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Freitag, 08.12.2017

Schiefe Ebene Gorkistraße

Die inzwischen flutsanierte Trasse in Pirna weist ein ungewöhnlich starkes Gefälle von der Mitte zum Gehweg auf. Kraftfahrer befürchten, der Huckel könnte ihre Autos beschädigen.

Von Thomas Möckel

Autos in Schräglage: Auf der Maxim-Gorki-Straße in Pirna fällt die Fahrbahn ungewöhnlich steil von der Straßenmitte zum Gehweg hin ab. So soll das Regenwasser besser ablaufen. Vielen Autofahrern behagt das Gefälle allerdings nicht.
Autos in Schräglage: Auf der Maxim-Gorki-Straße in Pirna fällt die Fahrbahn ungewöhnlich steil von der Straßenmitte zum Gehweg hin ab. So soll das Regenwasser besser ablaufen. Vielen Autofahrern behagt das Gefälle allerdings nicht.

© Norbert Millauer

Pirna. Am Anfang überwog zunächst die Freude. Nach monatelanger Bauzeit gab Pirna die Maxim-Gorki-Straße Ende November wieder frei. Die wichtige Verkehrsader zwischen Busbahnhof und Feldschlösschenkreuzung lässt sich nun hindernisfrei passieren, Einbahnstraße und Staus sind Geschichte. Viele Pirnaer jubelten, dass es endlich eine Baustelle weniger gibt. Doch ins kollektive Aufatmen mischte sich rasch neues Ungemach.

Für viele Kraftfahrer kommt die sanierte Trasse mit einem zu starken Gefälle von der Straßenmitte zum Fußweg daher. Thomas Pietzsch beispielsweise beschreibt im sozialen Netzwerk Facebook, dass man in der Linksabbiegerspur in Richtung B172 fast 30 Zentimeter höher stehe als der Gehweg. Angesichts der Bergkuppe in der Straßenmitte wünscht Ronny Schiller allen Autofahrer viel Glück, dass die Ölwanne am Unterboden heil bleibt. Und Tony Rö unkt, man müsse erst einmal schauen, wie sich die Straße überqueren lasse, wenn man mit vollem Kofferraum vom nahen Obi-Baumarkt komme. Doch warum geriet die Gorkistraße derart in Schieflage?

In der Tat neigt sich die Fahrbahn mächtig schräg zum Fußweg hin, nach Auskunft des Pirnaer Rathauses besitze die Gorkistraße im Vergleich zu anderen Straßen ein leicht größeres Gefälle. Als die Trasse vor Jahren ausgebaut wurde, ließen Planer und Bauleute in der Mitte absichtlich einen großen Huckel, damit das sich auf der Fahrbahn sammelnde Regenwasser besser ablaufen kann und sich keine Pfützen auf der stark befahrenen Strecke bilden. Und die Beule in der Straßenmitte wird auch weiterhin bleiben.

Hauptsächlich zwei Gründe verhinderten, die Fahrbahn etwas flacher zu legen. Nach Aussage der Stadtverwaltung ließ Pirna in den zurückliegenden Monaten lediglich Flutschäden von 2013 an der Gorkistraße beseitigen. Innerhalb dieses Großvorhabens erneuerten Fachleute die Leitungen im Untergrund der Trasse und trugen anschließend eine neue Asphaltschicht auf. Und nur für diese Arbeiten erhielt Pirna Fördermittel aus dem Flut-Aufbauhilfefonds. Aus diesen Gründen sei die Gorkistraße laut des Rathauses nicht grundhaft ausgebaut worden. Demzufolge blieb auch das Niveau der vorhandenen unteren Schichten – die sogenannte Packlage – unangetastet und erhalten.

Auch ungeachtet dessen hätten die Bauleute die Kuppe in der Straßenmitte nicht einfach so abfräsen können. Nach Auskunft der Stadt wäre auf diese Weise der unter der Straße liegende Schichtenaufbau zerstört worden, darunter hätte vor allem die Tragfähigkeit der Straße gelitten. Insofern sei nur die Variante geblieben, die Fahrbahn neu zu asphaltieren. Und nach der Reparatur der Trasse, so das Rathaus, habe sich das Gefälle im Vergleich zum Zeitpunkt vor dem Bauvorhaben sogar geringfügig verbessert.

Und jenen, die jetzt um Ölwannen und Unterböden ihrer Autos fürchten, will die Stadt auch ein wenig die Angst nehmen. Es sei ziemlich unwahrscheinlich, heißt es aus dem Rathaus, dass Pkws beschädigt werden, wenn sie die Straße überqueren.

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