neuen Schneeflockensymbols fahren?

Der Gesetzgeber legt fest, dass alle ab dem 1. Januar 2018 produzierten Winterreifen mit dem Schneeflockensymbol versehen werden müssen. Bei allen bis zum 31. Dezember 2017 produzierten Reifen gilt eine Übergangsfrist. So dürfen die alten mit M+S (Matsch und Schnee) markierten Reifen bis zum 30. September 2024 auf deutschen Straßen rollen.

Gibt es auch Winterreifen für Fahrräder?

Frank Salzmann von der Radstation Pirna rät, ab Ende November Reifen mit Spikes zu benutzen. Die sind im Gegensatz zum Auto legal. Ein Satz kostet in etwa 120 Euro und ist perfekt für Schnee und Glätte. Je mehr Spikes am Reifen, desto sicherer sei die Fahrt. „Aber auch entsprechend langsamer“, sagt Salzmann, der jetzt auch immer mehr E-Bike-Fahrer mit Spikes im Winter sieht. Generell sei es wichtig, die Spikereifen jetzt zu kaufen, da sie eingefahren werden müssen, um sicher zu sein.