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Dienstag, 02.01.2018

Polizei verteidigt Verfolgungsjagd

Die tschechischen Beamten haben trotz eines schweren Unfalls im Oberland alles richtig gemacht, so die deutschen Kollegen.

Von Anja Beutler

© dpa

Als am 21. Dezember am späten Abend eine tschechische Polizeistreife ein Auto über die Grenze verfolgte, war noch nicht absehbar, wie die Fahrt enden sollte. Der 21-Jährige, der im Auto saß, hatte sich in Tschechien einer Polizeikontrolle entzogen und war dann nach Neugersdorf über die Grenze gejagt. Die tschechische Polizei verfolgte den Mann, der dann – Augenzeugenberichten zufolge ohne Licht und mit hoher Geschwindigkeit – einen Unfall auf der Bautzener Straße verursachte. Dabei wurden ein 29-jähriger Autofahrer und seine 17-jährige Beifahrerin auf der Gegenspur teils schwer verletzt.

Dass bei solchen Fällen die Verhältnismäßigkeit zu wahren ist, bestätigt die Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz, Madeleine Urban, auf Nachfrage. In diesem Fall hätten die Tschechen sich für eine weitere Verfolgung auf Basis ihrer Gesetze entschieden und ordnungsgemäß den deutschen Polizeikollegen die Nacheile über die Grenze gemeldet. Der Verfolgte, ein in Tschechien lebender Deutscher, der keine Fahrerlaubnis besitzt, sei angetrunken gewesen, wie eine Blutentnahme bestätigte. Generell ist die Polizei in Deutschland zur Verfolgung von Straftaten verpflichtet. Zudem müsse sie – laut deutschen Gesetzen – alles dafür tun, um die Verdunkelung einer Sache zu verhüten, andernfalls wäre es Strafvereitelung im Amt.

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