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Mittwoch, 13.09.2017

Radeberg bekommt ein Grünes Band

Das Röder-Ufer soll erlebbar werden. Die ersten Erfolge sollen schon bald zu sehen sein.

Von Jens Fritzsche

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Hier wird derzeit Platz für das geplante „Grüne Band“ entlang der Röder mitten durch Radeberg geschaffen: Die beiden morschen Gebäude Bebelstraße3 und 5 werden abgerissen. Zunächst die Schuppen und Gebäudeteile am Uferbereich; wobei hier zunächst noch tonnenweise Schrott und Müll entsorgt werden muss …
Hier wird derzeit Platz für das geplante „Grüne Band“ entlang der Röder mitten durch Radeberg geschaffen: Die beiden morschen Gebäude Bebelstraße 3 und 5 werden abgerissen. Zunächst die Schuppen und Gebäudeteile am Uferbereich; wobei hier zunächst noch tonnenweise Schrott und Müll entsorgt werden muss …

© Thorsten Eckert

Hier soll im kommenden Jahr eine Fußgängerbrücke entstehen, zwischen Gelbke-Hain und dem Areal der alten Druckerei – parallel zur bestehenden Straßenbrücke.
Hier soll im kommenden Jahr eine Fußgängerbrücke entstehen, zwischen Gelbke-Hain und dem Areal der alten Druckerei – parallel zur bestehenden Straßenbrücke.

© Thorsten Eckert

Der gestaltete „Strandbereich“ mit Spielbereichen für Kinder. Dort, wo heute noch die beiden morschen Häuser Bebelstraße 3 und 5 stehen.
Der gestaltete „Strandbereich“ mit Spielbereichen für Kinder. Dort, wo heute noch die beiden morschen Häuser Bebelstraße 3 und 5 stehen.

© Planungsbüro Schubert

So könnte demnächst der „Eingangsbereich“ zum Grünen Band im Bereich der Straße An den Leithen aussehen, stellen sich die Planer vor.
So könnte demnächst der „Eingangsbereich“ zum Grünen Band im Bereich der Straße An den Leithen aussehen, stellen sich die Planer vor.

© Planungsbüro Schubert

Radeberg. Nun gut, so hart wie die Pleiße in Leipzig hat es die Röder im Herzen Radebergs nicht getroffen. Während Leipzig seinen Fluss in der Innenstadt einfach mal unterirdisch eingemauert hat, um quasi ungestört Großstadt sein zu können, darf sich die Röder in der Bierstadt Radeberg offen zeigen. Und doch ist der Fluss hier und da ziemlich versteckt. Von einem kompletten Röder-Ufer-Spaziergang vom Hüttertal bis hin zum Seifersdorfer Tal im Ortsteil Liegau-Augustusbad kann auch keine Rede sein. Zumindest noch nicht. Denn Radeberg hat ja bekanntlich das Ziel ausgegeben, das Röderufer künftig erlebbarer zu machen, dem Fluss mehr Raum zu geben und auf diese Weise auch gleich noch ein grünes Band entlang des „blauen“ Wassers durch Radeberg zu pflanzen. Mehr Grün in Innenstädten wird ja zudem in Zeiten des Klima-Wandels ein immer wichtigeres Thema – sodass die Idee auch bestens auf die aktuelle politische Tagesordnung passt.

Hier und da funktioniert das mit dem Erleben des Röder-Ufers ja auch schon bestens. An der Stolpener Straße zum Beispiel; oder auch im Gelbke-Hain. Aber das sind eben bisher nur kurze Abschnitte. Schritt für Schritt, so das Ziel, soll der Fluss möglichst vollständig erlebbar werden. Das wird wohl nicht überall wirklich funktionieren; aber ein wichtiges Stück soll bis zum anstehenden Stadtjubiläum im Jahr 2019 in jedem Fall fertig sein. Dann soll der Gelbke-Hain sozusagen bis zur Straße An den Leithen fortgeführt werden. Im Moment werden ja bereits die beiden morschen Gebäude Bebelstraße 3 und 5 gegenüber des Biertheaters abgerissen, um Platz zu schaffen. Hier soll dann ein erlebbarer Strandbereich wachsen und ein Uferweg geschaffen werden.

