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Samstag, 30.12.2017

Schöne Überraschung für Olbersdorf

Dank unerwarteter Fördermittel kann die Gemeinde im kommenden Jahr mehr bauen als geplant – und muss dafür selbst nicht mehr Geld ausgeben.

Von Mario Sefrin

Über einen Geldsegen in Form von Fördermitteln darf sich Olbersdorf freuen.
Über einen Geldsegen in Form von Fördermitteln darf sich Olbersdorf freuen.

© Rafael Sampedro

Olbersdorf. Besser hätte das Jahr 2017 für Olbersdorf nicht enden können: Weil die Gemeinde unerwartet Geld aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau-Ost“ bekommen hat, kann Olbersdorf 2018 mehr investieren als bislang vorgesehen. Die erforderlichen Beschlüsse dafür, einschließlich einer Umwidmung bisher gebundener Kredite, haben die Gemeinderäte einstimmig auf ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr am 13. Dezember gefasst.

Olbersdorf hat aus dem Stadtumbau-Programm rund 182 000 Euro bekommen. Die Gemeinde kann das Geld gut gebrauchen. Haben sich für den Ort doch erst jüngst die Eigenanteile für Vorhaben bei einem anderen Förderprogramm erhöht: dem Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung“ des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre). Olbersdorf hat es als einzige Gemeinde in Sachsen in dieses Förderprogramm geschafft und will darüber in den nächsten Jahren rund 6,3 Millionen Euro investieren. Neben der Schaffung eines Freizeit- und Ruheparks zur Aufwertung des Wohngebiets Grundbachsiedlung sollen das Fernwärmenetz im Oberdorf ausgebaut, die Straßenbeleuchtung in der Grundbachsiedlung und entlang der Fernwärmetrasse erneuert und umgestellt sowie das kommunale Kinderhaus „Spielkiste“ energetisch saniert werden.

Bedingt durch Verzögerungen bei der Vergabe der Fördermittel haben sich aber die Efre-Einzelmaßnahmen in Olbersdorf verteuert. Vor allem der Ausbau des Fernwärmenetzes ist nun 400 000 Euro teurer als noch vor einem Jahr geplant. Die Sächsische Aufbaubank als Fördermittelgeber habe darauf jedoch reagiert und pauschal eine Kostenanpassung vorgenommen, erklärt Michael Noack von der Olbersdorfer Gemeindeverwaltung. Das heißt: Es fließt einerseits mehr Geld nach Olbersdorf, andererseits steigt damit aber auch der Eigenanteil für die Gemeinde.

Mehr Investitionen im Kinderhaus

Diese Steigerung kann die Gemeinde aber dank des zusätzlichen Geldes aus dem Stadtumbau-Förderprogramm ausgleichen und durch Einsatz des Geldes für die Efre-Maßnahmen ihren Eigenanteil verringern. Außerdem kann Olbersdorf das Stadtumbau-Geld mit der Förderung aus anderen Programmen koppeln – speziell dem Programm „Brücken in die Zukunft“. Über dieses Programm saniert und modernisiert die Gemeinde derzeit das kommunale integrative Kinderhaus „Spielkiste“. Mit den zusätzlichen Stadtumbau-Geldern kann nun auch dort mehr getan werden: Die Investitionssumme im Kinderhaus steigt von ursprünglich 560 000 auf rund 793 000 Euro.

Und obwohl die Gesamtkosten und damit auch die Eigenanteile für Olbersdorf gestiegen sind, wird es für die Gemeinde nicht teurer. Denn an der genehmigten Kreditaufnahme für die Maßnahmen in Höhe von 968 000 Euro ändert sich nichts, dafür können Mittel teilweise umgewidmet werden, da durch die zusätzlichen Fördermittel Eigenmittel frei werden. Dieses Geld will die Gemeinde nun zusätzlich ins Kinderhaus „Spielkiste“ investieren.

Die Gemeinderäte, die Mitarbeiter der Verwaltung und der Bürgermeister freuen sich über diese unerwartete Entwicklung sehr. Und auch über die Einigkeit darüber, die fraktionsübergreifend herrscht: „Die einstimmige Beschlussfassung zu den großen Investitionsmaßnahmen zeigt, dass die Vorlagen der Verwaltung schlüssig und gut vorbereitet waren. Dies haben auch alle Fraktionen gewürdigt“, sagt Bürgermeister Andreas Förster (FDP). Er ist auch froh über die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat: „Ich habe die Gelegenheit der letzten Sitzung in diesem Jahr genutzt, um auf ein erfolgreiches Jahr zurückzublicken und dem Gemeinderat für dessen konstruktive, gleichwohl stets kritische, aber vor allem ehrliche Zusammenarbeit zu danken.“

Nun wünschen sich in Olbersdorf alle Beteiligten, dass mit den vorgenommenen Anpassungen die großen Bauvorhaben endlich umgesetzt werden können.

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