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Mittwoch, 03.01.2018

Rhododendronpark ist gefragt wie nie

Kromlauer Touristiker ziehen positives Fazit für 2017. Zum nächsten Park- und Blütenfest kommt ein Volksmusikstar.

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Die Rakotzbrücke zieht beinahe täglich Besucher nach Kromlau. Derzeit führt der See allerdings kaum noch Wasser, weil die Brücke für die anstehende Sanierung untersucht wird.
Die Rakotzbrücke zieht beinahe täglich Besucher nach Kromlau. Derzeit führt der See allerdings kaum noch Wasser, weil die Brücke für die anstehende Sanierung untersucht wird.

© Joachim Rehle

Mandy Klau arbeiet in der Tourismusinformation in Kromlau. Dort ist sie eine von insgesamt drei Mitarbeiterinnen.
Mandy Klau arbeiet in der Tourismusinformation in Kromlau. Dort ist sie eine von insgesamt drei Mitarbeiterinnen.

© Jost Schmidtchen

Der Kromlauer Rhododendronpark hat in den vergangenen Jahren deutschlandweit eine hohe Popularität erlangt. Über Besuchermangel haben sich die Tourismusmanagerinnen Carmen Rakel, Silke Krüger und Mandy Klau im Jahr 2017 nicht beklagen können. Der Park hat sich zu einem regelrechten Besuchermagnet entwickelt. Vor allem das Rakotzensemble mit der inzwischen weltweit berühmten Rakotzbrücke hat es den Gästen angetan. Neben den Filmaufnahmen zum „Zauberlehrling“ zog der Park aber vor allem wegen eines Fotos, bei dem ein BMX-Fahrer über die Brücke fuhr, die Aufmerksamkeit auf sich.

Die SZ hat mit Mandy Klau über das vergangene und das kommende Jahr gesprochen.

Frau Klau, wie bewerten Sie im Allgemeinen den wachsenden Zuspruch zum Kromlauer Park?

Unser Park hat sich zu einem Kleinod in der Lausitz entwickelt, zum einen, weil es uns mit großen Anstrengungen gelingt, ihn in der Schönheit seiner Natur und mit allen seinen Sehenswürdigkeiten für Gäste immer attraktiver zu machen. Gezählt oder hochgerechnet haben wir die Parkbesucher nicht, aber schon allein die vielen Privat-Pkw und Reisebusse auf dem Parkplatz zeigen das gestiegene Interesse. Hinzu kommen die vielen Radwanderer und die Fahrgäste, die mit der Waldeisenbahn anreisen. In vergangenen Jahren zog die Rhododendronblüte vor allem die Gäste zu uns. Das hat sich grundlegend gewandelt, viele wissen inzwischen, dass der Park zu allen Jahreszeiten seine Reize hat.

Wie verlief im vergangenen Jahr die Urlaubssaison?

Trotz des durchwachsenen Sommerwetters recht gut, wenn man die Statistik mit den Vorjahren vergleicht. Da gibt es kaum Abweichungen. In unserer Bungalowsiedlung hatten wir wieder um die 4 500 Übernachtungen, in den Sommerschulferien Sachsens war die Belegung 100 Prozent, ebenso zu Himmelfahrt, Pfingsten und zum 3. Oktober. Viele, die kommen, sind langjährige Stammgäste. Sie fühlen sich hier in der Ruhe wohl und geborgen, um vom Alltag einmal abzuschalten. Ganzjährig genutzt wird unsere Ferienwohnung im Schloss. Mittlerweile auch von ausländischen Gästen, so aus Kanada, Polen und England. Alle kommen, um die Rakotzbrücke zu sehen. Dabei stoßen sie auf weitere Sehenswürdigkeiten, auch in der Umgebung, und da kommen sie erneut wieder.

Wie waren der Badesee und das Camping am See gefragt?

Am Badesee nehmen wir keinen Eintritt. Wenn es Sonnenschein gab, dann kamen viele Badegäste, traditionell auch unsere polnischen Nachbarn. Aber es hat ja im letzten Sommer auch reichlich geregnet und es war kühl. Dann ruhte still auch der Badesee.

Überrascht hingegen waren wir vom Camperzuspruch. Der war sehr gut. Sowohl unsere Dauercamper waren gekommen, aber auch viele Kurzzeitcamper machten auf ihrer Durchreise in Kromlau Station, was so viel heißt, sie verlebten hier einige Tage Urlaub, um sich mit den Schönheiten des Parks vertraut zu machen.

Im Kromlauer Schloss gibt es ja nun seit einigen Jahren auch ein Trauzimmer. Wie ist da die Nachfrage?

Wir können nicht klagen. Viele Heiratslustige fragen an und können zufriedengestellt werden. Die meisten Pärchen sind Einheimische, andere haben die Lokalität zum Heiraten im Internet entdeckt. Attraktiv finden alle die schönen Hochtszeitsfotomotive, die unser Park bietet.

Das Trauzimmer verlockt neben der Hochzeit auch zur Kleinkunst. Da gibt es für 2018 neue Überlegungen?

Das ist richtig. Am 10. Februar begrüßen wir Gunther Emmerlich zu einer musikalisch-literarischen Veranstaltung, die aber leider schon ausverkauft ist. Für den 2. Juni haben wir Franziska Troegner und Jaecki Schwarz verpflichten können. Sie lesen „Mit der Lammkeule auf dem Weg zum Himmel“. Die Lesung findet entweder im Wintergarten statt oder bei schönem Wetter im Freien.

Möchten Sie die Angebote der Kleinkunst zukünftig fest etablieren?

Das hängt von der Besuchernachfrage ab. Ich denke schon, dass wir diesbezüglich auf einem guten, neuen Weg sind.

Frau Klau, wie zufrieden waren Sie mit dem Park- und Blütenfest 2017?

Leider gab es auch zum Park- und Blütenfest im vergangenen Jahr eher ein durchwachsenes Wetter. Mit der Besucheranzahl waren wir dennoch zufrieden. Bei Sonnenschein wären aber freilich mehr gekommen. Doch im Festzelt beim Konzert mit Anita & Alexandra Hofmann blieb kein Plätzchen frei. Die beiden Künstlerinnen begeisterten das Publikum. Am Pfingstmontag schien dann wieder die Sonne, und in der Folge kamen schon am Vormittag viele Besucher zum Frühschoppen mit den „Lustigen Musikanten“ aus Graustein.

Gibt es schon eine Vorschau auf das Park- und Blütenfest 2018?

Ja, wir werden an bewährten Veranstaltungen wie die Blaulichtmeile, das Königinnen- und das Oldtimertreffen festhalten. Stargast am Sonntag wird Stefanie Hertel sein, Montag ist erneut ein Familientag geplant. Auch die „Lustigen Musikanten“ werden wieder zum Frühschoppen aufspielen. Erstmals haben wir Hubschrauberrundflüge geplant. Ob das klappt, kann ich im Moment aber noch nicht sagen.

Das Gespräch führte Jost Schmidtchen.