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Samstag, 13.01.2018

Rekordjahr für die Waldeisenbahn

2017 haben mehr als 53000 Fahrgäste die Region Weißwasser erkundet. Derzeit laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison.

Von Christian Köhler

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Carsten Glaß von der Waldeisenbahn Muskau ist gerade über die kalte Jahreszeit in der Werkstatt an der Weißwasseraner Jahnstraße tätig. Zahllose Wartungsarbeiten, wie hier an den Achslagern an der Diesellok, stehen an.
Carsten Glaß von der Waldeisenbahn Muskau ist gerade über die kalte Jahreszeit in der Werkstatt an der Weißwasseraner Jahnstraße tätig. Zahllose Wartungsarbeiten, wie hier an den Achslagern an der Diesellok, stehen an.

© Joachim Rehle

Groß war zuletzt das Interesse an der Dampflok während der Glühweinfahrt zum Neujahrstag in Kromlau. Da gehört ein Schnappschuss für die begeisterten Eisenbahnfans natürlich dazu.
Groß war zuletzt das Interesse an der Dampflok während der Glühweinfahrt zum Neujahrstag in Kromlau. Da gehört ein Schnappschuss für die begeisterten Eisenbahnfans natürlich dazu.

© Rolf Ullmann

Weißwasser. Das vergangene Jahr lässt die Waldeisenbahner noch immer nicht zur Ruhe kommen. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. „Wir haben ein so erfolgreiches Jahr gehabt“, sagt Susann Lichnok, „dass wir uns noch heute die Augen reiben.“ Mehr als 53 000 Fahrgäste sind 2017 mit der Waldeisenbahn Muskau (WEM) gefahren – so viele wie noch nie. „Wir freuen uns sehr, dass wir gerade auch bei den Weißwasseranern viel Zuspruch und Interesse für unsere Bahn erhalten haben“, sagt die Marketingverantwortliche.

Zurückzuführen ist das gestiegene Interesse an der Schmalspurbahn rings um Weißwasser sicher auf die Erweiterungen und Eröffnungsfeierlichkeiten der neuen Streckenabschnitte. „Zu den Eröffnungsfahrten der Tonbahnlinie über Ostern zum Schweren Berg waren die Züge voll“, berichtet Susann Lichnok. „Das war absolut der Knaller, dass selbst bei dem schlechten Wetter das Interesse so groß gewesen war.“

Das nächste Highlight startete dann bereits Anfang Mai mit der Eröffnung des neuen Haltepunktes im Muskauer Badepark. Dabei, so halten die Eisenbahner fest, sei der Zuspruch der Menschen sowie auch das Engagement der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau enorm gewesen. Sachsenweit habe die Umverlegung der Strecke in Bad Muskau sowie die Verlängerung um gute 200 Meter für Aufsehen gesorgt. Erst nach den Sommerferien sei, so Susann Lichnok, der Besucherandrang auf die Schmalspurbahn langsam abgeebbt.

Erneut angestiegen sei dagegen die Nachfrage nach Fahrten mit der WEM gerade über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr. „Wir dachten, es würde über die Zeit hinweg eine Sättigung einsetzen, aber das ist bislang noch nicht eingetreten. Das ist wirklich wunderbar“, freut sich die WEM-Marketingchefin. Schon vor den Festtagen habe sich angedeutet, dass die Fahrgastzahl über 50000 ansteigen würde. Nun liege man mit mehr als 3000 darüber. „Wir sind aber auch realistisch, dass 2017 ein Ausnahmejahr war und es 2018 möglicherweise wieder weniger werden könnten“, gesteht Susann Lichnok.

Zwar nutzen besonders Oberlausitzer das Angebot der WEM, den Geopark Muskauer Faltenbogen, den Rhododendronpark in Kromlau oder etwa den Badepark in Bad Muskau mit der historischen Kleinbahn zu erkunden, es kommen aber auch immer mehr Fahrgäste aus dem Ausland. „Etwa zehn Prozent unserer Passagiere kommen aus Polen oder Tschechien“, erzählt Susann Lichnok. Darüber hinaus kämen Besucher aus dem Spreewald und Südbrandenburg wie auch aus Mittelsachsen oder dem Freistaat Thüringen.

Gestiegen sei auch die Nachfrage nach Sonderfahrten, die Eisenbahnfans aus ganz Deutschland wollen. „Das ist für uns eine schöne Sache, aber für unsere ehrenamtlichen Vereinsmitglieder bedeutet dies natürlich viel Anstrengung.“ Immerhin müssen die Fahrten abgesichert werden, muss sich genügend Personal auf den Zügen befinden.

Dass die Waldeisenbahner während der kalten Jahreszeit, wenn die Loks nicht fahren, auf der faulen Haut liegen würden, ist ein verbreiteter Irrglaube. Gerade über den Winter stehen jede Menge Wartungsarbeiten an den Gleisen oder den Waggons an. „Bis zur neuen Saison – die ersten Fahrten sind ja schon für Ostern geplant – gibt es immer jede Menge zu tun“, sagt Susann Lichnok. Auch das Streckennetz will in Schuss gehalten, Bäume und Sträucher an den Gleisen müssen zurückgeschnitten werden. Derzeit befinden sich darüber hinaus die Dampflokomotiven 99 3312 „Diana“ und die 993317 zur Wartung in einer tschechischen Werkstatt. Es sei aber noch nicht abzusehen, wann die Reparaturen abgeschlossen sein werden. Mindestens eine Lok soll aber noch in diesem Jahr wieder den Weg nach Weißwasser finden.

Neben den vielen positiven Entwicklungen bei der Waldeisenbahn hat es aber im vergangenen Jahr auch einen schmerzlichen Verlust gegeben: Das Herz von Waldeisenbahner Bernd Krasel hat aufgehört zu schlagen. „Wir vermissen ihn wirklich sehr“, sagt Susann Lichnok. Über viele Jahre war Bernd Krasel stets mit Leib und Seele dabei, hat ausgeholfen, wenn einmal der Schuh gedrückt hat. „Sein Fachwissen und sein Engagement sind für uns Gold wert gewesen“, räumt Susann Lichnok ein. Bernd Krasel wird immer einen Platz im Herzen der Waldeisenbahner haben.

Die Saison bei der Waldeisenbahn Muskau startet am 30. März über Ostern. Regelmäßige Fahrten gibt es dann ab dem 28. April. Der Dampflokbetrieb ist für jedes erste Wochenende des Monats vorgesehen. „Tickets sollten bereits im Voraus gebucht werden“, sagt Susann Lichnok. Zusätzlich werden 2018 monatlich zwei Fahrten zum Schweren Berg angeboten.

Kontakt über 03576 207472 oder www.waldeisenbahn.de