• Einstellungen
Dienstag, 02.01.2018

Präsidialer Besuch

Christian Wulff wird der prominente Festredner beim Neujahrsempfang in Heidenau. Wer schnell ist, kann ihn treffen.

Von Heike Sabel

Bis nach Tharandt in die Buchhandlung Findus hat es Christian Wulff schon geschafft. Jetzt wird der ehemalige Bundespräsident in Heidenau erwartet.
Bis nach Tharandt in die Buchhandlung Findus hat es Christian Wulff schon geschafft. Jetzt wird der ehemalige Bundespräsident in Heidenau erwartet.

© Frank Baldauf/Archiv

Heidenau. Roman Herzog war der erste Bundespräsident a. D. in Heidenau. Er folgte 2012 der Einladung der Gymnasiasten zu einer Gesprächsrunde. Nun kommt im Januar Christian Wulff. Den hat Oliver Wehner eingeladen. Der CDU-Landtagsabgeordnete lädt seit Jahren gemeinsam mit dem Heidenauer Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) und Unternehmer Uwe Saegeling zum Neujahrsempfang ein.

Tradition haben dabei prominente Redner. Justizminister Gemkow und Landtagspräsident Rößler gehörten dazu. Nun hat er Wulff eingeladen. Die Anfrage startete er schon im März 2017. Wulff habe nicht lange überlegen müssen, lässt sein Berliner Büro wissen. Er nehme gern Termine in Sachsen und im Osten Deutschlands an. Erst kürzlich war er bei den Torgauer Schlossgesprächen, im Februar wird er in Schleusingen in Thüringen reden. Zuvor am 25. Januar aber in Heidenau.

Während seiner Amtszeit hat er es bis in den Landkreis nicht geschafft, dafür war er im Juni 2017 in der Tharandter Buchhandlung Findus. Wulff könne zwar nur einen kleinen Teil der Einladungen annehmen, aber Diskussionen „machen ihm große Freude und offenbar auch den Zuhörern“, sagt sein Büro. Das hänge mit seinem Interesse an den Menschen im Osten zusammen. Immerhin ist Wulff Vorsitzender der „Deutschlandstiftung Integration“.

Ihn fasziniere der Prozess der deutschen Einheit und die Frage, wie Deutschland als Land nach innen stärker zusammenwachsen kann. Am 3. Oktober 2010 hatte Wulff in seiner Rede zum Tag der Einheit davon gesprochen, dass die Ostdeutschen die Lasten der Veränderung fast alleine geschultert haben. Oliver Wehners Themen-Vorschlag „Wir gestalten Heimat“ hat also gepasst.

Wehner erwartet sich von seinem 2018er-Festredner „wichtige Impulse zur Wahrung unserer Werte, unserer Heimat und unserer gelebten Traditionen“. Wulff sieht das mit der Heimat aber nicht so eng. Es wird in seinem Vortrag auch um Europa und die Welt im Jahr 2018 gehen, darum, wie Identität und Heimat in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung gestaltet werden können.

Wer am Neujahrsempfang in Heidenau teilnimmt, braucht eine Einladung. Auf der Gästeliste stehen Stadt- und Gemeinderäte, Unternehmer, Geschäftsführer, Vereinsaktivisten – und interessierte Bürger. „In der Regel werden schriftliche Anfragen mit einem persönlichen Gespräch und der Übersendung einer Eintrittskarte beantwortet“, sagt Wehner. Die Leute seien meist überrascht, wie offen man für derartige Anfragen sei.

Diesmal könnte es aber durchaus sein, dass zeitiges Melden noch einen Platz sichert bzw. irgendwann keine Eintrittskarte mehr überreicht werden kann. Ein besonderes Sicherheitskonzept gibt es nicht. Es sind die unauffällig Auffälligen, die für die Sicherheit des Ehrengastes sorgen. Und wenn der Abend zu Ende ist, ist Wulff auch wieder weg. Ein weiterer Besuch in Sachsen steht derzeit nicht an.

Ein ehemaliger Bundespräsident ist nun fast das Höchste, was Wehner einladen kann. Der aktuelle Bundestagspräsident lässt zwar während seiner Amtszeit seine SPD-Mitgliedschaft ruhen, dürfte aber trotzdem nicht von einem CDU-Landtagsabgeordneten eingeladen werden. Also kündigt Wehner nach Staatsoberhäuptern aus Sachsen und Deutschland für 2019 einen neuen Weg bei der Auswahl des Festredners an. – „Da bleibt nun noch der Papst“, witzelt Bürgermeister, CDU-Ortschef und Katholik Jürgen Opitz.

Kontakt: info@oliver-wehner.de

Desktopversion des Artikels