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Dienstag, 21.03.2017

Schmuck aus dem eigenen Garten

Der Ottendorfer Lutz Neumann gestaltet farbenfrohe Anhänger für Halsketten. Seine Vertriebsleiterin ist die eigene Tochter.

Von Nadine Steinmann

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Lutz Neumann hat sich den Schuppen im Garten zu einer kleinen Werkstatt umgebaut. Hier entstehen in einem ersten Schritt die Schmuckstücke des Ottendorfers.
Lutz Neumann hat sich den Schuppen im Garten zu einer kleinen Werkstatt umgebaut. Hier entstehen in einem ersten Schritt die Schmuckstücke des Ottendorfers.

© Thorsten Eckert

Fertig! Nachdem Lutz Neumann die Schmuckstücke intensiv geschliffen und poliert hat, erstrahlen die Anhänger in den schönsten Farben.
Fertig! Nachdem Lutz Neumann die Schmuckstücke intensiv geschliffen und poliert hat, erstrahlen die Anhänger in den schönsten Farben.

© Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla. Die vergangenen Monate haben viele Grundstückseigentümer genutzt, um zu groß gewordene Bäume zu fällen. Denn nur bis Ende Februar war dies offiziell erlaubt. Doch was tun mit dem ganzen Holz? Verbrennen? Entsorgen? Lagern? Der Ottendorfer Lutz Neumann hat in jedem Fall eine ganz besondere Art der Verwertung gefunden. Er designt Schmuck aus dem Holz. Doch natürlich muss es auch besonderes Holz sein. Mit einer schönen Maserung. Wie zum Beispiel Eibe, Berberitze oder Fisetholz.

Idee stammt aus dem Internet

Vor rund vier Monaten hat der Ottendorfer seine ersten Schmuckstücke gestaltet. Die Idee dazu entdeckte er auf der Kreativwebsite „pinterest“. Seitdem sind rund 50 farbenfrohe Anhänger für Ketten entstanden. Auch die ersten Ohrringe hat Lutz Neumann für seine Frau bereits entworfen. Doch wie funktioniert das Ganze? Einfach ist es nicht und auch Lutz Neumann brauchte einige Versuche, bis er mit dem Ergebnis zufrieden war. Doch das Grundprinzip hat er gegenüber der Sächsischen Zeitung verraten: Die zurechtgesägten Hölzer legt der Ottendorfer auf den Boden einer typischen Tupperdose. Den Rest füllt er mit Harz auf – um genau zu sein mit Resin. „Dieses habe ich vorher noch mit Stempelfarbe eingefärbt“, berichtet der Schmuckdesigner. Anschließend muss alles aushärten. „Danach kann ich die komplette Platte herausnehmen. Denn erstaunlicherweise ist Polyethylen der einzige Stoff, mit dem sich Resin nicht verbindet“, berichtet der 56-Jährige. An den Holzstücken klebt der Harz dagegen wie Leim. Nun kann der Ottendorfer aus der kompletten Platte einzelne Stücke heraussägen und sie in Form bringen. Anschließend müssen sie noch geschliffen und poliert werden, damit sie am Ende den wunderschönen Glanz erhalten und im Licht strahlen.

Aufwendiges Polieren

Der gesamte Prozess dauert ungefähr eine Stunde – und das Ergebnis sind gleich mehrere Anhänger. Nur das Schleifen und Polieren nimmt manchmal doch etwas mehr Zeit in Anspruch. „Vor allem bei den kleinen Ohrringen“, erklärt Lutz Neumann lachend.

Seine Anhänger verkauft der Ottendorfer mittlerweile sogar. Beziehungsweise seine Tochter Marie. Denn sie hat die Rolle der Vertriebsleiterin übernommen. „Es ist zu einem kleinen Vater-Tochter-Projekt herangewachsen“, berichtet der 56-Jährige lächelnd. Wer Interesse an den besonderen Anhängern hat, kann sich über die Facebook-Seite „ColourfulWood Art“ bei Marie Neumann melden. Ein Anhänger kostet zwischen 15 und 20 Euro. Die ersten Stücke konnte das Vater-Tochter-Gespann bereits verkaufen. Und sogar aus Österreich gibt es bereits Interessenten.

Doch grundsätzlich ist das Designen von Schmuck ein Hobby für Lutz Neumann. Denn hauptberuflich ist der 56-Jährige Chefgärtner im Friedrichstädter Krankenhaus in Dresden. Ein Job, der ihm natürlich auch einige Vorteile bietet: „Das Krankenhaus hat viele schöne und alte Bäume“, erzählt Lutz Neumann. Und ab und zu, wenn er eine schöne Maserung entdeckt, kann er sich von den gefällten Bäumen ein wenig Holz mit nach Hause nehmen. Und daraus wieder neue und einzigartige Schmuckstücke fertigen.