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Montag, 16.04.2018

Polizisten räumen verwahrlostes Haus

Von „Horrorhäusern“ ist in Berlin immer wieder einmal die Rede. Es geht um Müll, Ratten und Eigentümer, die ihren Besitz verfallen lassen. Eine Problemimmobilie im Wedding ist nun geräumt worden.

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Polizisten in Schutzanzügen betreten das Haus in der Kameruner Straße/Ecke Lüderitzstraße.
Polizisten in Schutzanzügen betreten das Haus in der Kameruner Straße/Ecke Lüderitzstraße.

© Paul Zinken/dpa

Unter anderem gab es zuletzt keine Versorgung mit Wasser mehr. Auch von Rattenbefall war die Rede.
Unter anderem gab es zuletzt keine Versorgung mit Wasser mehr. Auch von Rattenbefall war die Rede.

© Paul Zinken/dpa

Polizisten bereiten die Räumung vor.
Polizisten bereiten die Räumung vor.

© Paul Zinken/dpa

Berlin. Desolater Zustand ohne fließend Wasser: Der Berliner Bezirk Mitte hat ein schon länger wegen Verwahrlosung bekanntes Haus im Wedding räumen lassen. 42 Menschen, darunter zwei Kinder, mussten am Montagvormittag ihre Wohnungen verlassen. Die Räumung sei „als Maßnahme der Gefahrenabwehr“ und insbesondere zum Gesundheitsschutz der Bewohner zwingend erforderlich, erklärte der Bezirksstadtrat von Mitte für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe. Gegenüber dem Eigentümer sei das Gebäude in der Kameruner Straße/Ecke Lüderitzstraße für unbewohnbar erklärt worden.

Die Hausbewohner, über die zunächst keine Details bekannt wurden, mussten ihr Hab und Gut mitnehmen. Sie dürfen ihre Wohnungen künftig nicht mehr betreten, wie eine Polizeisprecherin sagte. Nach der Räumung wurden Zugänge zum Haus mit Holzplatten verschlossen. Währenddessen überprüften Einsatzkräfte in einem Zelt vor dem Gebäude die Personalien der Menschen. Gothe kündigte Hilfestellungen an - ob und wo die Bewohner untergebracht werden, war zunächst unklar.

Die fehlende Wasserversorgung im Haus nannte der Bezirk in einer Erklärung als Hauptgrund für die Räumung. Ohne umfassende Instandsetzungsarbeiten sei es nicht möglich, wieder Wasser verfügbar zu machen, hieß es. Der Bezirk habe „seit geraumer Zeit“ versucht, mit dem Eigentümer in Dialog zu treten, um die Mängel am Gebäude beseitigen zu lassen. Bislang sei es aber nicht gelungen, den Zustand des Grundstückes wesentlich zu verbessern.

Die Räumung lief laut Polizei geordnet ab. 120 Beamte waren an dem Einsatz beteiligt. Wegen der unhygienischen Umstände trugen diejenigen, die das Haus betraten, weiße Ganzkörper-Schutzanzüge. Nach der Räumung sollte es eine Bestandsaufnahme im Inneren geben.

Das Haus war in der Vergangenheit immer wieder wegen prekärer Zustände in den Schlagzeilen. Müll stapelte sich im Hof, teils fehlten Fenster, Stromkabel waren selbst verlegt, es stank. Zudem war von Rattenbefall die Rede. Nach Medienberichten lebten in dem Haus viele Menschen aus Bulgarien, Albanien und Rumänien.

2015 war ein Gebäude in Berlin-Schöneberg als „Horrorhaus“ bekannt geworden - etwa wegen Müllbergen, fehlender Türen und kaputter Toiletten. Der Eigentümer soll es mit Wanderarbeitern überbelegt haben. Damals hieß es, es gebe bei mehreren Immobilien in der Stadt den Verdacht, dass Eigentümer sie bewusst verwahrlosen lassen - Ziel sei es, alte Mieter zu vertreiben und das Gebäude zu verkaufen. (dpa)

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