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Freitag, 08.12.2017

Roßweiner Kinder haben bescheidene Wünsche

Rund 150 bunte Zettel für den Weihnachtsmann hingen am Baum im Rathaus. Einige von ihnen sind fehlerhaft.

Von Tina Soltysiak

© Symbolfoto

Roßwein. Um die 150 Wunschzettel hat Antje Lange von der Roßweiner Stadtverwaltung nach dem Weihnachtsmarktwochenende vom festlich geschmückten Tannenbaum im Rathaus abgenommen. „Die Zahl ist guter Durchschnitt“, sagt sie. Seit mehreren Jahren schon bietet die Kommune an, dass Mädchen und Jungen einen Wunschzettel am Weihnachtsbaum aufhängen. Mit etwas Glück kommt am Vormittag des 24. Dezembers der alte Mann mit dem roten Mantel und dem weißen Rauschebart und erfüllt der Weihnachtswunsch. „Sie sind in diesem Jahr bescheidener und bodenständiger ausgefallen“, erzählt Antje Lange. Große Plüschtiere, Teddybären haben die Kinder gemalt oder beschrieben. „Und Einhörner sind stark nachgefragt“, ergänzt sie. Die Mitarbeiterin des Bürgerbüros bereitet die bunten Zettel in Heimarbeit vor. Früher durften die Kinder ihr Papier mit einer Wäscheklammer anbringen. Davon sind die Hilfswichtel aber abgewichen und auf Geschenkband umgestiegen.

Drei bis sechs Kinder profitieren

Es habe schon Jahre gegeben, da standen auf den Wunschzetteln allerlei Technik – vom Laptop bis hin zu Spielkonsolen. „Solche Wünsche kann unser Weihnachtsmann nicht erfüllen. Die sind zu teuer“, sagt Antje Lange. Denn dass sie für einige Kinder in Erfüllung gehen, ist privaten Spendern zu verdanken. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) selbst und sein Stellvertreter Peter Krause (Die Linke) finanzieren seit jeher den Kauf der Geschenke. Inzwischen haben sich noch mehr Personen gefunden, die sich einen Wunschzettel schnappen und das Geschenk dann schön eingepackt für den Gabensack abgeben. Im vergangenen Jahr waren daher sogar schon zwei Weihnachtsmänner an Heiligabend für die Kommune unterwegs gewesen, damit alle Kinder bis zum Mittag ihre Geschenke erhalten haben.

Nicht alle 150 Wünsche werden in Erfüllung gehen. Das habe mehrere Gründe, wie Antje Lange erläutert: „Manche Kinder hätten gern, dass ihre Eltern wieder eine Arbeit bekommen oder mehr Zeit für sie haben.“ Andere Jungen und Mädchen bitten um nichts anderes als Gesundheit. „Berücksichtigt werden nur Kinder aus Roßwein und den Ortsteilen“, stellt Lange klar. Zudem würden soziale Kriterien eine Rolle spielen. „Hierbei arbeiten wir eng mit Erziehern zusammen. Die kennen die Familien und können Hinweise geben“, erläutert Antje Lange. Sie führt eine Liste, welche Jungen und Mädchen in den vergangenen Jahren Besuch vom Weihnachtsmann bekommen haben, damit Dopplungen ausgeschlossen sind. „Im Schnitt profitieren drei bis sechs Kinder pro Jahr von unserer Weihnachtsaktion“, sagte sie.

Schlechte Rechtschreibung

2005 wurde der Wunschzettelbaum erstmals aufgestellt. Seitdem hat Antje Lange vom Bürgerbüro Hunderte zum Teil liebevoll gestaltete Papierbögen in den Händen gehabt. „Dabei ist mir aufgefallen, dass in den vergangenen Jahren die Rechtschreibung der Kinder schlechter geworden ist. Einige sind im Alter von 13 Jahren nicht einmal in der Lage, den Namen der Straße, in der sie wohnen, richtig zu schreiben“, schildert sie. Das stimme sie etwas nachdenklich und traurig. In die Rolle des Weihnachtsmannes werde in diesem Jahr erneut Harald Büttner schlüpfen, verriet sie. Eigentlich kündigt er seit einigen Jahren seinen Rückzug an, kann von diesem besonderen Ehrenamt – glücklicherweise – aber doch nicht so recht lassen.

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