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Samstag, 08.07.2017

Schneller zum schnellen Internet

Innerhalb eines halben Jahres hat eine junge Firma Privatleute und Unternehmen ans Netz gebracht – ganz ohne Kabel.

Von Cathrin Reichelt

David Noelte (links) und Jan Bretschneider (rechts) geben mit Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (2.von links) und seinem Harthaer Amtskollegen Ronald Kunze den Startschuss für den Richtfunk. Der kommt ohne Tiefbau und viel Geld aus.
David Noelte (links) und Jan Bretschneider (rechts) geben mit Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (2.von links) und seinem Harthaer Amtskollegen Ronald Kunze den Startschuss für den Richtfunk. Der kommt ohne Tiefbau und viel Geld aus.

© André Braun

Waldheim/Hartha/ Leisnig. Es passiert selten, dass ein Vorhaben schneller umgesetzt wird, als geplant. David Noelte und Jan Bretschneider haben es geschafft, obwohl die Zeitschiene ohnehin schon sportlich war. Im Dezember vergangenen Jahres haben die beiden Jungunternehmer ihre Idee, mit dem Richtfunk das schnelle Internet nach Waldheim zu bringen, Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) vorgestellt. Er stand dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, denn die Telekom verlegt ihre Kabel nicht überall dorthin, wo mehr Mbits gebraucht werden. Informationsveranstaltungen bei den Stadträten und Gewerbetreibenden der Zschopaustadt verliefen ebenso positiv. Und die beiden jungen Männer versprachen, bis August, die erste Richtfunkstrecke aufgebaut zu haben.

„Zum 1. Juli war das Netz fertig“, sagt David Noelte. Das heißt, am Funkmast am Harthaer Kreuz und an einem Standort in Waldheim, den Noelte und Bretschneider nicht nennen wollen, wurde je eine Kopfstation gesetzt. „In Leisnig liegt ein Glasfaserkabel. Von dort aus kommen die Signale per Richtfunk nach Hartha und Waldheim“, so Noelte.

Derzeit können bereits das Gewerbegebiet Waldheim bis zur Schulstraße und der Bereich der Hauptstraße bis zum Lidl per Richtfunk mit dem schnellen Internet versorgt werden. „In Hartha sieht es besser aus, weil es nicht so hügelig ist“, so Noelte. Er nennt das alte und neue Gewerbegebiet, Schönerstädt, Kieselbach, Lauschka, Queckhain und das Oberdorf von Gersdorf. Aber auch die Einwohner des Unterdorfes müssen nicht mehr lange warten, bis bei ihnen mehr Mbits anliegen.

Innerhalb der kommenden drei bis vier Wochen wird auf dem Turm der Kirche Gersdorf eine weitere Kopfstation gesetzt. Entsprechende Absprachen seien mit dem Kirchenvorstand erfolgt. Die Kopfstation sei gerade einmal einen halben Meter hoch und werde so angebracht, dass sie von unten nicht zu sehen ist, meint Jan Bretschneider.

In Waldheim seien die ersten Kunden schon angeschlossen. In den nächsten vier bis fünf Wochen folgen diejenigen, die im Februar mit der Firma MiSaxNet Vorverträge abgeschlossen haben. Wie viele das sind, behalten die Jungunternehmer für sich. Anfang August soll das Projekt auch den Geschäftsleuten aus Hartha vorgestellt werden. „Außerdem sind weitere Erschließungen in der Region geplant. „Mit den entsprechenden Bürgermeistern sind wir schon im Gespräch“, so Bretschneider. Konkreter will er erst werden, wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind.

Der Richtfunk ist aber nicht nur für Gewerbetreibende gedacht, sondern auch für Privatleute. Für letztere werden bis zu 25  Mbit angeboten, für Geschäftsleute bis zu 50 Mbit. „Auf Anfrage auch mehr“, sagt Noelte. Auf der Internetseite von MiSaxNet finden Interessierte eine Übersichtskarte über die Verfügbarkeit des Richtfunks und verschiedene Preisvarianten.

Neben der Versorgung der vorhandenen Unternehmen erwarten Noelte und Bretschneider vom Richtfunk noch einen anderen Effekt: die Ansiedlung neuer Firmen. „Denn es ist ein Standortfaktor geschaffen worden, den es bisher noch nicht gab.“ Dem pflichtet Steffen Ernst bei und geht noch weiter: „Das schnelle Internet ist nicht nur für die Wirtschaft eine Standortfrage, sondern auch für den Zuzug neuer Einwohner wichtig.“

www.misaxnet.de

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