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Mittwoch, 03.01.2018

Preise für Parken, Kitas und den Nahverkehr steigen

Zum Jahresauftakt gibt es aber auch eine gute Nachricht: Die Drewag will ihren Strompreis senken.

Von Peter Hilbert

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Parken, Kita, Nahverkehr: Das neue Jahr bringt auch steigende Preise.
Parken, Kita, Nahverkehr: Das neue Jahr bringt auch steigende Preise.

© Sven Ellger, dpa

Das neue Jahr hat für die Dresdner so manche Überraschung parat, über die sie sich nicht freuen werden. Die Stadt und Verkehrsunternehmen erhöhen Gebühren teilweise kräftig.

Die Parkgebühr: Stadt will zusätzlich 3,5 Millionen Euro einnehmen

Für Kraftfahrer wird es in Dresdens Innenstadt immer enger. Seit dem Parkplatz-Ausbau können sie ihre Autos nicht mehr unter der Marienbrücke abstellen. Damit ist die letzte Möglichkeit fürs kostenlose Parken weggefallen. Wie schon lange angekündigt, sollen in diesem Jahr auch die Parkgebühren in der Tarifzone 1 im Zentrum erhöht werden. Damit soll auch der Verkehr aus der Innenstadt verbannt werden. Künftig zahlen Kraftfahrer zwei statt bisher 1,50 Euro je Stunde. Der Tagestarif steigt von sechs auf acht Euro.

In der anschließenden Zone 2 und der Äußeren Neustadt ist eine Erhöhung von 50 Cent auf einen Euro und beim Tagestarif von drei auf vier Euro geplant. Durch die Erhöhung erwartet die Stadt Zusatzeinnahmen von 3,5 Millionen Euro im Jahr.

Die Beschlussvorlage ist im Verkehrsressort rechtlich geprüft und kann im neuen Jahr im Stadtrat beraten werden, teilt Bürgermeister-Referentin Doris Oser mit. Wann die höheren Parkgebühren genau kommen, ist aber noch unklar.

Die Fahrpreise: Viererkarte wird im Verkehrsverbund um 40 Cent teurer

Auf Fahrgäste von Bus und Bahn kommt dieses Jahr die nächste Preiserhöhung zu. Ab 1. August zahlen sie im Durchschnitt 2,1 Prozent mehr, kündigt Sprecher Christian Schlemper vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) an. Als Grund führt er die steigenden Kosten für Energie und Personal sowie die Verbesserungen im Angebot an. Einzelfahrten kosten zehn Cent mehr. Fahrgäste zahlen künftig 2,40 Euro. Für die Viererkarte werden statt bisher 8,20 dann 8,60 Euro fällig. Der Preis einer Abokarte in der Tarifzone Dresden steigt um einen Euro auf 51,90 Euro.

Schon im vergangenen Jahr hatte der VVO sein Angebot verbessert. So fahren die S-Bahnen auf der ausgebauten Strecke von Dresden nach Meißen seit April 2017 in den Spitzenzeiten im Viertelstundentakt. Ab 3. April dieses Jahres fahren die S-Bahnen auf den Linien S 1 und S 2 in der Hauptverkehrszeit sogar alle zehn Minuten. „Züge von Meißen, die bisher nur bis zum Hauptbahnhof fahren, verkehren dann bis Pirna“, kündigt der VVO-Sprecher an.

Die Kitabegühren: Bei Kindergärten zahlen Eltern deutlich mehr

Durch höhere Elternbeiträge will die Stadt 2018 zusätzlich 745 000 Euro einnehmen. Bei der Krippe müssen ab 1. September 1,7 Prozent, beim Hort 2,8 Prozent und bei Kindergärten sogar 6,8 Prozent mehr gezahlt werden, teilt die Stadt mit. So steigt der monatliche Beitrag für eine Neun-Stunden-Betreuung in der Krippe von 212,81 auf 216,49 Euro. Beim Kindergarten ist für diesen Fall ein Anstieg von 146,02 auf 155,92 geplant und beim Hort von 84,54 auf 86,79 Euro.

Die Stadt begründet die Beitragserhöhung zum einen mit Tarifsteigerungen und neuen Regeln für die Eingruppierung der Mitarbeiter. Andererseits würden die Kosten wegen des Betreuungsschlüssels in Kindergärten erheblich steigen. Ab September 2015 hatte er sich von 1:13 auf 1:12,5 und ab September 2016 von 1:12.5 auf 1:12 verbessert. Zeitlich verzögert würden nun die Eltern an diesen Kosten beteiligt.

