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Donnerstag, 14.09.2017

Radwegbrücke im Alberthafen wird saniert

Das Bauwerk bekommt ein Doppelgeländer der etwas anderen Art. Für Autos bleibt es auch weiterhin gesperrt.

Von Nora Domschke

Rost, Rost und Rost – die Brücke über der Einfahrt zum Alberthafen ist in die Jahre gekommen. Zeit für eine Frischekur, die im März 2018 beginnt.
Rost, Rost und Rost – die Brücke über der Einfahrt zum Alberthafen ist in die Jahre gekommen. Zeit für eine Frischekur, die im März 2018 beginnt.

© Sven Ellger

Dresden. Die Stahlfachwerkbrücke im Alberthafen hat ihre besten Tage hinter sich. Die rostigen Stellen sind allerdings nicht nur ein ästhetischer Makel – sie haben dem 1893 errichteten Bauwerk in den vergangenen Jahrzehnten derart zugesetzt, dass ihm die Brückenprüfer vor einem Jahr nur noch die Note vier geben konnten. „Die Brücke ist vollkommen verschlissen“, sagt Andreas Gruner, Abteilungsleiter im Straßen- und Tiefbauamt.

Der Brückenfachmann zählt die Schäden auf: Rostgrad fünf, stark beschädigte Fahrbahn, defekte Dichtung und Lager. Das hat zur Folge, dass das Denkmal im Alberthafen nicht mehr tragfähig ist. Für den Auto- und Lkw-Verkehr wurde es bereits 2013 gesperrt, als Teil des linkselbischen Radweges darf es weiterhin genutzt werden. 2002 wurde die Brücke zum Abschnitt des internationalen Elberadweges. Damit das auch so bleibt, investiert die Stadt im kommenden Jahr rund eine Million Euro in die Sanierung der Brücke. Gebaut wird von März bis November. In dieser Zeit kann die Querung weiter genutzt werden; sie wird nur halbseitig gesperrt.

Zunächst wird die vorhandene, holprige Bodenplatte abgebaut. Der künftige Geh- und Radweg wird mit 4,75 Metern etwas schmaler sein als der jetzige mit einer Breite von 7,50 Metern. Auf beiden Seiten des neuen Weges wird ein 1,30 Meter hohes Geländer errichtet, weil das historische Geländer für heutige Sicherheitsansprüche zu niedrig ist. Die Brücke bekommt also auch ein Doppelgeländer – allerdings in anderer Form als etwa auf der Albertbrücke. Das Doppelgeländer dort hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Die kunstvoll nachgebaute Brüstung war mit einem Meter nicht hoch genug. Deshalb ließ die Stadt ein zweites Geländer herstellen, das 30 Zentimeter höher ist.

Im Alberthafen wurde nun eine andere Lösung gefunden. Der Bodenbereich zwischen den beiden Absperrungen wird offen bleiben; nur die Stahlkonstruktion ist dann zu sehen. Außerdem sollen der Korrosionsschutz erneuert, die Lager und Übergänge zwischen Brücke und Ufer gereinigt und das historische Geländer an der Außenseite aufgearbeitet werden. Anschließend werden die sogenannten Buckelbleche – sie liegen unterhalb der Fahrbahn – eingebaut und die Gussasphaltschicht aufgebracht.

Weil die Verhandlungen mit dem Eigentümer der Brücke, die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH, sehr lange dauerten, konnten die Baukosten in Höhe von rund einer Million Euro im Haushalt bislang nicht eingeplant werden. Bei den Verhandlungen ging es vor allem um die Sanierung, die künftige Nutzung und Unterhaltung des Denkmals. Darüber wurde ein Vetrag abgeschlossen. Aufgrund des maroden Zustands der Brücke muss die Stadt nun aber schnell handeln und will dafür Geld aus dem Sanierungsprogramm Radwege an Gemeindestraßen investieren. Zudem hofft die Verwaltung auf Fördermittel vom Freistaat. Damit könnten 90 Prozent der Kosten gedeckt werden.

Noch gehört die Brücke, die sich direkt über der Zufahrt zum Alberthafen befindet, zum Areal der Sächsischen Binnenhäfen. Das soll sich aber ändern – das Bauwerk soll in städtischen Besitz übergehen. Die parallel dazu verlaufende blaue Eisenbahnbrücke bleibt im Hafengelände.

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