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Samstag, 14.10.2017

Schon Reifen gewechselt?

Sind Ganzjahresreifen eine Alternative und Alu- oder Stahlfelgen besser? Die Antwort auf sechs wichtige Fragen.

Von Luisa Zenker

Tilo Kalkreiber von Point S in Pirna bereitet mit einem Hilfsmittel den Winterreifen zur besseren Montage auf die Felge vor. Privat hat er seine Reifen schon längst gewechselt.
Tilo Kalkreiber von Point S in Pirna bereitet mit einem Hilfsmittel den Winterreifen zur besseren Montage auf die Felge vor. Privat hat er seine Reifen schon längst gewechselt.

© Dirk Zschiedrich

Sächsische Schweiz. Um auf den Kälteeinbruch vorbereitet zu sein, wechseln die meisten Autofahrer ihre Reifen im Oktober. Doch wieso eigentlich?

Warum braucht man überhaupt Winterreifen?

Winterreifen sind bei Schnee und Eis die sicherste Wahl: „Der Bremsweg ist kürzer, die Räder drehen nicht so schnell durch, weil wegen der weicheren Gummimischung der Grip viel besser ist“ sagt Tilo Kalkreiber, Inhaber der Kfz-Werkstatt Point S in Pirna. Außerdem vermeiden Autofahrer unnötige Bußgelder oder Punkte in Flensburg, da bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen Pflicht sind.

Wozu Winterreifen, wenn es Ganzjahresreifen gibt?

„Ganzjahresreifen sind eigentlich Winterreifen mit Sommereignung“, so Kalkreiber. Der Fahrer spare aber Kosten und Zeit, weil das Wechseln entfällt. Unabhängig vom Auto gibt es jedoch eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ein T hinter der Reifengröße bedeutet, dass bis zu 190 km/h erlaubt sind, ein H bis 210 km/h. Generell schneiden die Allrounder in Tests schlechter ab. Im Winter hafte der Ganzjahresreifen nicht so gut an Eis wie Winterreifen. Im Sommer verbrauchen Autos mit solchen Rädern mehr Sprit als sommerbereifte und die Reifen verschleißen schneller. Wie stark dieser Effekt ist, hänge vom Fahrverhalten ab. Für Stadtautos und kleine Pkws empfiehlt Kalkreiber sie dennoch.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Wechseln?

eder kennt die Faustregel O bis O, von Oktober bis Ostern. Das ist auch prinzipiell richtig. Nachgewiesen ist, dass die Leistung der Winterreifen zunimmt, sobald die Temperaturen dauerhaft unter sieben Grad liegen. „Problematisch ist, dass es auf einmal allen einfällt, sobald die Nachricht kommt: Schneegrenze sinkt“, sagt Tilo Kalkreiber. Momentan wartet der Autofahrer in seiner Werkstatt ein bis zwei Tage auf einen Termin zum Radwechsel. Im Reifenhaus Freital sind die Wartezeiten derzeit noch ähnlich moderat. „Aber das ändert sich, sobald die erste Schneeflocke fällt“, sagt Inhaber Ralf Hubrig.

Sind Alu- oder Stahlfelgen im Winter besser geeignet?

„Da gibt es keinen Unterschied – in Preis und Funktion“, erklärt Tilo Kalkreiber. Nur über die Ästhetik lasse sich streiten.

Darf man mit alten Reifen trotz des neuen Schneeflockensymbols fahren?

Der Gesetzgeber legt fest, dass alle ab dem 1. Januar 2018 produzierten Winterreifen mit dem Schneeflockensymbol versehen werden müssen. Bei allen bis zum 31. Dezember 2017 produzierten Reifen gilt eine Übergangsfrist. So dürfen die alten mit M+S (Matsch und Schnee) markierten Reifen bis zum 30. September 2024 auf deutschen Straßen rollen.

Gibt es auch Winterreifen für Fahrräder?

Frank Salzmann von der Radstation Pirna rät, ab Ende November Reifen mit Spikes zu benutzen. Die sind im Gegensatz zum Auto legal. Ein Satz kostet in etwa 120 Euro und ist perfekt für Schnee und Glätte. Je mehr Spikes am Reifen, desto sicherer sei die Fahrt. „Aber auch entsprechend langsamer“, sagt Salzmann, der jetzt auch immer mehr E-Bike-Fahrer mit Spikes im Winter sieht. Generell sei es wichtig, die Spikereifen jetzt zu kaufen, da sie eingefahren werden müssen, um sicher zu sein.

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