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Donnerstag, 11.01.2018

Polen setzt Ermittlungen fort

Im April 2010 stürzt bei Smolensk in Russland eine polnische Regierungsmaschine ab. 96 Menschen sterben, darunter Polens Präsident. Viele in der Regierungspartei PiS glauben noch immer an einen Anschlag.

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Eine TU-154 der polnischen Regierung stürzte am 10. April 2010 beim Anflug auf das russische Smolensk ab. Seitdem gibt es Spekulationen über die Unglücksursache.
Eine TU-154 der polnischen Regierung stürzte am 10. April 2010 beim Anflug auf das russische Smolensk ab. Seitdem gibt es Spekulationen über die Unglücksursache.

© dpa

Warschau/Moskau. Die polnische Regierung führt ihren Streit mit Russland wegen des Flugzeugabsturzes von Smolensk 2010 auch nach der Kabinettsumbildung fort.

Der entlassene Verteidigungsminister Antoni Macierewicz soll im Auftrag der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) einen Bericht über die Tragödie mit 96 Toten fertigstellen. Das teilte sein Nachfolger Mariusz Blaszczak am Donnerstag mit.

Macierewicz verficht die Theorie, dass am 10. April 2010 in Russland ein Anschlag auf das Flugzeug des damaligen Präsidenten Lech Kaczynski verübt wurde. Nach bisherigen Untersuchungen führte ein Pilotenfehler im Nebel zu dem Absturz. Doch daran glauben Macierewicz und viele PiS-Anhänger nicht. Er hat den Fall in zwei Jahren Amtszeit wieder aufrollen lassen. Seine Kommission vermutet eine Explosion an Bord. Der vollständige Bericht soll im Frühjahr vorgelegt werden.

Es gebe keinerlei Hinweise auf eine Explosion, bekräftigte dagegen das Staatliche Ermittlungskomitee Russlands in Moskau am Donnerstag. Diese These sei damals als erste geprüft und widerlegt worden. Auch internationale Luftfahrtexperten seien zu diesem Schluss gekommen.

Bei dem Absturz waren 96 Menschen getötet worden, darunter Präsident Kaczynski, der Zwillingsbruder von PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski. Die Delegation war auf dem Weg nach Katyn, um der Opfer eines sowjetischen Massakers an polnischen Offizieren im Zweiten Weltkrieg zu gedenken. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Steinhardt

    Ob die Tu-154 nun besonders geeignet ist als Regierungsflieger mag dahingestellt sein. Fakt aber ist, die Mschine wurde von polnischen Technikern gewartet, von polnischen Sicherheitskräften bewacht, von polnischen Piloten geflogen und bei schlechtem Wetter genutzt. Ein Regierungsflieger ist schließlich keine öffentliche Toilette, wo jeder rein und rausgehen kann um Sprengsätze zu installieren.

  2. AdmiralCrunch

    @Steinhardt Sie liegen falsch.. die Maschine wurde in Russland gewartet, auf Antrag der PO (unter Tusk). desweiteren ist es für einen FLuglotsen ein einfaches einen Maschine vom himmel zu holen. die frage die man sich stellen sollte (und sich in Polen stellt) ist, warum man einen als MILLITÄRFLUG (daher auch das "M" in der flugzeugbezeichnung) als zivilflug deklariert und die untersuchtung in Putins hände gibt.. das ist in etwa so, als würde man die aufarbeitung /untersuchung des holocaust dem adolf persönlich überlassen des weiteren gibt es viel zu viele unstimmigkeiten, die nicht geklärt sind, weil es offensichtlich mächte gibt, die dies verhindern wollen.. erwähnt seien hier die zahlreichen "selbstmorde" der menschen, die sich mit der aufklärung des falls beschäftigt hatten.. auch die analogie zu ähnlichen katastrophen passt hier nicht ins muster.. die maschine hätte eine schneise in den wald sägen müssen.. hat sie aber nicht, sie ist schon in der lust in 1mio einzelteile

  3. Steinhardt

    AdmiralCrunch: falsch, polnische Techniker warteten das Flugzeug und nur Überholungen oder grössere Reparaturen wurden im Herstellerwerk durchgeführt. Das "M" steht nicht für "militärisch", sondern für "modernisiert" z.B. Winglets, modernere Triebwerke. Mit den millionen Einzelteilen möchte ich bloß an die "152" erinnern, die ist auch aufgeschlagen und nicht etwa in der Luft explodiert. Im übrigen ist es nicht mein Problem, sollen sich die Polen und Russen darüber den Kopf zerbrechen.

  4. Wenzel 4

    @2: Der Flugzeugabsturz beschäftigt bis heute viele polnische Verschwörungstheoretiker, die eigenes Versagen ihrer Patrioten nicht wahrhaben wollen. Grundsätzlich regeln INTERNATIONALE Vorschriften, dass grundsätzlich das Land für die Untersuchung zuständig ist, über dem das Flugzeug verunglückt ist. Im Landegebiet herrschte damals starker Nebel und eine 4 Stunden vorher gelandete polnische Maschine warnte vor der Landung. Es gab keine technische Landesysteunterstützung auf dem Militärflugplatz, also entscheidet die Besatzung allein über eine Landung. Im Cockpit hielt sich widerechtlich der Chef der polnischen Luftstreitkräfte auf und setzte somit die Crew zumindest psychologisch unter Druck. Der Navigator übersah eine Bodensenke vor der Landebahn und führte so im Nebel die Maschine zu tief und dann zum Absturtz in den Wald.

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