Hoffnung auf Fördermittel

Nägel mit Köpfen will Radeberg zudem in Sachen Finanzierung des Projektes machen. Denn im März hat der Freistaat ein neues Förderprogramm unter dem Titel „Zukunft Stadtgrün“ aufgelegt. „Da passt unser Projekt ja bestens hinein, sodass wir nun um Fördermittel aus diesem Topf bewerben wollen“, erläuterte Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) jetzt im Stadtrat. Dafür war es zunächst notwendig, das Areal abzugrenzen, in dem das Grüne Band entstehen soll. Und so hat der Stadtrat nun eine Fläche von rund 22 Hektar entlang der Röder zwischen dem Hüttertal und den Leithen abgegrenzt. Wobei die neuen Uferwege dann sozusagen an die bestehenden Wanderwege im Hüttertal und den Leithen angeschlossen werden sollen. Die Entwicklungsfläche erstreckt sich also vorerst ausschließlich in der Innenstadt. Das wiederum liegt vor allem daran, dass der Fördertopf im laufenden Jahr zunächst mit insgesamt 4,9 Millionen Euro gefüllt ist, aus dem neben Radeberg auch weitere Kommunen gern den einen oder anderen Euro schöpfen wollen. Also wird sich die Bierstadt zunächst auf diesen Bereich konzentrieren.

Und es gibt auch bereits etliche konkrete Ideen, die umgesetzt werden sollen. Ideen, die in den vergangenen gut zwei Jahren in der Arbeitsgruppe „Grünes Radeberg“ entwickelt worden waren. Einer Gruppe aus Stadträten aller Fraktionen und interessierten Radebergern, die sich für mehr Grün in der Stadt einsetzen – und in der unter anderem auch die Idee zum Tag der offenen Gärten entstanden war.

Konzept voller Ideen liegt vor

Aus den von der Arbeitsgruppe entwickelten Ideen haben nun im Auftrag der Stadtverwaltung die Landschaftsarchitekten des Radeberger Planungsbüros Schubert ein Konzept für das Grüne Band entwickelt. Zu dem beispielsweise der bereits erwähnte erlebbare Strandbereich gehört, der unterhalb der demnächst abgerissenen Häuser Bebelstraße 3 und 5 entstehen soll – aber auch eine Fußgängerbrücke, die den Wanderweg im Gelbke-Hain mit der Grünfläche neben der „Verleger-Villa“ am gegenüberliegenden Ufer verbindet. Und eigentlich hatte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag für diese Brücke bereits vergeben wollen – aber da sich auf die Ausschreibung nur ein einziger Anbieter meldete, „und der auch noch 77 000 Euro über den geplanten Kosten lag, wollen wir das Ganze noch einmal ins nächste Jahr verschieben“, begründete der OB. Die Fördermittel für den Bau müssten zwar eigentlich noch 2017 ausgegeben werden, „aber wir haben mit der Aufbaubank gesprochen“, so Lemm.

Zum Konzept gehört aber nicht „nur“, Neues zu schaffen. So soll beispielsweise auch der Gelbke-Hain profitieren. Die maroden Treppenanlagen könnten saniert, die Parkanlage zudem endlich mit einer Beleuchtung ausgestattet werden. Profitieren könnte aber auch der ziemlich hässliche Parkplatz im Kurvenbereich zwischen Dietze- und Röderstraße nahe der Mittelmühle – auch dieser Bereich ist mit ins Förder-Areal aufgenommen worden. Wie auch der Hofegrund hinterm Schloss Klippenstein. Dem ersten Baustein könnten also noch viele folgen.