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Freitag, 13.10.2017

Scheitern mit Happy End

Die Pleite des Lausitzer Druckhauses traf auch die Firma Issitec in Bischofswerda. Jetzt kauft der Gründer seinen Betrieb zurück und startet neu.

Von Ingolf Reinsch

Frank Israel zeigt einige der Erzeugnisse seiner Firma. Graviert werden Edelstahl, Holz und Glas. Ein Renner sind beispielsweise Spaten, die Bauherren für den symbolischen ersten Spatenstich oder auch Kleingärtner gravieren lassen.
Frank Israel zeigt einige der Erzeugnisse seiner Firma. Graviert werden Edelstahl, Holz und Glas. Ein Renner sind beispielsweise Spaten, die Bauherren für den symbolischen ersten Spatenstich oder auch Kleingärtner gravieren lassen.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Die Firma Issitec kehrt nach Bischofswerda zurück. Frank Israel (61), der sein Unternehmen vor zweieinhalb Jahren ans Lausitzer Druckhaus verkaufte, um die Geschäftsnachfolge und den Standort Bischofswerda langfristig zu sichern, konnte die Firma nach der Insolvenz des Bautzener Stammhauses zurückkaufen. Eine Scheidung mit Happy End. „Ich habe mich mit dem Insolvenzverwalter und dem bisherigen Geschäftsführer des Druckhauses vernünftig geeinigt“, sagte der Unternehmer am Donnerstag der SZ.

Seit gut einer Woche laufen am Firmensitz an der Kamenzer Straße die Vorbereitungen für einen Neustart. Alle Maschinen, die Frank Israel braucht, sind noch da. Eine weitere für den Rollendruck konnte er aus der Insolvenzmasse des Druckhauses erwerben. Aktuell führt er einen Kampf mit der Telekom, der profan anmutet: Issitec braucht einen neuen Telefonanschluss. Aktueller Schwerpunkt für den Unternehmer ist allerdings die Kundenakquise. Vor allem der in 15 Jahren gewachsene Kundenstamm in Industrie und Handwerk soll erfahren: Issitec ist wieder da. Das Bischofswerdaer Unternehmen war deutschlandweit am Markt platziert und möchte dorthin wieder zurück. Erste Reaktionen sind positiv, und es gibt auch schon erste Aufträge. Beispielsweise von der Putzkauer Maschinenbaufirma Fiedler. – Issitec druckt so ziemlich alles, was Industrie und Handwerk brauchen. Zum Beispiel Typenschilder für Maschinen. Ein Wachstumsmarkt, da immer mehr Produzenten dabei auf die Qualität achten, die die Schiebocker Firma bietet. „Der erste Blick der Kunden geht aufs Produkt, der zweite aufs Typenschild, um zu sehen, was die Maschine leistet“, sagt Frank Israel. Issitec druckt mittels Laser Industriebeschriftungen auf Edelstahl, Holz und Glas. Das Unternehmen ist auch in der Textilveredlung tätig, druckt Etiketten und bietet Großdruck an. Von der Bautzener Orgelbaufirma Eule steht ein besonderer Auftrag in Aussicht: In den dünnen Holzplatten für die Register sollen die Löcher mittels Laser ausgeschnitten und anschließend beschriftet werden. Auch Bauherren greifen für den symbolischen ersten Spatenstich gern auf die Leistungen der Firma zurück und lassen in die Spaten für die Honoratoren mittels Laser den Anlass eingravieren. 800 Spaten im Jahr wurden so schon veredelt.

Aktuell als Einzelkämpfer unterwegs

Issitec produziert auch für Privatkunden. Das zur Firma gehörende Geschäft ist auch Fanshop des Bischofswerdaer Fußballvereins 08. Viele der Fanartikel werden im eigenen Haus veredelt. Das Geschäft ist momentan noch nicht regulär geöffnet. Doch wer anruft (die bisherige Rufnummer ist aufs Handy von Frank Israel umgeschaltet), wird nach Absprache bedient.

Aktuell ist Frank Israel Einzelkämpfer in seinem Unternehmen. Voraussichtlich ab November wird er die ersten Mitarbeiter einstellen. Bekannte Gesichter. Denn er holt „seine“ früheren Issitec-Mitarbeiterinnen zurück. Drei bis vier Beschäftigte soll es künftig geben. Für den Naundorfer steht zurzeit vieles auf Neubeginn. Doch seine Branchenkenntnisse und gute Netzwerke, die er sich in Jahrzehnten aufgebaut hat, machen den Anfang leichter. Er startete als selbstständiger Handelsvertreter für Lasergravurmaschinen. Es sind genau jene Maschinen, auf denen er seit der Gründung von Issitec 2003 auch arbeitet.

Im Grunde war die Firma Issitec auch in den vergangenen zweieinhalb Jahren in Bischofswerda präsent – als Betriebsteil des Lausitzer Druckhauses. Frank Israel war in dieser Zeit Betriebsleiter in Bischofswerda und Mitglied der Geschäftsleitung des Bautzener Stammhauses. Nach nervenaufreibenden Monaten soll es nun wieder in ruhigeren Fahrwassern weitergehen. Für ihn selbst und mit dem Unternehmen. Noch vier bis fünf Jahre bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand möchte Frank Israel die Firma führen. Zugleich arbeitet er an der Unternehmensnachfolge. Diesmal wird er sie im eigenen Haus regeln.

Kontakt: 03594 779909