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Freitag, 11.08.2017 15 Jahre nach der Flut

Rasende Weißeritz

Wie Menschen die Katastrophe erlebten: Der damalige ehrenamtliche Bürgermeister von Dorfhain und Firmeninhaber erlebte die geballte Macht der Flut.

Die Flut auf dem Firmengelände von Lothar Mende brachte eine riesige Halle zum Einsturz.
Die Flut auf dem Firmengelände von Lothar Mende brachte eine riesige Halle zum Einsturz.

© Karl-Ludwig Oberthür

Dorfhain. Lothar Mende, damals 50 Jahre alt und ehrenamtlicher Bürgermeister von Dorfhain, befand sich am 12. August 2002 in seiner Firma in der Hosenmühle im Tal der Wilden Weißeritz, als ihn die ersten Nachrichten über reißende Dorfbäche erreichten. „Ich habe die Kollegen gleich nach Hause geschickt“, erinnert er sich. Die Wilfried Mende GmbH, die Kunststoffteile produziert, sah er zu diesem Zeitpunkt nicht gefährdet: „Die Weißeritz hatte bis in den späten Nachmittag hinein Normalstand.“ Trotzdem ließ Mende Sandsäcke aufstapeln. „Das hat sich im Nachhinein als vollkommen lächerlich erwiesen“, sagt er. „Das Wasser war nicht das Schlimmste, sondern die geballte Macht der rasenden Flut.“ Sie brachte auf seinem Firmengelände eine zwölf mal dreißig Meter große Halle zum Einsturz. Nach einer Woche aber lief die Produktion wieder an – gerade noch rechtzeitig, meint Mende: „Länger hätten die Kunden nicht gewartet.“ Das Familienunternehmen, 1948 von Mendes Vater gegründet, gibt es heute noch, nunmehr in dritter Generation mit Lothar Mendes Sohn Andreas an der Spitze. (SZ/th)

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