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Donnerstag, 28.12.2017

Punktlandung für die Fantasie

Die aktuelle Ausstellung in der Liegauer Galerie Klinger ist eine wirklich ungewöhnliche. Das liegt auch an einer spannenden Drucktechnik.

Von Jens Fritzsche

Eberhard Klinger präsentiert in seiner Galerie an der Schönborner Straße in Liegau-Augustusbad derzeit die Ausstellung „Schwarz-Weiß-Farbe“, in der unter anderem ungewöhnliche Arbeiten (Foto) der Dresdnerin Jana Morgenstern zu sehen sind.
Eberhard Klinger präsentiert in seiner Galerie an der Schönborner Straße in Liegau-Augustusbad derzeit die Ausstellung „Schwarz-Weiß-Farbe“, in der unter anderem ungewöhnliche Arbeiten (Foto) der Dresdnerin Jana Morgenstern zu sehen sind.

© Thorsten Eckert

Liegau. So ist das manchmal mit den Wünschen. Mitunter braucht man ein wenig Geduld, bis sie sich erfüllen. So ging es zum Beispiel dem Liegauer Galeristen Eberhard Klinger. Eigentlich hatte er sich nämlich schon vor etlichen Jahren gewünscht, eine Ausstellung mit der Dresdner Malerin Jana Morgenstern zu organisieren. „Ich hatte einige ihrer Arbeiten in einer Ausstellung im Kaisertrutz in Görlitz gesehen, und ich war sofort begeistert, von dieser ungewöhnlichen Herangehensweise“, sagt der Galerist. Aber wie das eben manchmal so ist, „irgendwie kam es bisher leider nicht dazu“.

Doch der Kontakt blieb; die Dresdnerin schaute regelmäßig bei den Ausstellungseröffnungen in der Galerie Klinger an der Schönborner Straße in Liegau vorbei. Und dann hatte auch sie einen Wunsch – einen Geburtstagswunsch sozusagen. „Denn als sie jetzt 50 wurde, hatte sich Jana Morgenstern gewünscht, dass es nun doch mal mit einer Ausstellung hier in Liegau klappen könnte“, verrät Eberhard Klinger schmunzelnd. Und irgendwie passte es ja auch, denn damit konnte er ha letztlich auch seinen Wunsch nach einer Ausstellung von Werken Jana Morgensterns in seiner Galerie erfüllen …

Und da der Liegauer Galerist in seinen Ausstellungen stets für knisternde künstlerische Spannung sorgt, präsentiert er die Arbeiten von Jana Morgenstern gemeinsam mit den Werken einer weiteren Dresdner Künstlerin: Gerda Lepke. Und er hat damit zwei hoch interessante Vertreterinnen der aktuellen Dresdner Kunstszene vereint, die beide diese Szene auch kräftig beeinflussen. Gerda Lepke war 1989 beispielsweise eine der Mitbegründerinnen der „Dresdner Sezession 89“. Und Jana Morgenstern – eine Meisterschülerin des prominenten Malers Max Uhlig an der Dresdner Hochschule – arbeitet als Kunst-Dozentin an der Technischen Universität.

„Es ist immer sehr reizvoll, unterschiedliche künstlerische Positionen zusammenzubringen“, findet Eberhard Klinger. Wobei er das nicht tut, ohne zuvor die Künstler in sein Gedankenboot steigen zu lassen. „Die Beiden kannten sich zuvor nicht persönlich, lernten sich aber dann durch meine Idee kennen – und mögen“, freut sich der Liegauer. „Sie besuchten sich gegenseitig im Atelier und sie empfinden das Ganze mittlerweile als echten Glücksfall, das begeistert natürlich auch mich“, klingt Eberhard Klinger durchaus zufrieden. Wie er auch mit der Resonanz auf die „Schwarz-Weiß-Farbe“ überschriebene Ausstellung bisher durchaus zufrieden ist, wie er sagt. Und die zahlreichen roten Punkte neben den Bildern zeigen das Interesse auch bei den Käufern an.

Faszinierende Ideen

Wobei nicht zuletzt die ungewöhnliche Technik von Jana Morgenstern ist, mit denen sie die in Liegau gezeigten Bilder geschaffen hat. Das hat übrigens mit der Stadt Naundorf zu tun, verrät der Galerist. Dort hatte die Dresdnerin vor einigen Jahren eine Ausstellung – „und zum Wappen der Stadt gehört die Mohrrübe“, weiß Eberhard Klinger. Das brachte die Künstlerin auf die Idee, Rüben-Querschnitte zu drucken und künstlerisch zu bearbeiten. „Eine faszinierende Idee, mit wunderbaren Facetten und Spannungen“, kommt der Liegauer ins Schwärmen. „Die Anordnungen, die unterschiedlichen Größen und Intensitäten, das alles lässt herrliche Bilder entstehen, auch beim Betrachter“, beschreibt er. Und die Galeriebesucher an der Schönborner Straße lassen sich spürbar in den Bann dieser ungewöhnlichen Bilder ziehen. „Wie gesagt, die Resonanz ist bisher wirklich gut –und noch besteht ja die Chance auf einen Besuch“, hofft der Galerist, dass vielleicht auch einige Interessierte die freien Tage um den Jahreswechsel herum nutzen. Aber auch danach gibt es noch die Möglichkeit, diese spannende Ausstellung zu sehen. Noch bis zum 13. Januar ist „Schwarz-Weiß-Farbe“ in der Galerie Klinger zu erleben.

Die Ausstellung „Schwarz-Weiß-Farbe“ mit Werken ist noch bis 13, Januar in der Galerie Klinger an der Schönborner Straße in Liegau zu sehen. Immer mittwochs bis Freitag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 14 Uhr. Am heutigen 28. Dezember bleibt die Galerie geschlossen, sonst ist durchgängig geöffnet.

www.galerieklinger.de