Bei den Krippen ist der Betreuungsschlüssel im September 2017 von 1:6 auf 1:5,5 verbessert worden. Das wirkt sich aber erst 2019 auf die Elternbeiträge aus.

Die Strompreise: Dresdner Versorger liegen schon jetzt unter Durchschnitt

Bei all den steigenden Beiträgen und Gebühren gibt es auch eine gute Nachricht: Die Drewag senkt voraussichtlich ihren Strompreis im neuen Jahr, teilt Sprecherin Gerlind Ostmann mit. Genaue Angaben kann sie aber noch nicht machen. „Wir müssen noch die endgültige Höhe der Netzentgelte abwarten, die von der Bundesnetzagentur festgelegt werden“, begründet sie. Den Gaspreis will die Drewag stabil halten. Etwa 80 Prozent der Dresdner werden von den Stadtwerken versorgt.

Die Drewag-Preise können sich im Vergleich der sächsischen Grundversorger sehen lassen, erklärt Thorsten Storck von Deutschlands größtem Verbraucherportal Verivox. „Die Strompreise der Drewag liegen beim Grundversorgungstarif unter dem sächsischen Gesamt-Durchschnitt“, sagt er. Zahlt eine vierköpfige Familie bei der Drewag im Jahr 1 177 Euro für 4 000 Kilowattstunden, so sind es im Sachsen-Schnitt 67 Euro mehr. Allerdings sollten Kunden, die den Anbieter nicht wechseln wollen, sich für einen günstigeren Drewag-Tarif entscheiden, rät Storck. Noch mehr könnte bei einem Wechsel zum günstigsten Anbieter laut Verivox-Empfehlung gespart werden. Dann würde der Vier-Personen-Haushalt nur 963 Euro zahlen.

Stabil im Strom- und Gaspreis bleibt auch die Dresdner Genossenschaft Energiehaus. Mit den Preisen, die sie bis Ende 2019 garantiert, liegt sie etwa wie die Drewag.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 56 Kommentare

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  1. ÖPNV-Nutzer

    @Leser: In Deutschland ist der Nahverkehr zwar subventioniert, aber trotzdem gewinnorientiert. Während wir sämtliche Straßen für lau benutzen können. Sinnvoller wäre hier eine Straßennutzungsgebühr, welche alle Verkehrsteilnehmer abführen müssen, die den ÖPNV quersubventioniert. Dann müssen Sie sich hier auch nicht mehr aufregen.

  2. Dresdner

    Jaja, KiTa (Krippe) Schlüssel von 1:5,5, also 5,5 Kinder auf einen Erzieher. Zeige mir einer eine KiTa, in der dieser Schlüssel tatsächlich im täglichen Leben erreicht wird. Der reale Schlüssel liegt wegen Krankheit, Urlaub, Schulungen bei 1:8 und aufwärts, also mindestens ca. 45% höher. Was ist die Konsequenz: Der Inhalt des sächsischen Bildungsplans ist nicht umsetzbar, weil noch immer Personal an allen Ecken und Enden fehlt. Die Kinder werden weiterhin nur noch durchgeschleust.

  3. Franzi

    Super der DVB - Kunde ist wieder mal der Dumme ! Ich fahr weiter Auto und Parkgebühren bekommt Dresden von mir schon lange nicht mehr!

  4. Gerhard Rhode

    Es steigen doch nicht nur die Preise für Kita, Öffentliche Verkehrsmittel und das Parken. 2017 gab es einen neuen Mietspiegel für Dresden. Anlass genug für unseren Vermieter, die Miete ab März 2018, nach 2016 erneut anzupassen. Damit steigen die Durchschnittmieten, welche die Grundlage für den Mietspiegel liefern und es gibt erneut Anlass für die nächste Anpassung, vermutlich 2019, usw. usw. usw. Wer sich aufregt ist selber Schuld ... Wir haben es doch alle so gewollt ... oder?

  5. @6 ÖPNV-Nutzer

    Für Motorisierte gibt es die schon, nennt sich KFZ-Steuer. Was fehlt, ist eine Rad- und Fußsteuer.

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